Stadtrat stimmt für strengere Regeln für Straßenmusiker

Verliert Füssen seine Leichtigkeit?

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Für Straßenmusiker gelten in Füssen nun klipp und klare Regeln.

üssen – Der Füssener Stadtrat hat am Dienstagabend einer Satzungsänderung für die Innenstadt zugestimmt. Diese sieht für die Zukunft deutlich strengere Regeln für die zahlreichen Straßenmusiker und Straßenkünstler in der Fußgängerzone vor als bisher.

So müssen die Straßenmusiker und -künstler sich künftig zunächst mit ihrem Personalausweis in der Stadtverwaltung anmelden und eine Gebühr in Höhe von 15 Euro zahlen. Auftreten dürfen sie künftig nur noch an festgelegten Plätzen – am Stadtbrunnen, am Schrannenplatz, am Brotmarkt, am Kaiser-Maximilian-Platz und am Mädchenbrunnen. 

Darüber hinaus dürfen sie in Zukunft nur noch eine Stunde spielen, ehe sie weiter ziehen müssen. Auf Vorschlag von Andreas Ullrich (FW) und Jörg Umkehrer (Grüne) verständigte sich das Gremium in diesem Zusammenhang darauf, dass dieser Standortwechsel jeweils zur vollen Stunde stattfinden soll. D

ie Satzungsänderung sieht außerdem vor, dass die Musikanten schließlich nur noch an fünf Tagen im Monat zwischen 10 und 21 Uhr auftreten dürfen. An Sonn- und Feiertagen sowie bei Großveranstaltungen gelten dagegen andere Regeln (siehe Infokasten). Wer gegen diese verstößt, muss 20 Euro Strafe zahlen. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) betonte einmal mehr, dass die Verwaltung die Straßenmusik nicht verbieten wolle. „Es soll weiterhin diese Unterhaltung geben, das gehört zum Leben dazu“, sagte er. Aber Regeln müssten her, da es in der jüngeren Vergangenheit im Rathaus häufiger Beschwerden über die immer zahlreicher werdenden Musikern gegeben habe (der Kreisbote berichtete). 

Leichtigkeit verloren 

Kritik an der Satzungsänderung wurde vor allem von Seiten der Stadträte Magnus Peresson (UBL/FDP) und Gabriel Guggemos (Füssen-Land) laut. Während Guggemos beklagte, „wir haben die Leichtigkeit verloren“ und für mehr Toleranz warb, hätte Peresson beinahe einen Eklat verursacht. Dass sich die Musiker künftig mit einer farbigen Karte kenntlich machen müssen, erinnere ihn an längst vergangene Zeiten. „Das hatten wir in diesem Land schon mal mit gelben Armbinden“, sagte er. „Weniger Rigorosität täte uns ganz gut“, so Peresson weiter. 

Bürgermeister Paul Iacob wiederum wies Peresson deutlich in die Schranken, weil dieser im Bauausschuss im Zusammenhang mit der neuen Satzung von „inquisitorischer Härte“ gesprochen hatte. Das sei eine Beleidigung gegenüber den Mitarbeitern der Verwaltung, so Iacob. Peresson solle sich erst einmal informieren, was denn die Inquisition tatsächlich gewesen sei, bevor er solche Vergleiche ziehe. 

Kompromisslösung 

Gemäßigtere Töne, die die Gemüter im Sitzungssaal des Rathauses schnell wieder beruhigten, schlugen dagegen Ilona Deckwerth (SPD, „Das ist eine Kompromisslösung.“) sowie Heinz Hipp von der CSU an. Er appellierte: „Wir sollten das ideologische Schlachtfeld wieder verlassen.“

Matthias Matz

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