Grenzstreitigkeiten und Armut

Die Herrschaft von Hohenschwangau

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Halblechs Bürgermeister Johann Gschwill (v.l.), Referent Hubert Romeder, Schwangaus Tourismusdirektorin Petra Köpf , Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke und Irmengard Burkart von der Gästeinformation Halblech bei der Ausstellungseröffnung.

Trauchgau – Die 450-jährige Herrschaft von Hohenschwangau wird jetzt im Dorfmuseum Trauchgau lebendig.

Viel Interessantes und Unbekanntes über diese nicht immer guten, alten Zeiten hat Museumsleiter Hubert Romeder zusammengetragen. Diese waren geprägt von ständigen Grenzstreitigkeiten und Armut, berichtete Romeder bei der Ausstellungseröffnung. Bereits in frühester Zeit besiedelten Kelten und Römer die Gegend. Im achten Jahrhundert gründete der heilige Magnus die Urpfarrei mit einer Kirche in Waltenhofen, berichtete der Museumsleiter. 

Die Welfen legten zudem das Fundament der Klöster Steingaden und Rottenbuch. Ein Ritter Hiltibolt von Schwangow wurde erstmals 1147 erwähnt. Nach den Welfen ging die Macht jedoch um 1200 an die Hohenstaufer über. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich dann die Herrschaft von Schwangau. Ihre Jagdgründe reichten wohl bis zum Fernpass, so der Museumsleiter. 

Bekannt war aus diesem Geschlecht der Minnesänger Hiltpold von Schwangau. 1240 entstand der Dorfadel, so Romeder. Am bedeutendsten seien die Herren von Greith gewesen, die Güter in Südtirol hatten. Langjährige Erbstreitigkeiten führten bei den Schwangauer Herren jedoch zu finanziellen Schwierigkeiten. So gaben sie wohl aus Not um 1312 als Patronatsherren von Trauchgau das Patronatsrecht an das Kloster Steingaden ab, berichtete der Museumsleiter.

Im 15. Jahrhundert ließ Ritter Stefan von Schwangau dann in Niederhofen einen Taufsein aufstellen und eine Seelsorgestelle einrichten.

Kaiser jagt in Schwangau

Viel Interessantes wusste der Museumsleiter über Kriege, Belagerungen und Epidemien während des 30-jährigen Krieges zu berichten. Damals arbeiteten die Menschen in Brauereien, Gipsmühlen, Wetzsteinmachereien und an Kalköfen. Kaum bekannt ist, dass schon um 1436 ein Lautenmacher in Füssen erwähnt wurde, so Romeder. 

Eine große Rolle spielte zu allen Zeiten jedoch der Wald und die Jagd. Überliefert ist, dass bereits 1494 Kaiser Maximilian I. mit den bayerischen Herzögen in den Schwangauer und benachbarten Tiroler Bergen gern auf die Jagd ging, so der Museumsleiter. Während der Säkularisation begann aber die Auflösung der Klöster und die Herrschaft der Hohenschwangauer. 

Der Ort Niederhofen erhielt 1834 den Zusatz Bayer-Niederhofen. Abschließend erhielt Hubert Romeder für seine gründlichen Nachforschungen und Durchsicht unzähliger Unterlagen reichlich Beifall von den Besuchern. Im Herbst soll diese umfassende und interessante Ausstellung auch in Schwangau zu sehen sein. Das Dorfmuseum „Beim Hölzler“ ist donnerstags von 16 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.

ms

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