Hauptthema: Forstwirtschaft

„Unser Hauptthema ist heute die Forstwirtschaft“, sagte Landtagsabgeordnete Angelika Schorer zu Beginn einer CSU-Veranstaltung im Nesselwanger Pfarrheim. Vorsorglich betonte sie aber, wohl wissend, welche Sorgen die zahlreichen anwesenden Landwirte haben, dass man sich natürlich auch dem Thema Milchpreis nicht verschließen werde.

So gab es dann auch im Rahmen des forstwirtschaftlichen Fachgesprächs mit dem Bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, auch viele kritische Töne zur Marktsituation von Milcherzeugnissen. Nach der Begrüßung durch den Nesselwanger CSU-Vorsitzenden Helmut Gockel sowie den zweiten Bürgermeister Gerhard Straubinger hielt Minister Brunner zunächst sein Eingangsreferat zur Situation der bayerischen Forstwirtschaft. Zu Beginn betonte er aber, dass er aus Regen stamme, einem Gebiet mit dem Allgäu sehr ähnlicher landwirtschaftlicher Struktur. Er selber habe früher einen Betrieb mit 30 Milchkühen, forstwirtschaftlicher Nutzung und Feriengästen geführt und kenne die Alltagssorgen der Landwirte. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise schlage inzwischen auch auf die heimische Forst-, Holz- und Papierindustrie durch. Es müsse daher unbedingt gelingen, die Holzverwendung im eigenen Land wieder anzukurbeln. Mehr denn je sollten bestehende Kooperationen und Netzwerke in der Forst- und Holzbranche aktiviert sowie neue Initiativen angeregt werden. In diesem Zusammenhang nannte der Minister die erfolgreich gestartete Initiative "Forst und Holz in Bayern". Der Klimawandel und die damit verbundene Sorge um den Fichtenbestand erfordere eine möglichst schnelle Umgestaltung des Waldes, denn "wir wollen unsere Wälder intakt an die nächste Generation weitergeben". Im Doppelhaushalt des Freistaates stünden dieses Jahr 39 Millionen Euro für forstliche Förderung bereit, davon über 25 Mio für den Umbau gefährdeter Nadelholzreinbestände in klimatolerante Mischwälder. Im Weiteren informierte Brunner über die "Bergwaldoffensive" mit Schutzwaldsanierung und verkündete sein Credo: „Wald vor Wild. Ich will keinen Wald ohne Wild, aber einen möglichst ohne Zäune“. Zum Wegebau forderte er eine bedarfsgerechte Erschließung ohne "völlig überzogene" Ausgleichsmaßnahmen. Ausdrücklich lobte der Minister die "professionelle Arbeit" der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse, die Forstberater sowie die Forstreform, die durch eine "Evaluierung" feinjustiert aber nicht in Frage gestellt werde. Auf Anregung von Angelika Schorer informierte Forstbeamter Gerhard Limmer ausführlich über das Walderlebniszentrum Ziegelwies und bat den Minister um Unterstützung. „Ich kann nicht etwas finanziell unterstützen, was der Wirtschaftsminister gern gefördert hätte“, antwortete Brunner nicht ohne Ironie und fügte an: „Sie haben mein volles Wohlwollen, aber für ein solches Projekt müsste sich doch auch ein privater Investor finden lassen“. Die Liquidität von Sägewerken, lange Genehmigungszeiten beim Wegebau sowie die Förderung von Waldwegsanierungen waren zunächst die Diskussionsthemen. Einen breiten Raum nahm die Diskussion über die finanzielle Situation der Milchbauern ein, wobei immer wieder eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber der EU oder anderen Bundesländern durchklang. Der Minister betonte, dass er in dieser Angelegenheit einen ganz anderen Weg verfolge, der aber den Bauern nur marginale Hilfen bringen könne. „Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht zaubern kann", betonte er, "tue aber alles im Rahmen meiner Möglichkeiten". Ein Appell zu mehr Eigenverantwortlichkeit ging an Landwirte, die Quoten veräußert hätten und jetzt zuviel Milch lieferten. Mit einer Riesenflasche Nesselwanger Bier bedankte sich die Abgeordnete Angelika Schorer am Schluss der Veranstaltung bei Minister Brunner.

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