AWO-Vorstand und Bürgermeister streiten wegen Hortspielplatz

Fehlender Respekt

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Zankapfel zwischen AWO-Vorstand und Bürgermeister: Die Freifläche des AWO-Horts in der Füssener Augustenstraße.

Füssen – Der Zustand des Freigeländes im AWO-Kinderhort sorgt für Unmut im Vorstand des AWO-Ortsvereins Füssen-Schwangau. Seit Monaten schiebe die Stadt Füssen – trotz mehrfacher Bemühungen und Angeboten zur Mithilfe – die Wiederherstellung des Gartens vor sich her, lautet der Vorwurf.

Bei Bürgermeister Paul Iacob (SPD) stößt die Kritik von Seiten der Arbeiterwohlfahrt allerdings auf wenig Verständnis. Ein weiteres Spielgerät für den Hort warte im Bauhof bereits auf das Frühjahr, erklärte er. Aus Sicht des AWO-Vorstandes tut sich auf dem Freigelände des AWO-Kinderhorts nicht schnell genug etwas. Darüber waren sich AWO-Vorstand und Einrichtungsleitung in der jüngsten Vorstandssitzung einig, heißt es in einer Pressemitteilung. „Darunter leiden sowohl die Kinder, als auch Pädagogen und Betreuerinnen“, wird dort kritisiert. 

Über 100 Kinder von der Mittagsbetreuung in der Grundschule, aus dem AWO Kinderhort und aus der Montessori-Schule würden das Gelände gemeinsam nutzen. Auch wenn nicht alle zur gleichen Zeit da sind, wuselt es zu bestimmten Zeiten nur so, teilte der AWO-Vorstand mit. Das scheine allerdings Bürgermeister Paul Iacob – mit dem nach Angaben des Vorstands bereits mehrere Termine vereinbart worden seien – nicht sonderlich zu beeindrucken, heißt es weiter in der Mitteilung. „Kinderfreundlichkeit sieht anders aus“, kritisierte die Runde die Hinhaltetaktik des Rathauschefs. Denn zu einer guten Betreuungsqualität gehöre auch die ordentliche Ausstattung von Einrichtungen. 

„Ich bin ein wenig verwundert darüber“, sagte Iacob auf Anfrage des Kreisboten. Diese Kritik sei für ihn überhaupt nicht nachvollziehbar, betonte er. „Ich verstehe die Art und Weise nicht“, so der Bürgermeister. „Das mag ich so nicht akzeptieren.“ Er erinnerte daran, dass der AWO-Hort erst vor zwei Jahren in der Augustenstraße eingerichtet worden sei (vorher Von-Freybergstraße). 

Die Stadt Füssen habe den Umzug und die Einrichtung des neuen Horts mit 80.000 Euro unterstützt. „Das war eine freiwillige Leistung der Stadt“, betonte Iacob in diesem Zusammenhang. „Bei uns regnet das Geld nicht vom Himmel!“ 

Warten auf das Frühjahr 

Besonders ärgerlich aus Sicht des AWO-Vorstands ist weiterhin, dass ein Klettergerüst, das am alten Hort mit Hilfe Ehrenamtlicher abgebaut, aber nicht wieder aufgestellt wurde, mittlerweile vor sich hin verrotte. Die von der Stadtverwaltung mit der Überprüfung der Sicherheit der Geräte beauftragte Firma habe das Gerät tatsächlich aus dem Verkehr gezogen, bestätigte Iacob – aus Sichertheitsgründen. Ersatz für das Spielgerät stehe aber seit Montag im Bauhof bereit und warte nur noch auf besseres Wetter, um aufgestellt zu werden. „Im Moment kann man keine Außenanlagen machen“, erläuterte der Bürgermeister. 

Ein weiteres Gespräch mit der Stadtverwaltung soll nach Angaben der AWO Füssen-Schwangau am 4. März stattfinden. Der Vorstand appelliert deshalb an Iacob, dass die Vertreterinnen und Vertreter des Elternbeirats, die sich diesmal auf den Weg machen, endlich Gehör bei ihm finden.

Weitere Gespräche 

Der Vorstand der AWO solle bedenken, was die Stadt für den Verein bisher geleistet habe, findet dagegen der kritisierte Bürgermeister. „Man muss sehen, was die Stadt bisher alles unternommen hat, um das zu ermöglichen“, betonte er im Gespräch mit dem Kreisboten. „Einen kleinen Funken Respekt sollte man haben“, ärgert er sich.

Matthias Matz

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