Weil Wohnungen dadurch verschwinden

Pläne für Füssener Altstadt: Nachbesserungen sind nötig

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Wenig ansehnlich präsentiert sich derzeit die Hintere Gasse. Das könnte sich laut Bürgermeister Paul Iacob durch die neuen Pläne des Hotels Ludwigs ändern. Doch zuerst muss nach Ansicht des Bauausschusses noch einiges geklärt werden.

Füssen – Erneut abgelehnt hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am vorvergangenen Dienstag den Antrag des Hotels Ludwigs, sein Gebäude mit Garagentrakt im Hinterhof abzureißen und stattdessen ein neues Haus mit Hotelzimmern, Tiefgarage und Stellplätzen zu bauen.

Weil dadurch sechs Wohnungen verschwinden und durch 24 Hotelzimmer ersetzt werden, sahen die Räte bereits in der Julisitzung das Projekt kritisch. Und auch jetzt hatten sie Bedenken. „Die Pläne sind deutlich besser als das, was da ist“, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). 

Der Antragsteller plant, das Gebäude im Hinterhof abzureißen und stattdessen ein neues Gebäude und eine Tiefgarage zu bauen, die die Autofahrer über die Hintere Gasse anfahren können, erklärte Andreas Linder vom städtischen Bauamt. Dabei soll die schmale Zufahrt von 2,40 Meter auf drei Meter verbreitert werden. Zudem sollen im Erdgeschoss offene, aber überdachte Stellplätze und im Obergeschoss 24 neue Hotelzimmer entstehen. Zudem soll ein Laden zur Gastronomie werden. „Der Stellplatznachweis ist erfüllt“, informierte Linder.

„Wir wollen da hinten eine Verbesserung“, sagte der Rathauschef. „Der Investor ist bereit, den hinteren Teil umzubauen. Er erfüllt grundsätzlich die Voraussetzungen dafür.“ Dabei kommen die meisten der Autos in der Tiefgarage unter. „Grundsätzlich ist es das, was wir wollen. Die Autos kommen von der Straße weg. Das gesamte Gebiet wird optisch verbessert.“ Deshalb empfahl die Stadtverwaltung auch, dem Antrag zuzustimmen. 

In der Vergangenheit hatte das Landesamt für Denkmalpflege allerdings erklärt, dass das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe. Und eine aktuelle Aussage dazu liegt derzeit nicht vor, erklärte der Rathauschef. Das werde erst geklärt, wenn der Antrag beim Landratsamt Ostallgäu eingehe. „Eine Stellungnahme vorher schriftlich herauszugeben lehnen sie kategorisch ab.“ 

Problematische Einfahrt

„Die Fläche ist nicht das Gelbe vom Ei und die Einfahrt ist äußerst problematisch“, meinte Magnus Peresson (UBL). „Für die Schönheit der Stadt muss man auch Kompromisse eingehen, aber die werden gar nicht gesucht“, monierte er. So müsse das Haus nicht für eine Tiefgarage abgerissen werden. „Das ist technisch alles machbar. Es verteuert sich halt.“

Der Bauausschuss müsse schließlich darauf achten, dass die Schönheit der Altstadt erhalten bleibe. Und da sei in der Vergangenheit viel Negatives passiert. So habe das Landratsamt auch bei früheren Plänen gefordert, dass ein Dach eine Zäsur erhält, erinnerte Dr. Christoph Böhm (CSU). Zudem sollte beim zweiten Dach zu sehen sein, dass das Gebäude auf einer Grundstücksgrenze steht. „Wir müssen einen Kompromiss finden. Dann wird das auch gut“, fügte Peresson hinzu. 

"Blöde Situation"

Probleme mit dem Projekt an sich hatte Dr. Martin Metzger (BfF). Auf der einen Seite werde das Hotel so um rund 50 Betten erweitert, auf der anderen Seite werde das Areal aber auch etwas schöner. „Das ist eine etwas blöde Situation. Die Frage ist: In welche Richtung soll der Zug fahren.“ Deshalb sollte die Stadtverwaltung hier auch eine Stellungnahme von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) einholen, forderte Dr. Anni Derday, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Füssen. 

Diese Haltung konnte Stadtrat Michael Jakob (CSU) allerdings nicht nachvollziehen. „Man sollte nicht so tun, als ob das der Teufel schlechthin ist, wenn ein paar Betten dazukommen.“ Schließlich zahle das Hotel auch Gewerbesteuer an die Stadt. „Da kommt schon was zusammen. Das ist eine Mehrung, die uns zugute kommt“, so Jakob. Dennoch lehnte das Gremium einstimmig den Antrag ab. Zuerst soll die Stadtverwaltung eine Stellungnahme von FTM einholen und Gespräche mit den Antragstellern wegen der historischen Gestaltung und der Einrichtung von Personalzimmern, die Dr. Martin Metzger angeregt hatte, führen.

kk

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