Der Pfrontener Reservist Savarino wird für seinen Einsatz bei einer multinationalen Wehrübung geehrt

Eine Medaille aus dem Pentagon

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Während seines Besuchs in Washington hat Oberfeldarzt Dr. Jan Savarino nur kurz Zeit ein Foto auf dem Balkon des Kapitols, mit dem Washington Monument im Hintergrund, zu schießen.

USA/Pfronten – Für seinen Einsatz als Austauschoffizier der Bundeswehr bei einer Wehrübung in den Vereinigten Staaten erhielt Oberfeldarzt Dr. Jan Savarino vom amerikanischen Verteidigungsministerium die „Army Commendation Medal“.

Savarino, Mitglied der Pfrontener Reservisten, diente im Juni 2015 bei dem amerikanischen „933rd Forward Surgical Team” während der multinationalen Übung „Golden Coyote“. Das Team ist nach Angaben der Reservisten- und Veteranenkameradschaft Pfronten eine Spezialeinheit, die zwei mobile Kliniken betreibt. Sie besteht ausschließlich aus Reservisten: Ärzte, darunter auch ein international renommierter Chefarzt und Thoraxchirurg, Anästhesisten, Krankenschwestern, Pflegern und Technikern. Die Gasteinheit bereitete sich bei dieser Übung auf einen unmittelbar bevorstehenden Einsatz in Afghanistan vor. 

Vortrag im Pentagon

Ihre Aufgabe war es, als vorgeschobene Notfallsanitätseinrichtung die schnellen Einsatzkräfte zu begleiten, um Verwundete schnellstmöglich so zu versorgen, so dass diese in die nächstgelegene reguläre Klinik gebracht werden können. Savarino nahm bereits zum zweiten Mal als Abgesandter der deutschen Sanitätstruppe bei einer Wehrübung in den USA teil (der Kreisbote berichtete). 

Urkunde und Medaille der „Army Commendation Medal”, die das amerikanische Verteidigungsministerium Dr. Jan Savarino verliehen hat.

Als Sprecher der 25-köpfigen deutschen Delegation hielt er außerdem ein Referat im Pentagon über die Bedeutung der deutsch/amerikanischen militärischen Beziehungen. „Während der Übung unterrichtete Savarino über Höhenmedizin, Bergrettung und Arbeit der Bundeswehr-Gebirgssanitäter und ermöglichte den Ärzten und Pflegern der US Einheit Verletzte mit Höhenkrankheit besser behandeln und versorgen zu können“, steht im Antragsformular für die dritthöchste Auszeichnung, die laut den Pfrontener Reservisten in den USA an Soldaten ausländischer Streitkräfte verliehen werden darf. 

Detaillierte Prüfung

Im Antragsformular bestätigt außerdem der Kommandeur der Übungseinheit, Major David M. Mullins, Savarino exzellente Fachkenntnisse, eine schnelle Integration in die aufnehmende Übungseinheit und hohe Akzeptanz, da er durch beispielgebendes Verhalten führte. Nachdem der Antrag auf Verleihung der Auszeichnung gestellt wurde, vergingen eineinhalb Jahre. In dieser Zeit musste Savarino seitenweise Formblätter ausfüllen und in einer Art Sicherheitsüberprüfung detaillierte Angaben zu seiner Familie, seinen persönlichen Umständen und Verwandten machen. 

Eigentlich ist er nach Angaben der Pfrontener Reservisten durch mehrere multinationale Einsätze in den vergangenen Jahren, unter anderem 2009 in Afghanistan, beim Sanitätsdienst der US Armee durchaus schon bekannt. Doch schließlich kamen Medaille und Urkunde per Post an. Die wurden direkt aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium an seine Privatadresse geschickt, unterzeichnet von Generalmajor William S. Lee, Kommandeur der Reserve, United States Army. 

Arzt am Enzensberg

Als Reservist ist Dr. Jan Savarino derzeit neben seinem Hauptberuf als Arzt und Betriebswirt an der Fachklinik Enzensberg beorderter „Leitender Sanitätsstabsoffizier im Bezirkskommando Schwaben“ und stellt im Krisenfall die Verbindung zwischen der Regierung von Schwaben und der Bundeswehr her. In Friedenszeiten ist Savarino als Berater der Bundeswehr für die Katastrophenschutzbehörden und der Regierung von Schwaben tätig.

kb

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