Wenn zu viel Pappe beim Altpapier ist, werden Tonnen nicht geleert

Warum Blaue Tonnen in Füssen manchmal  stehen bleiben

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Mit einem solchen Zettel weist die Hubert Schmid Recycling GmbH darauf hin, wenn die Blauen Tonnen bei der Leerung zu viel Pappe enthalten.

Füssen – Zwei randvolle, aber trotzdem ungeleerte Blaue Tonnen in der Floßer- und der Hutergasse haben in der vergangenen Woche die Aufmerksamkeit eines Kreisboten-Lesers erweckt. Genauer gesagt, die an den Tonnen heftenden Zettel. „Ihr Pappanteil ist zu hoch !!!“, ist darauf zu lesen.

„Ich denke, das ist eine Überraschung“, so unser Leser in einer E-Mail an die Redaktion. Doch bei genauerem Hinschauen ist es keineswegs erstaunlich, dass die für die Leerung zuständige Firma Hubert Schmid Recycling und Umweltschutz GmbH die Tonnen stehen ließ. 

Denn in den blauen Altpapiertonnen der Firma Hubert Schmid Recycling und Umweltschutz GmbH – die 2006 das Papierrecycling-System im Kreis Ostallgäu einführte – dürfen tatsächlich nur 20 Prozent zerkleinerte Pappe enthalten sein. So steht es auf der Homepage des Unternehmens und so steht es im Nutzungsvertrag. 

Der Grund dafür ist relativ simpel: „Es ist so, dass Karton und Pappe in der Verwertung deutlich weniger wert sind als Papier“, erklärte Reinhard Mayer, Geschäftsführer der Firma, vergangene Woche auf Nachfrage des Kreisbote. „Eine Zeitung oder Illustrierte ist deutlich mehr Wert!“ Außerdem sei Altpapier schwerer als Karton oder Pappe. Stopfe man etwa 20 Kilo Pappe in die Tonne, sei diese damit voll. Bei Papier könnten dagegen bis zu 60 Kilo in die Blaue Tonne gepackt werden. „Das wirkt sich natürlich auf die Sammelkosten aus“, sagte Mayer. 

Werde dieses Verhältnis deutlich nicht eingehalten, bleibe die entsprechende Tonne in letzter Konsequenz stehen. Der Betroffene müsse seine Kartonage dann, wie üblich, selbst zum Wertstoffhof bringen. 

Doch warum hat sich das Unternehmen für die Altpapier-Tonne ausgerechnet für das Verhältnis von 80 Prozent Papier zu 20 Prozent Karton und Pappe entschieden? „Die Blaue Tonne ist für Bürger mit normaler Papierzusammensetzung gedacht“, erklärte Mayer. Also für Haushalte, in denen Zeitungen und Illustrierte gelesen werden.Tatsächlich sei mittlerweile aber eine Trendwende zu beobachten. So würden laut Mayer zunehmend mehr junge Leute auf klassische Printmedien verzichten und sich online informieren. Dazu komme ein stark boomender Online-Handel, der zu mehr Verpackungen aus Karton und Pappe führe. 

Laut Homepage des Marktoberdorfer Recycling-Unternehmens ist das Angebot der Blauen Tonne im Kreis Ostallgäu kostenlos. Die Leerung erfolgt demnach alle vier Wochen. Seit der Einführung im Jahr 2006 haben rund 15.000 Haushalte und Kleingewerbebetriebe das Angebot genutzt. 

mm

Weitere Infos zur Blauen Tonne gibt es im Internet unter www.hubert-schmid.de.

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