BUND und ASF machen mobil - Zieht die Stadt zurück?

Hopfen: Kritik an Parkplatz-Plänen wächst - Umweltausschuss berät am Abend

Parkchaos in Hopfen am See
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Das schöne Wetter lockte an Muttertag zahllose Ausflügler nach Hopfen. Das Parkchaos war vorprogrammiert.
  • Matthias Matz
    vonMatthias Matz
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Füssen - Harsche Kritik an den Plänen für einen provisorischen Parkplatz östlich von Hopfen kommt nach dem BUND jetzt auch von den der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Füssen. Die Entscheidung des Stadtrats, für den Bau einer Parkfläche auf einer Niedermoortorfwiese im Landschaftsschutzgebiet (LSG) das Bauleitplanverfahren einzuleiten, sei nicht nachvollziehbar, heißt es in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. Heute Abend beschäftigt sich der Umweltausschuss des Stadtrates in einer kurzfristig anberaumten Sitzung mit dem Thema.

Wie der Kreisbote berichtete, sollen am östlichen Ortseingang von Hopfen bis 2026 vorübergehend 4000 Quadratmeter für einen Parkplatz genutzt werden. Aus Sicht der ASF sprechen aber gleich mehrere Punkte gegen diese Planungen. Dabei gehe es bei weitem nicht nur um ein romantisches Ortsbild und darum, so schonend wie möglich mit der Landschaft umzugehen.

Vielmehr bestehe hier einmal mehr – wie von der ASF bereits beim Thema Parksituation am neuen Norma angemahnt – die Gefahr einer Flächenversiegelung, selbst wenn der Parkplatz in 2026, wie angekündigt, auf einer anderen Fläche dauerhaft gebaut werden sollte. „Weil eine versprochene Renaturierung gar nicht möglich ist, wie der Bund Naturschutz bereits dargelegt hat, würde das sogar doppelten Schaden bedeuten“, ärgert sich die stellvertretende ASF-Vorsitzende Claudia Schreiner.

Ob es bei dem Parkplatz tatsächlich bei einem Provisorium bleibt, sei mehr als fraglich, denn „bekanntlich hält oftmals nichts länger als ein Provisorium“, gibt Hannelore Semmlin-Leix zu bedenken. „Vor dem Hintergrund der immensen Kosten von 178 Millionen allein für das Bauprogramm der Stadt Füssen in den nächsten Jahren darf man bezweifeln, ob es im Jahr 2026 überhaupt noch einen kleinen Spielraum für eine nachrangige freiwillige Investition wie die Umverlegung eines Parkplatzes gibt“, so die ehemalige Stadträtin weiter.

ASF-Vorsitzende Brigitte Protschka fügt hinzu, dass es wie schon oft um ein Bauvorhaben in einem Landschaftsschutzgebiet gehe. Sie erinnert daran, dass in jüngster Vergangenheit mehrfach klargestellt worden sei, dass dies künftig nicht mehr möglich sein werde.

Die ASF wiederholt deswegen ihre alte Forderung, dass die einzig vernünftige Maßnahme eine Verringerung des Verkehrs wäre. Ein Bus-Shuttel-Service, der in Dauerschleife viertel- oder halbstündlich – ohne groß komplizierten Fahrplan – vom Musical-Parkplatz und der Innenstadt aus nach Hopfen fahren würde, sei ein Pflichtversuch, bevor erneut Natur zerstört werde.

Wenn der Ausbau des Radweges nur zum Preis eines weiteren Parkplatzes im Landschaftsschutzgebiet möglich ist, sollte man es lieber ganz lassen. Eine Unfallgefahr in einer Tempo 30-Zone wie in Hopfen sei wohl eher gering, vermuten die ASF-Frauen und zweifeln dieses Argument stark an.

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne hatte die Ortsgruppe Füssen des BUND Naturschutz Widerstand gegen das Vorhaben angekündigt. „Wir lehnen Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet grundsätzlich ab!”, sagte Zweiter Vorsitzender Walter Hundhammer gegenüber dem Kreisboten. 

Am heutigen Mittwochabend wird sich übrigens der Umweltausschuss des Stadtrates in einer kurzfristig anberaumten Sitzung mit dem Thema befassen.

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