Lob für Sonderausstellung: Reuttener Museumsverein erhält den Museumspreis 2015

"Großartige Arbeit"

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Große Freude beim Museumsverein für den Bezirk Reutte: Obmann Ernst Hornstein (rechts) und Museumsleiter Ulrich Kößler bei der Übergabe des begehrten Museumspreises durch Kulturlandesrätin Beate Palfrader.

Reutte – Vergangene Woche verlieh Kulturlandesrätin Beate Palfrader die höchste Auszeichnung des Landes Tirol im Museumsbereich an den Museumsverein des Bezirkes Reutte. Prämiert wurde mit dem Museumspreis 2015 die Sonderausstellung „Für Kaiser und Vaterland? – Der Erste Weltkrieg aus Außerferner Sicht“.

Der Preis ist mit 6000 Euro dotiert. Die Verleihung fand im „Grünes Haus“ in Reutte statt. Der Preis wird auf Vorschlag des Kulturbeirates für Denkmalpflege und Museumswesen seit 1996 jährlich als Anerkennung für die zumeist ehrenamtlichen Leistungen im Museumsbereich und als Auszeichnung für die Qualität der Präsentation, des Betriebs und des Umgangs mit den Sammlungen vergeben.

 Die Sonderausstellung in Reutte erzählt die Geschichte des Ersten Weltkriegs aus der Perspektive von zwei Außerferner Soldaten. Als Quelle dienen deren Kriegstagebücher. Darüber hinaus geben Ausstellungsstücke aus der eigenen Sammlung, aber auch verschiedene Leihgaben von Privatpersonen, tiefe Einblicke in die Ereignisse im Markt Reutte und die Geschichte der Standschützen im Bezirk in jener kriegerischen Zeit. Historische Dokumente aus dem Pfarrarchiv Breitenwang und dem Archiv der Marktgemeinde Reutte runden die Präsentation außerdem ab.

Ausstellung an drei Orten

Gezeigt wurde die Ausstellung an drei Orten: Während im Zunftmuseum Bichlbach der Wehrdienst in der k.u.k. Armee und die Geschehnisse im Ort beleuchtet wurden, beschäftigte sich die Teilausstellung im Burgenmuseum Ehrenberg mit den Standschützen, die am Gelände der Ruine Gefechtsübungen abhielten. Der Hauptteil der Ausstellung spielt sich allerdings auf zwei Etagen im Museum im „Grünen Haus“ ab.

Dazu wurde ein umfassendes und interessantes Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen und Lesungen aus den beiden Kriegstagebüchern angeboten „Die Ausstellung ist mit sparsamsten Mitteln, großem Engagement und einer gewissen Bescheidenheit gestaltet“, zitiert Landesrätin Beate Palfrader die Begründung des Kulturbeirates, der den Preisträger nominiert hat.

Keine Anmaßung

Die Ausstellungsmacher hätten sich nicht angemaßt, den „Großen Krieg“ umfassend zu erklären, sondern hatten das Publikum exemplarisch immer wieder zur Wahrnehmungsperspektive der beiden Soldaten aus dem Bezirk wie zu einem Spiegel geführt. In seiner Laudatio machte Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor des Tiroler Landesmuseums, deutlich, dass mit der Reuttener Ausstellung etwas Direktes für die Region, das auch nachvollziehbar ist, geschaffen wurde. „Ich zolle ihnen Respekt für die großartige Arbeit, die sie trotz spärlicher Ressourcen eindrucksvoll gestaltet haben“ sagte Meighörner.

ed

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