Bahnhofsneubau: Hat Bürgermeister Iacob eigene Mitarbeiter unter Druck gesetzt?

"Eine Unverschämtheit, die haut mich um"

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Füssens Bürgermeister Paul Iacob weist die Vorwürfe zurück.

Füssen – Im Streit um die Gestaltung des neuen Bahnhofs wird der Ton rauer: Harald Vauk, Initiator der Bürgerbegehren gegen die Pläne von Hubert Schmid, wirft Bürgermeister Paul Iacob (SPD) in einer Rundmail vor, städtische Angestellte unter Druck zu setzen, sich nicht an dem Begehren zu beteiligen.

Iacob weist die Vorwürfe zurück. Gleichzeitig wurden am Wochenende Details zu den neuen Planungen bekannt. 

In einer „offenen Mail“ an die Stadträte und Vertreter von Hubert Schmid vom Freitagnachmittag äußert Harald Vauk, der derzeit vier Bürgerbegehren gegen die Neubaupläne der Firma Hubert Schmid betreibt, den Verdacht, Bürgermeister Iacob habe städtische Mitarbeiter und deren Familien unter Druck gesetzt, sich nicht an dem Bürgerbegehren zu beteiligen. „Beim Sammeln der Unterschriften stoßen wir immer wieder auf Angehörige von städtischen Angestellten, die nur ungerne unterzeichnen möchten“, so Vauk. „Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass sie Repressalien oder Animositäten gegen ihre Angehörigen befürchten“, schreibt er weiter. Mitarbeiter der Verwaltung hätten ihm bestätigt, dass „diese Vermutung im Bereich des Möglichen liegen könnten“. Einige hätten darauf verwiesen, „dass Herr Iacob wohl noch ein paar Jahre ihr Chef sein könnte“. 

Gegenüber dem Kreisboten wies Iacob die Vorwürfe am Montagmorgen entschieden als haltlos zurück. „Ich habe nie zu diesem Thema mit irgendeinem meiner Angestellten außer Herrn Rist (Hauptamtsleiter, Anm.d.Red.) gesprochen“, betonte Iacob auf Anfrage. Vauks Verdächtigungen und die Art und Weise, wie er diese vorbringe, sei „eine Unverschämtheit, die haut mich um“, sagte er. „Das ist absolut unter der Gürtellinie, eine ganz miese Art“, kritisiert der Füssener Rathauschef Vauks Rundschreiben weiter. Gleichzeitig bestätigte er Informationen des Kreisboten, wonach das neue Bahnhofgebäude statt des bisher geplanten Flachdachs ein Satteldach bekommen soll. 

Darauf hat sich der Arbeitskreis (AK) „Bahnhof“ vergangene Woche geeinigt, wie er erklärte. Vor allem die Ostseite des Gebäudes soll sich mit mehreren Giebeln besser in das Bild der Altstadt einfügen. Außerdem soll der Eingangsbereich markanter gestaltet werden. Im Arbeitskreis sei das auf breite Zustimmung gestoßen. Iacob selbst spricht von einem „guten Ergebnis“. Die Parkplätze seien jetzt nördlich des Bahnhofgebäudes, östlich davon (Behindertenparkplätze) und im Süden (für Bahnkunden) vorgesehen, so Iacob weiter. Da seinen Angaben zufolge keine weitere Sitzung des AK geplant sei, werde dieser Entwurf so am 27. Januar dem Stadtrat vorgelegt.

Matthias Matz

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