Schutz vor dem Borkenkäfer

Holz fliegt vom Pfrontener Kienberg

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Lastenhubschrauber K-Max beim Einsatz in Pfronten.

Pfronten – Mit einem heftigen Ruck pflückt der Lastenhubschrauber K-Max eine rund zwei Tonnen schwere Fichte aus der Felswand des Kienbergs oberhalb von Pfronten.

Innerhalb weniger Sekunden schwebt der Baum am Lastseil des Helikopters ins Tal, wo die Fichte von einem Prozessor entastet und auf einem riesigen Holzpolter abgelegt wird. Diese spektakuläre Holzaktion im Gemeindewald Pfronten in der vergangenen Woche wurde durch den Föhnsturm „Vaia“ notwendig, der im vergangenen Herbst mit enormen Windgeschwindigkeiten über den ganzen Alpenraum gefegt ist und auch am Kienberg den Schutzwald auf rund einem Hektar umgeworfen hat. 

„Die entwurzelten und abgeknickten Fichten sind ein gefundenes Fressen für die Borkenkäfer und müssen jetzt nach der Schneeschmelze schnellstens aus dem Waldbestand entfernt werden. Ansonsten bringt der Käfer auch den umliegenden noch gesunden Schutzwald zum Absterben“, befürchtet Forstdirektor Simon Östreicher, Betriebsleiter des Gemeindewalds Pfronten. 

Deswegen haben die Waldarbeiter der Gemeinde und der Fachstelle Schutzwaldmanagement Allgäu in den vergangenen Wochen unter anstrengenden und teils sehr gefährlichen Arbeitsbedingungen die Bäume von den Wurzeltellern abgetrennt und grob entastet. Auf Grund des sehr unzugänglichen und steilen Geländes konnten die rund 400 Festmeter Schadholz anschließend nur mit dem Hubschrauber einer Schweizer Spezialfirma geborgen werden. 

Schutz vor Steinschlag

Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann ist erleichtert über den weitestgehend unfallfreien Verlauf der Arbeiten: „Unsere Leute haben hier schwierigste Forstarbeiten erledigt und verdienen größten Respekt!“ Sie betont zudem die Wichtigkeit des betroffenen Schutzwaldes für Pfronten: „Unmittelbar unterhalb des Kienbergs befinden sich Häuser und Straßen.

 Der Bergwald schützt dort unsere Bevölkerung vor Steinschlag, Murenabgängen und Lawinen.“ Damit auf der Schadfläche bald wieder ein schützender Wald entstehen kann, setzt Jochen Kunz von der Fachstelle Schutzwaldmanagement auf eine zweigleisige Strategie: „ Wir werden im nächsten Jahr auf der Kahlfläche junge Lärchen, Tannen und Fichten pflanzen. Die Laubbäume wie Bergahorn und Buche stellen sich hoffentlich über eine natürliche Ansamung ein, so dass ein gesunder Mischwald hochwachsen kann.

 Dazu müssen aber die heimischen Jäger die Verjüngung des Schutzwaldes durch eine engagierte Jagd unterstützen, da sonst die kleinen Bäumchen dem Äser des Wildes zum Opfer fallen“, so Fachmann Jochen Kunz. Die Kosten für die sehr aufwändige Aufarbeitung und den Hubschraubertransport der Schadbäume liegen deutlich über dem Holzerlös, den die Gemeinde Pfronten erzielen kann. Die Bayerische Forstverwaltung unterstützt deswegen die dem Allgemeinwohl dienende Maßnahme im Schutzwald mit Fördergeldern und dem kostenlosen Einsatz der staatlichen Waldarbeiter, so dass sie für die Gemeinde insgesamt kostenneutral sein wird.

kb

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