Karl Altstetter aus Schwangau erhält Bayerische Verfassungsmedaille

Dank für großen Einsatz

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Landtagspräsidentin Barbara Stamm zeichnet Karl Altstetter für sein ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Schwangauer und Ostallgäuer Vereinen aus.

München/Schwangau – Trotz einer Gehbehinderung engagiert sich der Karl Altstetter seit vielen Jahren in zahlreichen Ehrenämtern für das Allgemeinwohl und ist vor allem im Versehrtensport aktiv. Dafür zeichnete ihn vergangene Woche Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit der Verfassungsmedaille aus.

Altstetter ist unter anderem Mitglied beim Allgäuer Versehrtensportverband sowie Gründungsmitglied des Versehrtensportvereins Füssen und dort seit 40 Jahren als Übungsleiter tätig. Zudem hat er in den vergangenen Jahrzehnten selbst an vielen Sportwettkämpfen teilgenommen und von 1980 bis 2012 zahlreiche Sportabzeichen-Prüfungen abgenommen.

Seit über sechs Jahrzehnten ist er außerdem Mitglied der Wasserwacht Schwangau, wo er aktiv am Vereinsleben teilnimmt und diverse Veranstaltungen mitgestaltet.

Soziale Verantwortung

Auch im sozialen Bereich übernimmt der Schwangauer seit langer Zeit Verantwortung. So ist er seit 1956 Mitglied des VdK und bekleidet in der Ortsgruppe Schwangau–Buching das Amt des 1. Vorsitzenden. In dieser Eigenschaft vertritt er den Verein bei wichtigen Anlässen, unter anderem nimmt er die Kranzniederlegung am Volkstrauertag vor.

Beruflich war Altstetter als Krankenpfleger und OP-Assitent tätig. Mit der Auszeichnung Altstetters geht die Bayerische Verfassungsmedaille in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nach Schwangau. Im Vorjahr 2014 wurde Prinzessin Christa von Thurn und Taxis als Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes ausgezeichnet.

Über 40 Geehrte

Insgesamt zeichnete der Bayerische Landtag in München vergangene Woche über 40 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Bayern aus. Das Parlament ehrte damit bereits zum 54. Mal seit 1961 Personen, die in herausragender Weise zum Zusammenhalt der Menschen in Bayern beitragen, sich aktiv für die Werte der Bayerischen Verfassung einsetzen und diese in vielfältiger Weise mit Leben erfüllen. „Wahrscheinlich hat niemand von Ihnen, der heute ausgezeichnet wird, sein Engagement mit dem festen Vorsatz begonnen, etwas für unsere Bayerische Verfassung zu tun“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm in Richtung der Geehrten.

„Und ganz bestimmt engagiert sich niemand von Ihnen aus dem Grund, um irgendwann einmal mit einem Orden wie der Verfassungsmedaille ausgezeichnet zu werden“, so Stamm weiter. „Nein: Sie tun all das, weil Sie es für selbstverständlich erachten!“

Renate Schmidt hält Festvortrag

Den anschließenden Festvortrag hielt Bundesministerin a.D. Renate Schmidt zum Thema „69 Jahre – von Alter keine Spur. Zur Aktualität der Bayerischen, Hoegnerschen Verfassung im Jahr 2015“. Sie betonte eingangs: „Unsere bayerische Verfassung ist eine besondere, eine wunderbare, eine liebens- und achtenswerte“ und hob die Entstehungsgeschichte durch Wilhelm Hoegner im schweizerischen Exil hervor.

Explizit ging sie auf mehrere Artikel ein, so die Artikel 125, 131 und 132: „Für mich als ehemalige Familienpolitikerin ist es zum Beispiel der Satz‚ ‚Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes‘. Sie haben Anspruch auf Entwicklung zu selbstbestimmungsfähigen und verantwortungsfähigen Persönlichkeiten‘.“ In der bayerischen Verfassung seien Kinder nicht nur, wie im Grundgesetz, sprachliche Objekte, sie seien Subjekte und eigenständige Personen und sie hätten Ansprüche, also eigene Rechte. „Kindergrundrechte, für die auf Bundesebene seit mehr als einem Jahrzehnt vergeblich gekämpft wird“, so Schmidt.

Pflicht zur Mitmenschlichkeit

Darüber hinaus hob Festrednerin Schmidt die Pflicht zur Mitmenschlichkeit – niedergeschrieben in den Artikeln 121 und 122 – hervor und spannte den Bogen zu den jetzt Ausgezeichneten „Es geht in beiden Artikeln darum, daran zu erinnern, dass wir unsere eigene Verantwortung nicht beim Staat und seiner Bürokratie abgeben dürfen, dass ein Staat nur durch das Engagement seiner Bürger und Bürgerinnen ein lebens- und liebenswerter Staat wird“, betonte sie. Die 40 Geehrten aus ganz Bayern hätten das erkannt und sich neben ihren beruflichen Leistungen in vielfältiger Weise ehrenamtlich engagiert.

kb

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