Eschen müssen gefällt werden

„Eschentriebsterben“: In Steinach werden befallene Bäume zur Sicherheit entfernt

Esche Baum Herbst
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Symbolfoto

Pfronten – Die Gemeinde Pfronten musste in den vergangenen Tagen an der Steinacher Ach zur Sicherheit des Besucherverkehrs von Fußgängern und Radfahrern Bäume fällen. Dabei wurden entlang des Gipsmühlenwegs hauptsächlich kranke Eschen und einzelne andere vorgeschädigte Gehölze entfernt.

„Bei meiner regelmäßigen Baumkontrolle habe ich eine erhöhte Gefahr durch morsche Äste und instabile Bäume festgestellt. Die zeitnahe Fällung war deswegen dringend notwendig, damit keine Menschen verletzt oder gar getötet werden“, erklärte Forstrevierleiter Sebastian Baumeister vom AELF Kaufbeuren. Die Arbeiten wurden mit einer Holzerntemaschine vom Forstunternehmen Hösle aus Wertach in Zusammenarbeit mit den Waldarbeitern der Gemeinde, Norbert Fischer und Hans-Peter Haslach, ausgeführt.

Die Mehrzahl der älteren Eschen waren aufgrund der Pilzerkrankung „Eschentriebsterben“ bereits stark geschwächt. Diese Krankheit wurde in Bayern erstmals 2008 beobachtet und hat sich seitdem flächendeckend ausgebreitet. Sie wird durch den Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ verursacht, der die jungen Triebe im Kronenbereich absterben lässt. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sind die Eschen so geschwächt, dass sie von Holzfäulepilzen oder dem Eschenbastkäfer befallen werden, die die Bäume instabil werden lassen und letztendlich zum Absterben bringen.

Baumeister beobachtet den Krankheitsverlauf mit Sorge: „Die Esche war für uns entlang von Bächen und Flüssen und generell auf feuchten Standorten eine der wichtigsten Baumarten. Sie fällt uns jetzt aber zunehmend aus.“ Damit die Lücken nicht zu groß werden, wurden einzelne, weniger stark geschädigte Eschen stehen gelassen. Zudem kommen auch zahlreiche junge Grauerlen und Bergahorne vor, die den freien Platz nutzen und die wichtigen landschaftlichen und ökologischen Uferwaldfunktionen entlang der Ache übernehmen werden.

Absterbende alte Eschen, die sich abseits von Verkehrswegen und Gebäuden befinden, werden im Pfrontener Gemeindewald dagegen nicht entfernt. Sie bieten als Totholz noch viele Jahre wertvollen Lebensraum für zahlreiche Vogel- und Käferarten.

kb

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