Iacob verspricht Nachbesserung

Einen Parkplatz finden Menschen mit Handicap direkt vor dem Eingang der neuen Tourist-Info in Hopfen. Damit hat sich’s aber in Sachen Behindertenfreundlichkeit auch schon fast. Bürgermeister Paul Iacob verspricht Besserung. Foto: Schuster

Wurde beim Bau des Info-Pavillons in Hopfen am See die Barrierefreiheit komplett vergessen? Der umfangreiche Mängelkatalog, über den die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Kreisrätin Waltraud Joa, zu berichten weiß, legt das nahe. Gerade die Zugänglichkeit für Menschen mit Handicap sollte eigentlich einer der Vorzüge des Baus werden. Ob aber die Stadtverwaltung oder die zuständige Baufirma die Versäumnisse zu verantworten hat, wird sich erst im September zeigen.

Das Pflaster vor dem Gebäude sei für Gehhilfen und Rollstühle ungeeignet, die Glastüren gehen zu schwer und sind nicht in der Höhe von 85 und 160 Zentimetern für Sehbehinderte markiert. Einige Schwellen verdienen fast die Bezeichnung Stufe, der Internet-Computer befindet sich auf einem Stehpult – Zahlreich sind die Mängel, die das neue Gebäude im Bezug auf die Barrierefreiheit aufweist, erklärte Joa gegenüber dem KREISBOTE. Erstaunlich, denn wie bei kommunalen Bauprojekten üblich wurde auch ihre Meinung in der Planungsphase gehört. Sie gab eine Stellungnahme darüber ab, worauf in der Planung zu achten sei. Hat sie bei ihrer Besichtigung des fertigen Gebäudes überhaupt einen ihrer Vorschläge entdecken können? „Da tu ich mir schwer“, erklärte sie. Ob die Barrierefreiheit nun vom Planer der Verwaltung oder der ausführenden Baufirma missachtet wurde, ist derzeit noch unklar. „Dazu kann ich jetzt noch nichts sagen“, gab am Dienstag Bürgermeister Paul Iacob (SPD) an. Klarheit soll eine Sitzung Mitte September bringen, an der neben Waltraud Joa auch Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht und Vertreter der Baufirma teilnehmen sollen. Ein früherer Termin sei hierfür nicht möglich, da Iacob die kommenden beiden Wochen im Urlaub weilt. Er versprach jedoch, sollte es tatsächlich Mängel geben, dass sie behoben werden. „Wichtig ist, dass nachgebessert wird“, meinte dazu der Vorsitzende des Behindertenbeirats der Stadt Füssen, Stadtrat Dr. Hans-Martin Beyer (CSU), „und das kostenneutral“ „Die Verantwortung regelt die Kosten“, gab jedoch Iacob an. Habe die Stadt die Bedürfnisse von Senioren und Menschen mit Behinderung in der Planungsphase vergessen, werde sie die auf eigene Kosten nachbessern. „Wurde das von der Baufirma versäumt, muss die Baufirma das regeln“.

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