Beim 15. Starkbierabend in Lechbruck laufen alle Beteiligten zur Hochform auf

Zünftiges Jubiläum

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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.
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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.
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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.
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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.
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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.
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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.
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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.
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Einen heiter-deftigen Abend mit dem "Kini", "Helmutti" und den "Hells Angels" erleben die Zuschauer beim Starkbierabend in Lechbruck.

Lechbruck – Ein Jubiläum gab es beim Starkbierabend zu feiern: Vor 15 Jahren veranstaltete der Kampfplatzverein den ersten Starkbieranstich in der Lechhalle. Heuer stand aber ein wahrer „Kini“ auf der Bühne statt des Nepomuks und beim Singspiel gab’s eine anmutige Kulisse.

Der Starkbierabend sei die ungeschönte Version der Gemeindepolitik, meinte Reinhold Reichart zur Begrüßung. Wie auch in den vergangenen Jahren ließ es sich der Vorstand des „Kampfplatzvereins“ – der Name sagt schon alles aus – nicht nehmen, das eine oder andere Thema, das die Lechbrucker bewegt, zu kommentieren. Auch wenn die Jubiläumsveranstaltung von der einen oder anderen Malaise geplagt wurde, legte der „Rotsch“, wie Reichart im Gai heißt, einen guten Grundstein für das was folgen sollte. 

Selbst wenn das diesmal ein wenig aus dem Rahmen fiel. So fehlte der „Helmutti“ diesmal, sogar sein Handy war aus, wie Stefan Fichtl mittels Anruf feststellen musste: „The person is not available“. Seine Aussage, dass das so nur noch ein fader Abend werden könne, hätte so wohl jedermann im Saal unterschrieben. Und auch sein Alter Ego, Helmut Angl, war nicht ganz bei der Sache. 

Schließlich brauchte der Rathauschef heuer mehr als nur einen Sicherheitsschlag, damit das Bier des Apostels Paulaner in die Krüge fließen konnte. Noch bevor Fastenprediger „Nepomuk“ die Bühne erklomm, wurde klar, dass die Starkbierrede diesmal eine andere würde. So stand kein Rednerpult bereit, sondern eine Art Thron und das Publikum bekam mit, wie hinter den Kulissen diskutiert wurde. Er mache das schon, diesmal allein, war zu hören, und der Nepomuk, werde nicht gebraucht.

Dann hielt er Einzug, der „Kini“ Ludwig II. Denn der Märchenkönig wollte sich von den Gerüchten überzeugen, dass es in Lechbruck einen wahren König gebe. Deshalb habe er sich im Flößerdorf umgeschaut. Anstatt deftiger Nachrichten servierte Fichtl das Neueste aus dem Dorf, verpackt in der Menükarte. Dabei stellte er fest, dass es schon noch ein bisschen mehr brauche, damit Helmut Angl so ein Bauherr werde wie weiland er. Schön aber der Vergleich mit dem Golfplatz. 

Wo das Rathaus auch die letzte Bahn sei. Und wer auch immer auf dieses Loch spiele, es komme –wie im richtigen Leben auch beim Rathaus – nichts mehr heraus, meinte der Kini etwas süffisant.

Immer mehr Touristen

Auch das Gebetshaus im ehemaligen Bankhaus war ihm auf seiner Runde durchs Dorf aufgefallen und er habe sich Gedanken zum Floß auf dem Stausee gemacht. „Da meinen die Leut‘ , I bin a bisserl deppert“, folgerte der Märchenkönig: „Des is scho deppert. A Floss auf am Stausee. Da möchte ich nicht der Kapitän sein“. Zu bedauern seien sie ja, die Lechbrucker, so der Kini weiter. Immer mehr Touristen, die ihr Geld nach Lechbruck brächten. Und damit helfen würden die Schulden abzubauen. „Ihr armen Lecher, ihr habt’s bald keine Schulden mehr“.

Premiere beim Singspiel 

Dass alles anders geworden sei bei der Wende 2008 mussten auch die „Hells Angls“ feststellen. Denn das Singspiel fand diesmal in einer Rockerkneipe statt, wo die Harleyfans und ihre Girls abhängen und über das Leben im Großen und über das Geschehen in Lechbruck im Kleinen sinnieren. Und so standen zum ersten Mal nicht nur die beiden Langenwalder, Ulli und Sepp, und der Fichtl Stefan auf der Bühne. Bianca Burkhart, Martina Ungelert und Nadine Kösl bereicherten das Ambiente und sorgten für die richtige Atmosphäre, als die höllischen Engel in Lederkluft und eingehüllt in die Benzinschwaden ihrer heißen Öfen auf die Bühne kamen.

 In ihren Songs betrauerten sie die gute alte Zeit, als Lechbruck noch Schulden hatte. Und nicht so viele Touristen. „Wo ist denn im Dorf wat los- du Saupreis, schleich di bloß!“, sang Fichtl, ehe er folgenschwer die Konsequenzen zog: „Der Tourismus wird zur Plag‘, i ziag um nach Rettenbach“. Überhaupt, mit dem alten, katholischen Bürgermeister wäre das nicht passiert. Da hätte man 12, 15 Kapellen und drei Kirchen und vielleicht ein Kloster, wäre Lechbruck Wallfahrtsort und nicht Wellnessoase am Lechsee. 

Was den armen Lechern noch blühen könnte, erfuhren sie bei einem Ferngespräch. Denn Fichtl hatte den „Helmutti“ doch noch an die Strippe bekommen, besser gesagt ihn auf den Bildschirm geholt via Laptop. Treibt sich doch der Burgerking (englisch für Bürgermeister) gerade in den USA herum, wo auch ein Geschäftsmann den Ton angibt in der großen Politik. 

So sei nur konsequent, dass der „Helmutti“ sich das ansehen musste und plötzlich erblondet in den Saal grinste. Er lasse sich inspirieren, war zu hören. Schließlich könnte man doch mit dem Aushub der Jakobskapelle sein Relief am Gsteighügel nachbilden – ein Lechbrucker Mount Rushmore quasi.

Oliver Sommer

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