Vom Hotel zum Wittelsbacher-Museum

Vier Jahre nachdem Generaldirektor Peter Scherkamp zum ersten Mal Pläne für Hohenschwangau mit einer Monorail, einem Fünfsterne-Hotel und Museum präsentiert hatte, legte Scherkamp mit weiteren Vertretern des WAF bei der Gemeinderatssitzung in Schwangau die neuesten Entwürfe vor: das ehemalige Grandhotel „Alpenrose“ soll in ein Museum umgebaut werden, wo das Haus Wittelsbach und seine Geschichte gezeigt werden.

Lange war es eher ruhig gewesen um die Pläne der Wittelsbacher in Hohenschwangau. Nicht zuletzt wegen der visionären Monorail als Aufstiegshilfe und den andererseits ungeklärten Fragen bezüglich Parkplatz und Autosituation in Hohenschwangau. Diese Fragen hatte Direktor Peter Scherkamp diesmal bewusst ausgeklammert und streifte sie nur auf Anfrage. Denn bei den neuen Plänen, die dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit präsentiert wurden, geht es nur um das ehemalige Hotel „Alpenrose“ am Ufer des Alpsees mit seinen drei Teilen Jägerhaus, Foyer und der „Alpenrose“ selbst. War vor vier Jahren bei der ersten Präsentation noch von einem Fünfsterne-Hotel und einem Museumsbau die Rede, so beschieden sich die Wittelsbacher jetzt auf einen Museumsbau, der zwei Drittel des „Alpenrose“-Komplexes einnehmen soll. Dafür wurde das Architekturbüro Staab in Berlin gewonnen, das im Umgang mit historischer Bausubstanz geübt sei, so Scherkamp. Für den historischen, vor allem korrekten Inhalt soll das Haus der Bayerischen Geschichte sorgen. Damit soll, so Scherkamp, eine zusätzliche Attraktion in Hohenschwangau entstehen, im Fadenkreuz der beiden Königsschlösser. Und gleichzeitig die Verbindung zwischen beiden erklären. Als Vorsitzender des Kuratoriums für die Ausstellung zur Geschichte der Wittelsbacher erläuterte zunächst Professor Dr. Rumschöttel, womit die Hallen gefüllt werden sollen. Nämlich mit der Geschichte des Hauses Wittelsbach, vom Mittelalter bis Heute, König Ludwig II. und Maximilian II. und die beiden Schlösser sollen den Schwerpunkt begründen. Dafür wird aktuell bereits an der Alpenrose gebaut. So soll das Museum künftig durch das jetzige Foyer betreten werden, das durch eine dreischiffige Konstruktion aus Glas und Stahl mit einem Tonnengewölbe aufgestockt wird. Von hier geht es in den ersten Stock, wo die Ausstellung beginnt. Das Jägerhaus, der nördliche Trakt des Komplexes wird dann ebenfalls über zwei Etagen hinweg barrierefrei Ausstellungen beherbergen und den Besucher in den Shop im Erdgeschoss führen, von wo aus man dann auch ins Museumscafé und die Gastronomie im südlichen Teil, der eigentlichen Alpenrose gelangen kann. Angedacht sind auch Suiten im Obergeschoss der Alpenrose, ob es dort aber zu einem Hotelbetrieb kommen wird, ließen Rumschöttel, Scherkamp und die Projektleiterin Dr. Elisabeth von Hagenow allerdings offen. Bald Bauanträge Auf Wohlwollen stießen die Vorschläge beim Schwangauer Gemeinderat. Etwas bescheidener als beim ersten Mal seien die Planungen, so die Räte, die nun in Kürze über die Bauanträge entscheiden müssen. Nun also soll es wieder eine Funktion erhalten und neben der touristischen auch eine nachhaltige Nutzung erhalten. Dabei hofft man seitens der Wittelsbacher auf eine schwarze Null, besonders weil das Hotel selbst am Herzen liege, so Scherkamp. Dass dabei die Geschichte nicht zu kurz kommen soll, ist auch ein ausdrückliches Anliegen von Herzog Franz, der treibenden Kraft hinter dem Projekt Geschichte der Wittelsbacher.

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