Höchste Arbeitslosenquote im Allgäu - Anstieg um 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Arbeitslosenquote klettert in Füssen auf 4,3 Prozent 

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Symbolfoto: Besonders in Füssen leiden viele unter der Corona-Pandemie. Dort stieg die Arbeitslosenquote im April auf 4,3 Prozent an und ist damit die höchste Quote im Allgäu

Füssen - Sprunghaft angestiegen ist aufgrund der Corona-Krise die Arbeitslosenquote im Bereich Füssen. Diese kletterte im April auf 4,3 Prozent. Das gibt jetzt die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen bekannt. Damit liegt die Region deutlich über der allgäuweiten Quote von 3,3 Prozent. 

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen hinterlassen deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu. Die im April übliche Frühjahrsbelebung ist in diesem Jahr ausgeblieben. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 3,3 Prozent, informiert die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. In einem April war die Quote zuletzt im Jahr 2013 mit 3,4 Prozent höher. Die sprunghafte Zunahme der Arbeitslosigkeit setzte sich auch in allen Wirtschaftsräumen des Agenturbezirks fort. Im Jahresvergleich verzeichneten sämtliche Regionen einen starken Zuwachs. Besonders ausgeprägt fiel die Zunahme in den Regionen Füssen, im südlichen Oberallgäu und im Landkreis Lindau aus. Denn dort ist der Tourismus besonders ausgeprägt und sorgte in Vor-Corona-Zeiten für weitere Beschäftigung. Zuwächse von 1,6 bzw. 1,4 und 1,2 Prozentpunkten stellen die höchsten Steigerungsraten im gesamten Agenturbezirk dar. Vor einem Jahr belief sich die Arbeitslosenquote in der Region Füssen noch auf 2,7 Prozent. Mit einer Zunahme von 64 Prozent ist Füssen der Spitzenreiter im Allgäu. Im März 2020 belief sie sich noch auf 3,2 Prozent. 

Merklich blieb das Plus auch in den anderen Gebieten, wobei der Wirtschaftsraum Kaufbeuren mit einer Steigerung um 0,5 Prozentpunkte für den niedrigsten Zuwachs sorgte. Weiterhin die günstigsten Arbeitslosenquoten meldeten die Regionen Mindelheim, Memmingen und Marktoberdorf mit Werten von 2,8 und 2,9 Prozent.

Starker Anstieg bei Kurzarbeit

„Arbeitnehmer und Betriebe stehen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Wir wollen alle Betroffenen in dieser besonderen Situation unterstützen und durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld Entlassungen von Beschäftigten möglichst vermeiden“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. 

„Bis Ende April hat nahezu jeder dritte Betrieb, der in der Region mindestens einen Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig beschäftigt, Kurzarbeit angezeigt. In dieser schwierigen Zeit setzen wir alles daran, Leistungen zum Lebensunterhalt so zügig wie möglich auszuzahlen. Wir haben dazu im laufenden Betrieb Personalverschiebungen in die stark geforderten Bereiche vorgenommen.“

Nach Angaben der Agentur nutzen Unternehmen aktuell in starkem Maß die Möglichkeit der verkürzten Arbeitszeit um wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 ihre Beschäftigten im Betrieb zu halten. Von Mitte März bis Ende April haben im Allgäu insgesamt 6954 Betriebe eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit für mindestens einen Teil der Mitarbeiter angezeigt. Im Ostallgäu sind davon 1320 Betriebe betroffen. Im Vergleich zum März hat die Zahl nochmals stark zugenommen. Seinerzeit hatten 3.700 Betriebe eine Arbeitszeitverkürzung mitgeteilt.

Im April des vergangenen Jahres spielte das Thema Kurzarbeit auf dem Arbeitsmarkt dagegen keine Rolle. Seinerzeit hatten nur 15 Betriebe eine entsprechende Anzeige bei der Agentur für Arbeit hereingegeben. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 waren vor allem Industriebetriebe von der Krise betroffen. Dieses Mal spüren nahezu alle Branchen betriebliche Einschränkungen. Neben Produktionsbetrieben arbeiten Handel, Gaststätten, Hotels, Dienstleister und viele weitere Bereiche mit reduzierter Kraft.

Ausblick 

Auch nach ersten Lockerungen steht die Gesellschaft weiterhin vor großen Herausforderungen. Kleine Geschäfte sind seit wenigen Tagen geöffnet, Mitarbeiter dieser Betriebe kehren an ihren Arbeitsplatz zurück. Die Unsicherheit, wie lange die Corona-Pandemie anhält und auch den Arbeitsmarkt stark beeinträchtigt, bleibt weiter bestehen. Agentur für Arbeit und Jobcenter priorisieren nach wie vor die Zahlung von Geldleistungen an Betriebe und Bürgerinnen und Bürger, um den Lebensunterhalt zu gewährleisten. Die weitere gezielte Öffnung von Wirtschaftsbereichen führt zur Aufnahme zusätzlicher Beschäftigung – sofern Abstands- und Hygienevorschriften konsequent eingehalten werden und dadurch die Pandemie auch eingedämmt werden kann, so die Agentur für Arbeit. 

kb

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