Für neue Teilnehmer offen

»Hospizverein südliches Allgäu« stellt sich pflegenden Angehörigen in Füssen vor

Zwei Frauen sitze auf Stuhl
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Die Koordinatorinnen Nicola Pfeffer (links) und Olga Bernhard stellen beim „Gesprächskreis für pflegende Angehörige“ in Füssen den „Hospizverein südliches Ostallgäu“ vor.

Füssen – Der „Hospizverein südliches Ostallgäu“ stellte sich jetzt den Teilnehmern des Gesprächskreises der Füssener pflegenden Angehörigen im BRK-Haus vor. Die monatlichen Treffen dort werden von Annett Filser organisiert. Sie leitet die Fachstelle für pflegende Angehörige mit Sitz in Marktoberdorf. Bei den offenen Gesprächskreisen informieren Experten über verschiedene Themen aus dem sozialen Bereich.

„Die Corona-Regeln sind der Grund dafür, dass wir zuletzt längere Zeit pausiert haben, aber für Fragen telefonisch erreichbar waren“, erklärte Filser auf Nachfrage des Kreisbote.

Die für neue Teilnehmer stets offene Gruppe der pflegenden Angehörigen konnte sich kürzlich wieder treffen und wurde dabei umfassend über den im Jahr 2007 in Füssen gegründeten „Hospizverein südliches Ostallgäu“ informiert. Neu war allerdings der gewählte Treffpunkt: Annett Filser von der Fachstelle für pflegende Angehörige des BRK begrüßte die Besucher nicht wie gewohnt im Multifunktionsraum des Seniorenheims St. Michael, sondern im Füssener BRK-Haus in der Rudolfstraße 19. Damit und den Sicherheitsabständen zwischen den Sitzplätzen trugen die Ausrichter dem Gesundheitsschutz Rechnung.

Filsers besonderer Willkommensgruß galt Olga Bernhard sowie Nicola Pfeffer aus dem Hospizverein, der inzwischen von der Augsburger Straße 56 aus seine ehrenamtlichen Einsätze einteilt. So wurden – nach Angaben der Vereinsleitung – im Jahr 2019 insgesamt 62 „beendete Begleitungen“ dokumentiert. Bernhard und Pfeffer, die im Verein als Koordinatorinnen arbeiten, berichteten den Anwesenden, dass aktuell 55 Mitglieder in der Hospizbegleitung aktiv sind. Wer hier mitwirke, habe eine Schulung erhalten, die sich über Monate erstrecke und die Teilnehmer gezielt auf ihren Dienst vorbereite.

Bernhard hatte den ersten Teil des Kurzreferats übernommen und brachte das Thema auf den Punkt: „Die Würde des Menschen am Ende seine Lebens, die Aufmerksamkeit und echtes Mitgefühl für die Situation des schwerkranken Menschen, stehen im Mittelpunkt unseres Bemühens!“

Die Begleitung des Vereins beziehe Angehörige mit ein. Im Anschluss an die Skizzierung der Vereinsgründung mit Brigitte Engelhard-Lechner an der Spitze und Jutta Schäfer als erste Koordinatorin – bis dahin gehörten Hospizbegleiter dem Verein in Kaufbeuren an – wurde geschildert, wie die gewünschte Begleitung Schritt für Schritt in die Wege gleitet wird. Pfeffers Tipp: Mit dem Vereinsbüro wird persönlich ein Termin vereinbart. „Wir Koordinatorinnen lernen dann die schwerkranke Person persönlich kennen“, wie die Co-Referentin berichtete. Nach intensiven Gesprächen – das Umfeld wird dabei einbezogen – kristallisiere sich heraus, welches ausgebildete Vereinsmitglied diese neue Begleitung übernimmt.

Mehr Mitglieder

Pfeffer unterstrich mit Blick auf Angehörige, die unsicher sind, ob eine Begleitung, die übrigens kostenlos ist, initiiert werden soll: „Hospizbegleiter unterliegen der Schweigepflicht!“ Begleitung sei zu Hause in den Familien der schwerkranken Menschen möglich. Ebenso in Senioren- und Pflegeheimen sowie in den Krankenhäusern im Altlandkreis.

Stellvertretend für die Aktiven im mittlerweile von 154 auf 300 Mitglieder angewachsenen Hospizverein sagte Bernhard: „Wir sind da, schenken Zeit und gehen den schweren Weg der Krankheit mit. Dabei stehen die individuellen Bedürfnissen der kranken und schwerstkranken Menschen und ihrer Angehörigen ganz im Mittelpunkt unseres Bemühens.“

Ihre Kollegin Pfeffer gab vor der anschließenden Fragerunde den Hinweis auf unterschiedliche Partnerschaften, die der Hospizverein nutze: die Angebote, einem Mensch bis zu seinem Tod möglichst viel Lebensqualität zu erhalten, seien im Allgäu „sehr gut miteinander vernetzt“, erklärte sie.

Weitere Treffen geplant

Als Gäste des Gesprächskreises der pflegenden Angehörigen machten beide Referentinnen Mut, sich an den Hospizverein südliches Ostallgäu zu wenden. Eine telefonische Kontaktaufnahme kann unter der Telefonnummer 08362/92 883 88 erfolgen. Weitere Infos dazu gibt es im Internet unter www.hospiz-fuessen.de.

Vorbehaltlich der amtlichen Genehmigung der Veranstaltung lädt BRK-Fachfrau Filser für Dienstag, 10. November, 17 Uhr, zu einem weiteren Treffen der pflegenden Angehörigen ein. Thema dann: „Vorsorge“. Es geht dabei um die Patientenverfügung, die den persönlichen Willen dokumentiert, wenn ein Unfall schwere Gesundheitsschäden zur Folge hat oder sich Altersdemenz entwickelt. Treffpunkt ist wieder das Füssener BRK-Haus (Rudolfstraße 19). „Wer eine Betreuungsperson für den zu Pflegenden während dieser Zeit benötigt, sollte sich bei der Fachstelle für pflegende Angehörige baldmöglichst melden“, so Filser. Telefonisch ist die Fachstelle mit Sitz in Marktoberdorf zu erreichen unter der Nummer 08342/96 69 43.

Ausfallen, so Filser, muss wegen der Pandemie jedoch das jährliche Weihnachtstreffen der Gesprächsgruppe.

cf

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