Volles Haus im Museum der Bayerischen Könige

Stetes Spannungsverhältnis

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Kenntnisreich und verständlich referiert Prof. Dr. Hannelore Putz über König Ludwig I. und Leo von Klenze.

Schwangau – Viele Besucher hat jetzt der erste Vortrag des Jahres im Museum der bayerischen Könige angezogen. Während ihres Vortrags „Der König und sein Architekt.

König Ludwig I. von Bayern und Leo von Klenze (1816 bis 1964)” beleuchtete Historikerin Prof. Hannelore Putz das „recht reibungsvolle Verhältnis“ zwischen dem Monarchen und seinem Baumeister. Gleichzeitig machte Putz ihren gut 60 Zuhörern aber auch deutlich, dass sich dies „nicht negativ auf die Produktivität“ des Architekten ausgewirkt habe. 

Dieses „stete Spannungsverhältnis“ zwischen den beiden prominenten Persönlichkeiten habe ganz im Gegenteil ziemlich reiche Früchte getragen. Das ist heutzutage nicht nur in München deutlich zu sehen. Dort hatte Ludwig einst bereits als junger Kronprinz begonnen, die Stadt mit Klenzes Hilfe zu einem europaweit bedeutenden Kunstzentrum des 19. Jahrhunderts zu entwickeln. 

Davon künden unter anderem die Alte Pinakothek, die Glyptothek, die bayerische Ruhmeshalle an der Theresienwiese, die Propyläen und große Teile der Ludwigstraße. Sein internationales Renommee erlangte Klenze, dem Ludwig später den Adelstitel verlieh, außerdem mit Bauwerken wie der Walhalla bei Donaustauf, der Befreiungshalle bei Kelheim sowie Bauten in Russland und England. Ludwigs Verhältnis zu Klenze war jedoch von zahlreichen Meinungsverschiedenheiten geprägt. Das stete Machtbewusstsein des Monarchen traf dabei auf die künstlerische „Eitelkeit“ des Architekten, der schließlich zum königlichen Hofbauintendanten aufgestiegen ist. 

Ludwig, der von 1825 bis 1848 als König Ludwig I. Bayern regierte, wäre deshalb immer daran gelegen gewesen, deutlich zu machen, wer der „Herr im Haus“ ist. Nach Putz´ Meinung sei der König zudem „ein aktiver Auftraggeber“ gewesen, der sich sowohl bei der Planung als auch bei der Realisierung von Bauvorhaben häufig eingemischt hätte. 

Er sei grundsätzlich der Meinung gewesen, dass Kunst sich den Bedürfnissen anzupassen habe. Dennoch schätzte Ludwig I. von Klenze als „einen großen Baumeister“, wie er anlässlich dessen Todes 1964 erklärte, während er selbst „als Kunstmäzen anerkannt“ werden wollte, wie die Historikerin unterstrich.

lex

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