Leidenschaft und Authentizität

Furioses Ende des Musicals Hard-Rock-School am Gymnasium Hohenschwangau: Die Sänger- und Tänzerinnen nach der eingeforderten Zugabe. Foto: nis

Hohenschwangau – Mit einem Highlight ging jetzt das Schuljahr am Gymnasium Hohenschwangau zu Ende: An zwei Abenden füllten Interessierte vergangene Woche die Turnhalle, um die Premiere des Musicals „Hard-Rock-School“ mitzuerleben.

Sie wurden nicht enttäuscht. Das Stück, konzipiert wie Mamma Mia und ein wenig wie Westsidestory, erzählt eine Geschichte aus dem Schul- bzw. Internatsalltag mit klassischen Pop- und Rocksongs der 80er Jahre. Schüler treffen sich fast täglich im Hard-Rock-Café. Um die Schülerin Stacy (Daniela Straub, 9. Klasse), bildet sich eine Gruppe, die die Schulqueen bewundert. Insbesondere, wenn es um Jungs geht, ist sie den anderen voraus. Gnadenlos gut die Kostüme der Jungs: schwarze enge Hosen, weißes Hemd und coole Sonnenbrillen à la Blues Brothers. 

Nachhilfe im Schattenspiel dargestellt 

Das Gegenstück zur Schoolqueen ist Rachel (Samantha Komlangan, 9. Klasse), ein Mauerblümchen, ernst, hilfsbereit, verträumt, gut auszunutzen und auf gar keinen Fall in der angesagten Clique, immer Außenseiterin. Ein neuer Schüler, Peter (Elias Hermann, 8.Klasse), taucht im Hard-Rock-Cafe auf. Klar, dass sich Stacy gleich an ihn ranmacht. 

Alles könnte seinen gewohnten Gang nehmen, käme da nicht der Brief der Eltern an Stacy, dass alle Zuwendungen gestrichen werden, inklusive Handyrechnung, bis die auf der Kippe stehende Versetzung nicht mehr gefährdet ist. Also wird Rachel umgarnt, der Queen Nachhilfe in Mathe und Deutsch zu geben. Und Rachel lässt sich überreden. Hier ist dem Musicalteam eine brillante Idee eingefallen: ein Schattenspiel. Hinter dem weißen Vorhang vor der Bühne sitzen rechts die beiden Schülerinnen an einem Tisch und lernen, während auf der linken Seite der Unterstufenchor (5. bis 7. Klasse) sich im Rhythmus von Pink Floyds „Another Brick in the Wall“ vor und zurück bewegt. 

Gesang und Tanz kommen an 

Der Saal war nicht mehr zu halten, alle sangen mit. Dramatisch wird es, als Peter dahinter kommt, dass die Liebesgedichte von Stacy nicht von ihr selbst, sondern von Rachel geschrieben wurden. Und so kommen sich Peter und Rachel näher. Unglaublich die Stimme von Samantha Komlangan, in der sich die Emotionen wiederfinden. Auch ihr Tanz, die Körpersprache überzeugen, nichts scheint einstudiert. 

Da hatte es Daniela Straub schon schwerer, insbesondere im ersten Akt: zweimal fiel während ihres Solos kurz die Mikrofonanlage aus, kaum ein Ton war zu hören. Diese Schrecksekunden überstand sie aber gut, bis der Ton wieder da war. Der Tontechniker wechselte in der Pause das Mikro aus. Während der gesamten Aufführung spielte die Schul- und Musicalband in der Gerätekammer der Turnhalle. Sie lieferten aber trotzdem eine super Leistung ab. 

Zum großen Finale sprangen alle auf die Bühne: Schulchor, Musiker, Techniker, Darsteller und die Lehrer, die das Stück konzipiert und geschrieben haben, allen voran die Musiklehrer Michael Köhler und Alexander Schiefele. Schluss-Conferencier war Georg Grimm, der auch das Drehbuch verfasst hatte. 

Kompliment an alle Beteiligten, auch dazu, den Mut gehabt zu haben, ein eigenes Musical aufzuführen, anstatt ein bekanntes einfach nachzuspielen. jl

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