Viehscheid im Ostallgäu und Außerfern

Ein trockener aber unfallfreier Sommer

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Die Alphirten führen die Kranzrinder auf den Seeger Viehscheidplatz.

Pfronten/Vils/Seeg – Am Wochenende hat nun die Viehscheid-Saison begonnen. Hunderte Rinder haben die Alpenhirten unter anderem in Seeg, Vils und Pfronten ins Tal getrieben, wo sie nicht nur von ihren Besitzern, sondern auch von zahlreichen Zuschauern erwartet wurden.

Einen wahren Besucheransturm hat Pfronten am Samstag erlebt. Rund zehntausend Besucher kamen in die 13-Dörfer- Gemeinde, um den Höhepunkt der Viehscheid-Däg, der Veranstaltungsreihe rund um den Viehscheid, zu erleben. Bei herrlichem Sonnenschein haben die Alpenhirten rund 400 Tiere aus zwei Tälern, dem Ach- und dem Vilstal, auf den Viehscheidplatz vor der Zentralschule getrieben. Voran ging die Harmoniemusik Pfronten, unter der Leitung von Josef Mörz. Die Tiere, die den ganzen Alpsommer im Freien verbracht haben, stammen ausnahmslos von den „Rechtlern Pfrontens“, ca. 435 Bauern aus Pfronten. 

„So viele Besucher wie dieses Jahr waren es noch nie“, meinte ein einheimischer Passant über die enorme Menschenmenge, die zum Festzelt hinter der Zentralschule strömte und rechts und links die Bundesstraße säumte. „Das ist das Resultat davon, dass in Pfronten um die Viehscheid herum ein interessantes Rahmenprogramm für Jung und Alt geschaffen wurde”, meinte der Passant. 

Spezielles Bier gebraut 

Auch gab es vor der Zentralschule einen Viehscheidmarkt, auf dem viele Produkte aus der Region angeboten wurden. Extra zur Viehscheid gab es ein speziell gebrautes „Viehscheidbier“, das bei den Besuchern auf regen Zuspruch traf. Bis spät in die Nacht spielte anschließend die Band „Herz-Ass im Bierzelt auf, so dass es bestimmt niemand langweilig wurde. Ausklang fand das Wochenende mit einem Standkonzert im Kurpark mit dem Liederkranz Pfronten. Am Ende war es eine gelungene Veranstaltung mit geschätzt rund 10.000 Besuchern. 

Auch in Vils wurde am Samstag das Jungvieh von den Alpen ins Tal getrieben. Knapp einhundert Kühe, Kälber und Rinder kehrten am Samstag von ihrer „Sommerfrische“ auf der Sebenalm und der Vilser Alm ins Tal zurück. Empfangen wurden sie und ihre Hirten von der Bürgerkapelle Vils und vielen Zaungästen. Das Ende des Alpsommers feierten die Versammelten anschließend auf dem Stadtplatz vor der Kirche mit der Bürgerkapelle. Für Speis und Trank sorgte traditionell der Schiclub Vils, der mit dem Reinerlös des Festes die Jugendabteilung fördert. 

Neben Vils und Pfronten hat auch Seeg das Ende des Alpsommers gefeiert. Am vergangenen Samstag wurden fünf Dutzend Rinder von der Alpe Beichelstein zum Seeger Festplatz nahe des Bahnhofs getrieben. 

Wasser wird knapp 

Für den Hirten Engelbert Hipp verlief der Sommer relativ ruhig, allerdings wurde auch hier in der Hitzeperiode das Wasser knapp. Gemeinsam mit den beiden geschmückten Kranzrindern führt Almmeister Engelbert Hipp die Herde von der Alpe zurück nach Seeg. Abgesehen von einigen Blessuren, „sonst nix von Bedeutung“, so Hipp, verlief der Almsommer heuer für den Hirten auf der Alpe ohne Unfälle. Lediglich Wasser und auch ein bisschen das Futter seien während der Hitzeperiode knapp geworden, so Hipp. Doch auch dieses Problem konnte der Hirte, der gemeinsam mit seiner Nichte Cornelia die Tiere betreut und nun durch die Straßen Seegs zum Festplatz führte, lösen. Und der Regen sei zur rechten Zeit noch gekommen, so Hipp im Resümee. 

Gesäumt von zahlreichen Schaulustigen und angeführt von der Musikkapelle zogen die Tiere über die Haupt- und Bahnhofsstraße zum Viehscheidplatz, wo die 58 Rinder wohlbehalten an ihre Besitzer übergeben wurden. Hier hatten auch die Fotografen unter den Zuschauern Gelegenheit für Schnappschüsse und „Selfies“ mit den Rindern. gau/ed/rf

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