"Richtig richtig coole Ideen"

In der ersten Jungbürgerversammlung in Roßhaupten können Jugendliche Projekte vorschlagen

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Eifrig tippen die Jugendlichen ihre Vorschläge in den Computer.

Roßhaupten – „What’s up?“, heißt ein von der EU gefördertes Projekt zur aktiven Jungendbeteiligung im ländlichen Raum. Nach Biessenhofen fand nun in Roßhaupten die erste Jungbürgerveranstaltung im südlichen Landkreis statt.

Gut ein Dutzend junge Erwachsene von mehr als 300 angeschriebene waren am vergangenen Donnerstag gekommen, um sich einzubringen. Auf dem Tisch liegen zwei Pappschilder, die nach Lieblingsorten in Roßhaupten fragen bzw. wo man sich im Ort treffen kann. 

Ihre Antwort schreiben Sabine und Sandra auf dem Tablet, sie mögen Kurpark und den Badeplatz am Forggensee. Es sind die Treffpunkte im Ort, den die beiden 14- und 15-jährigen Roßhauptenerinnen mögen. Wenn es jetzt auch noch Treffpunkte gäbe, wo auch mal ein Konzert stattfinden könnte ... Ähnlich denken auch Korbinian, David und Lukas. Das Trio hat, wie Mirko Zeisberg am Anfang vorgeschlagen hatte, eine Gruppe gebildet und wandert nun zwischen den Stationen hin und her und gibt Antworten auf die Fragen, die die Jugendarbeiter haben. 

Mehr als 300 Jugendliche und junge Erwachsene gibt es in Roßhaupten, sie alle hatte der Kreisjugendring, in dessen Auftrag Mirko Zeisberg mit seinen drei Helferinnen unterwegs ist, angeschrieben. 14 von ihnen sitzen nun hier im Jugendraum der Gemeinde, wo Bürgermeister Thomas Pihusch sie begrüßt. Was die Politik für die Kinder und Jugendlichen tun muss, das ist im achten Sozialgesetzbuch geregelt. Das hat Hans Peter Heißerer, Bürgermeisterstellvertreter und Jugendbeauftragter der Gemeinde, verinnerlicht. Er spricht von Verpflichtung und Auftrag und meint zum Schluss: „Wir brauchen Sie. Ihr seid die Zukunft“. 

So weit wollen Mirko Zeisberg und sein Team noch gar nicht gehen. Bei dem vom Kreisjugendring im vergangenen Jahr initiierten Projekt „What’s up“, für das aus EU-Töpfen Fördermittel fließen, geht es zunächst einmal darum, Ideen zu sammeln. „Richtig richtig coole Ideen. Alle Ideen einbringen“, meint Zeisberg. 

Zwei Wochen Zeit

Zwei Wochen haben die Jugendlichen in Roßhaupten dafür Zeit, meint der Sozialarbeiter, online mitzuwirken, zu schreiben, was sie schon immer einmal hätten sagen wollen, ihre liebsten Orte preiszugeben und was sie gerne tun würden in ihrer Freizeit in Roßhaupten. Vor allem aber ist gefragt, wie sich die Jugendlichen eine Beteiligung am öffentlichen Leben in Roßhaupten vorstellen können. „Wenn ihr ein Feschtl machen wollt oder ein Projekt“, so Zeisberg. 

So also tippen die jungen Damen ebenso fleißig wie das männliche Trio ihre Verbesserungsvorschläge in den Computer. Wer nicht gekommen ist, kann das nachholen. Unter der Adresse Jugendbeteiligung.bayern/rosshaupten gibt es die gleiche Eingabemaske, hier kann die Jugend vom PC zu Hause mitwirken. Mitwirkung, das ist auch das Stichwort, unter dem die Veranstaltung im Jugendraum steht, eine Örtlichkeit, von der die wenigsten der Jugendlichen überhaupt wussten, dass es sie gibt. Es ist dieser Ort, das kristallisiert sich im Gespräch heraus, den die Jugendlichen suchen. Nicht allerdings, um dort auf dem Smartphone oder an der Konsole zu daddeln, sondern um sich mit Freunden treffen zu können, um zu reden, Karten zu spielen oder Darts. 

So weit sind Zeisberg und seine Mitstreiter noch nicht, sie müssen erst auswerten, was die Jugendlichen auf dem Tablet hinterlassen haben. Dafür haben aber alle noch Zeit bis zum 8. März, erst dann wird die Seite für die aktive Beteiligung geschlossen und die Beiträge ausgewertet. In Kontakt bleiben will man bis dahin und darüber hinaus über eine Whatsapp-Gruppe. Wer sich einbringen möchte, muss sich nur auf der Seite Jugendbeteiligung.bayern/rosshaupten anmelden und kann dann zu Themen rund um Rosshauptens Jugend mitdiskutieren. 

Derzeit finden sich dort allerdings vor allem die Einträge, die die Jugendlichen während der Bürgerversammlung eingegeben haben. Begleitet wird das Ganze auch von einer bayernweiten Studie. In naher Zukunft sollen dann auch die Ergebnisse der Umfrage nochmals persönlich in Roßhaupten vorgestellt werden.

Oliver Sommer

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