Harald Vauk plant Abspaltung einer neuen Ortsgruppe vom ÖDP-Ortsverband Füssen/Altlandkreis

ÖDP Füssen: »Es herrscht eine ungute Stimmung«

Harald Vauk
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Harald Vauk arbeitet offenbar an der Abspaltung einer Ortsgruppe vom ÖDP-Ortsverband.

Füssen – Keine zwei Jahre nach seiner Gründung droht dem ÖDP-Ortsverband Füssen/Altlandkreis offenbar die Abspaltung einer Ortsgruppe Füssen-Schwangau. Diese will vor allem in den beiden genannten Kommunen sowie in Hopferau und Rieden a.F. kommunalpolitisch tätig werden, kündigt Harald Vauk an, der derzeit nach eigener Aussage an der Gründung der Ortsgruppe arbeitet. Allerdings verweigert der Kreisverband die dafür erforderliche Zustimmung. Ohnehin scheint die Stimmung in der Füssener ÖDP derzeit nicht die beste zu sein, eine handfeste Schlammschlacht bahnt sich an.

Ende Januar 2019 erst gegründet, war die Zuversicht im neuen ÖDP-Ortsverband Füssen/Altlandkreis zunächst groß: neben zahlreichen Kandidaten für den Füssener Stadtrat gab es innerhalb des neuen Ablegers der Ökologisch-Demokratischen Partei ernsthafte Überlegungen, mit dem stadtbekannten Rathaus-Kritiker Harald Vauk auch einen eigenen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters ins Rennen zu schicken. Doch wie fast überall wo Vauk auftaucht, war es auch hier mit der Harmonie schnell vorbei: nach einer schweren Erkrankung und innerparteilichen Querelen verzichte Vauk im Dezember 2019 schließlich auf eine Kandidatur und die Kandidatenliste für das Stadtparlament schmolz auf sieben zusammen.

Ein Jahr später steht der Ortsverband anscheinend vor der Zerreißprobe. Der stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes plant nach eigenen Angaben zusammen mit neun weiteren Mitgliedern die Gründung einer Ortsgruppe Füssen-Schwangau, die auch in Hopferau und Rieden a. F. Kommunalpolitisch tätig sein will. „Wir werden weiterhin ein Teil im Ortsverband Füssen/Altlandkreis bleiben, jedoch hauptsächlich in den vier genannten Gemeinden die Kommunalpolitik mitgestalten“, erläutert Vauk in einer E-Mail von vergangenem Mittwoch.

Mit dieser reagierte der umstrittene Rathaus-Kritiker auf eine Klarstellung des Ortsverbands-Vorstandes, der sich öffentlich von Vauk distanziert hatte (der Kreisbote berichtete am Mittwoch). Unter anderem wirft Vauk dem Ortsverbands-Vorstandsmitglied und stellvertretendem Kreisvorsitzenden Frank Heineke vor, überfordert mit der Parteiarbeit zu sein. So habe Heineke weder auf eine Mail, noch seinen Anruf bzw. Sprachnachricht bezüglich der Gründung einer Ortsgruppe Füssen-Schwangau reagiert.

Heineke keilte postwendend noch am Mittwoch zurück: dass er weder auf die Mail noch auf Vauks Sprachnachricht reagiert habe, liege daran, dass er entschieden habe, die Kommunikation mit Vauk auf offizielle Treffen der ÖDP zu beschränken, schreibt er in einer E-Mail, die dem Kreisboten vorliegt. Dass Vauk „parteipolitisch unterschiedliche Standpunkte jetzt von der sachlichen auf eine öffentliche und persönliche Ebene zieht, ist in meinen Augen nur ein neuer Tiefpunkt bei der Arbeit mit ihm“.

Kreisverband gegen Ortsgruppe

Tatsächlich wächst im Ortsverband der Unmut über Vauk und seine Eskapaden. „Es herrscht eine ungute Stimmung“, so Vorsitzender Roland Brunhuber auf Nachfrage unserer Zeitung. „Er meint, er muss sich nicht an Vorgaben des Verbands halten.“ Die von Vauk geplante Gründung einer neuen Ortsgruppe habe der Kreisverband am 29. November abgelehnt. „Wir vom Kreisverband sind nicht bereit, das zu tolerieren.“ Eine Zustimmung des Kreisverbandes sei laut Satzung aber erforderlich. Somit sei das Thema Ortsgruppe einstweilen vom Tisch.

Das bestätigt auch Vauk. Allerdings schreibt er von „sichtbar gewordenen Verständigungsschwierigkeiten“ mit dem Ortsverbands-Vorstand. Er und seine Mitstreiter wollen sich deshalb „noch einmal beraten und gegebenenfalls zu einem anderen Zeitpunkt die Loslösung vom Ortsverband anstreben“, heißt es in seiner E-Mail. Die dafür erforderlichen Schritte will er nun aber der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Petra Stemplinger und Kreisschatzmeister Roland Wagner mitteilen, um Brunhuber und Heineke „nicht zu überfordern“.

Wie lange die ÖDP sich Vauks Eskapaden noch anschauen wird, bleibt indes abzuwarten. „Es ist einiges am Laufen“, deutete Brunhuber an, ohne mehr sagen zu wollen. Er gehe aber davon aus, dass es bei der nächsten Vorstandswahl zu Veränderungen kommen wird.

Matthias Matz

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