Viehscheid in Wertach, Nesselwang und Haslach

Gute Verhältnisse – Wenig Verluste

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Viele Besucher säumen die Straßen in Wertach, um den Einzug der Rinder zu sehen. Insgesamt 700 Rinder erreichten beim Viehscheid Wertach.

Allgäu – Nun ging auch der Alpsommer in Nesselwang, Oy-Mittelberg und Wertach zu Ende. „So einen Alpsommer würde ich sofort wieder nehmen“, sagte Hirte Meinrad Sigg in Nesselwang. Auch in Oy-Mittelberg und Wertach war man zufrieden, auch wenn man jeweils einen Verlust zu beklagen hatte.

Hirte Meinrad Sigg brachte am Mittwoch alle 110 Tiere, die er den Sommer über auf der Oberen und der Unteren Alpe an der Alpspitze gehütet hatte, unfallfrei zurück zu ihren Bauern nach Nesselwang. So zog auch Alpmeister Anton Steiner eine rundum positive Bilanz: „Die Tiere fanden immer ausreichend Weide und Wasser vor.“ Dazu lobte Steiner seinen Hirten für dessen unermüdliche Arbeit, die schließlich mit zwei Kränzen belohnt wurde. 

Bei zunächst noch bewölktem Himmel verfolgten zahlreiche Zuschauer den Alpabtrieb vom Enzianstüble ins Tal. Der Harmoniemusik Nesselwang folgten der Hirte und die beiden Kranzrinder, danach kamen die anderen Schumpen mit den vielen Helfern. 

Auf ein kurzes Interview mit dem Hirten folgte schließlich das Ausscheiden, auf welches die vielen Besuchern schon gespannt gewartet hatten. Anschließend wurde im Festzelt gefeiert, wo auch die gestifteten Schellen übergeben wurden. 

Vieh zieht durchs Zelt 

In Haslach (Oy-Mittelberg) endete für 63 Schumpen am Samstag nach rund 100 Tagen auf der Haslacher Alpe der heurige Alpsommer. Das Hirtenpaar Anneliese und Markus Demmel sowie zahlreiche Helfer begleiteten die Herde von der Alpe bis zum Scheidplatz in Haslach. Weil ein Jungrind verloren wurde, wurde die Herde ohne Kranzrind ins Dorf zurückgetrieben. Angeführt von der Harmoniemusik Oy nahm die Herde ihren Weg zum Scheidplatz durch das Zelt. Viele Besucher verfolgten den „Scheid“ der Tiere, wozu die Alphörner der Musikanten aus Maria Rain erklangen. Danach blickte Alpmeister Franz Zobel von der Alpgemeinschaft Haslacher Alpe auf den diesjährigen Sommer zurück, der von Hitze und wenig Niederschlag geprägt war. „Trotzdem hatten die Quellen genügend Schüttung, so dass kein Wassertransport notwendig war“, freute sich der Alpmeister Zobel. 

Danach bedankte sich auch Bürgermeister Theo Haslach beim Hirtenpaar Anneliese und Markus Demmel. Er betonte, dass es für die tägliche Arbeit eines jeden Hirten sehr wichtig ist, den täglichen Kontakt zu jedem einzelnen Stück Vieh zu halten  – und hierzu ist die klangliche Unterstützung der Schellen wichtig. „Eine Diskussion über die Schellen geht an den täglichen Anforderungen und Aufgaben der 682 Allgäuer Alpen mit den insgesamt ca. 30.000 Tieren vorbei“, betonte Haslach. 

700 Rinder kommen an

Auch der Viehscheid in Wertach lockte am Freitag mit Festzelt und Krämermarkt tausende Besucher an. Nachdem die Wertacher Alphornbläsergruppe den Festtag einläutete, empfangen die Besucher die ca. 700 Rinder, die die Helfer und Treiber von den sechs Wertacher getrieben hatten. Bis auf die Alpe Reuterwanne konnten alle Alphirten ihr Kranzrind festlich schmücken und damit eine „verlustfreie Alpsaison“ dokumentieren. 

Einen Tag nach dem Wertacher Viehscheid fand der Hinterreuter Viehscheid statt. Alpmeister Markus Hartmann und der 79-jährige-Hirte Eugen Angerer feierten wie jedes Jahr einen familiären Alpabtrieb. kb

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