Erste konkrete Schritte

Hohe Kosten: Stadtrat beschließt weitere Arbeiten im Sportpark Weidach

Füssen Sportplatz Weidach
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1,4 Millionen Euro will die Stadt für die Gestaltung des Sportparks im Weidach ausgeben.
  • vonKatharina Knoll
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Füssen – Um die weitere Entwicklung des Sport- und Freizeitareals Weidach voranzutreiben und in geordnete Bahnen zu lenken, hat der Stadtrat jetzt einstimmig Tiefbau-, Beleuchtungs- und Zaunarbeiten in einem Kostenumfang von 1,4 Millionen Euro genehmigt. Eine Summe, die den Stadträten Dr. Martin Metzger (BfF) und Niko Schulte (Füssen-Land) beim Blick auf die knappe Stadtkasse jedoch Bauchschmerzen bereitete.

„Jetzt geht es um die Einzäunung“, informierte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) den Stadtrat. Aktuell müssten die Bauabschnitte in Angriff genommen werden, die in direkten Bezug zu den Fußball- und Baseballvereinen stehen. So müsse das Jugendspielfeld verschmälert werden, was die Stadtverwaltung bereits mit dem FC Füssen abgesprochen habe. Ziel sei, den Platz Ende September mit Beginn der neuen Wettbewerbssaison in Betrieb nehmen zu können. Mit diesen und den Leitungsbauvorarbeiten eng verknüpft sind die Zaunanlagen, Fundamente der Flutlichtbeleuchtung und Wegeverbindungen. Sie zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff zu nehmen, wäre deutlich aufwendiger. Doch bereits jetzt werden die Arbeiten der Stadt rund 1,4 Millionen Euro kosten.

Bereits im Dezember hatte sich der Stadtrat dafür ausgesprochen, dass der Radweg künftig außerhalb des Skateplatzes unmittelbar entlang der B16/Sebastianstraße verlaufen soll (der Kreisbote berichtete). Um dafür eine Förderung zu bekommen, müsse er 2,5 Meter statt der ursprünglich geplanten 1,6 Meter breit werden, erklärte Eichstetter. Dafür müsse die Stadt den Zaun der Sportanlage etwas nach hinten versetzen.

„Bei der Wertstoffinsel sind wir am Prüfen, ob das der richtige Standort ist“, meinte der Bürgermeister. Diese wollte die Stadtverwaltung im Schwedenweg eigentlich in Richtung Süden rund 40 Meter weiter weg von den Wohnhäusern versetzen. Doch in der Dezembersitzung hatten die Stadträte der Freien Wähler das abgelehnt. Dies sei wegen der dadurch zu befürchtenden Wespen für die Kinder auf dem nahe gelegenen Spielplatz nicht zumutbar, hatte Christine Fröhlich damals erläutert. „Am meisten Sinn würde es weiter hinten machen. Ob das möglich ist, kommt noch auf“, so der Rathauschef.

Parkdeck muss her

„Das Jugendhaus hängt am Parkdeck“, informierte Eichstetter weiter. Ein Phantomgerüst dafür wurde mittlerweile, wie bereits berichtet, aufgestellt. „Dann können wir in die nächsten Planungsschritte gehen.“ Denn: „Ohne Parkdeck ist das Jugendhaus dort nicht realisierbar.“ Direkt am Haus sei nur ein Mitarbeiterparkplatz und die Anlieferung erlaubt. „Alles andere ist nicht zulässig.“

Das ging FWF-Stadtrat Thomas Scheibel allerdings nicht schnell genug. Er regte an, zwei Container zu mieten und am Skateplatz aufzustellen. Schließlich seien die Kinder und Jugendlichen vor allem dort, während sich die Betreuer im Jugendtreff in der Von-Freyberg-Straße aufhalten.

Keine Schnellschüsse

Doch dem erteilte Hauptamtsleiter Peter Hartl eine Absage. „Für alles brauchen wir einen Bebauungsplan.“ Außerdem erinnerte er daran, dass die Stadt erst den Mietvertrag für das Jugendhaus verlängert habe. „Das gehört vernünftig geplant“, meinte er mit Blick auf das Sport- und Freizeitareal.

Gleicher Meinung war der Rathauschef. „Bitte kein Schnellschuss!“, appellierte er. „Wir sind dran. Es geht leider nicht schneller.“ Schließlich müsse die Stadtverwaltung in dem Bereich derzeit viel aufarbeiten. „Ich will das da unten endlich sauber haben“, sagte Eichstetter. „Wir haben viele Termine zu dem Thema.“ In den kommenden Monaten möchte die Stadtverwaltung hier ein nachhaltiges Projekt auf die Beine stellen. Gleichzeitig müsse die Stadt aber schauen, welche Kosten dabei auf sie zukommen.

Falsche Informationen?

Das Projekt sei von Anfang an „hoppla hop durchgegangen“, bestätigte Niko Schulte (Füssen-Land). „Die Gelder, die wir zahlen, damit wir's so haben wie wir es brauchen, sind gewaltig“, meinte er mit Blick auf die rund 1,4 Millionen Euro. Dabei sinken derzeit die Steuereinnahmen. „Wie wollen wir das finanzieren?“, fragte er deshalb. Etwas differenzierter bewertete Jürgen Doser (FWF) die Sache. Der Stadtrat habe damals auf Basis der Informationen, die ihm vorlagen, seine Entscheidungen gefällt. „Im Nachhinein waren das Fehlinformationen“, so Doser. Nun müsse der Stadtrat das bereinigen. Aber alle Investitionen darüber hinaus würden in den kommenden zwei Jahren nicht gehen. „In drei bis fünf Jahren sollten wir das Gesamtprogramm haben. Aber davor ist das nicht machbar, weil wir das Geld nicht haben.“

Ähnlich sah das Dr. Martin Metzger (BfF). Die Stadt sollte sich bei diesem Projekt auf ein Minimum der Maßnahmen konzentrieren. „Das Parkdeck können wir in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht bezahlen. Es gehört an dieser Stelle zurückgestellt.“

Etwas anders bewertete Erich Nieberle (SPD) die Lage. „Die Finanzierbarkeit sollten wir nicht am Jugendhaus aufmachen“, meinte er. Schließlich sei die Jugendarbeit eine Pflichtaufgabe der Kommune. Aber auch er sprach sich dafür aus, das Ganze planvoll anzugehen.

Abschließend gab der Stadtrat einstimmig grünes Licht für die geplanten Investitionen für die kommenden Bauabschnitte.

kb

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