Blaue Bühne: Marianne Sägebrecht unterhält mit Gedichten das Publikum

Ein Plädoyer für das Leben

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Großartiges Finale: Josef Brustmann, Andreas Arnold und Marianne Sägebrecht (v. l.) glänzen auf der letzten „Blauen Bühne“ in diesem Jahr.

Schwangau – Hollywood zu Gast hieß es kürzlich in Hohenschwangau. Und das ist sogar für die Wittelsbacher etwas ganz Besonderes, die mit ihrer „Blauen Bühne“ seit fast zwei Jahren viel Kultur am Alpsee präsentieren.

Da dort allerdings eine Marianne Sägebrecht nichts Alltägliches ist, war das Schlossbräustüberl rappelvoll, als die Schauspielerin aus Oberbayern in brillanter Manier Gedichte über Leben, Liebe und Tod vortrug. Dabei wurde sie musikalisch kongenial von Josef Brustmann und Andreas Arnold begleitet.

Der stürmische Beifall der rund 130 Besucher am Ende der gut zweistündigen Lesung mit Musik war wohl ein eindeutiger Beleg dafür, dass das Publikum tatsächlich einen „wunderschönen Abend“ gehabt haben dürfte. Den hatte den Besuchern jedenfalls der Marketingchef des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Thomas Günter, zuvor gewünscht. 

Er bezeichnete die Protagonisten der letzten „Blauen Bühne“ dieses Jahres denn auch als „sehr bedeutende Künstler“. Und die legten von Anfang an los wie die Feuerwehr, was ihre leidenschaftliche Darbietung von vertonten Texten von bekannten Dichtern wie etwa Joseph von Eichendorff, Georg Trakl, Bert Brecht, Hermann Hesse, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Werner Bergengruen und Friedrich Hebbel anging.

Meditativ und euphorisch 

Das galt immerhin auch, obwohl der erste Teil „eher meditativ“ gehalten war, wie Sägebrecht angekündigt hatte, wogegen sie den zweiten Teil mit „Euphorie pur“ überschrieb. Mit Klavier, Zither und Mundharmonika (Brustmann) beziehungsweise Saxophon und Klarinette (Arnold) sorgten die beiden Musiker in virtuoser Weise für den richtigen Nachklang von Sägebrechts pointiert vorgetragenen Worten. 

Da wirkten selbst Schuberts „Leiermann“ und „Das Waisenkind“ von Friedrich Hollaender nicht deprimierend, sondern wie ein kräftiges Plädoyer für das Leben im Hier und Jetzt. Genau wie beispielsweise Brustmanns „Nachtfrost“ und „Haus Paris“. 

Berührender Abschluss

Danach war dies erst recht der Fall, als Marianne Sägebrecht gewissermaßen Erich Fried „Es ist, was es ist“ sagen ließ und „Das berühmte Gefühl“ beschrieb, bevor Brustmann und Arnold mit Zither sowie Saxophon ein berührendes „Amazing grace“ spielten.

lex

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