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Wahlen im Außerfern: Die Qual mit keiner Wahl

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Von: Hans Nikolussi

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Gemeinderat Reutte
Die Gemeindeparlamente im Außerfern – hier der Gemeinderat von Reutte bei einer Abstimmung – werden am kommenden Sonntag neu gewählt. Nicht immer haben die Bürger dabei tatsächlich aber auch eine Wahl. © Hans Nikolussi

Reutte – Wer die Wahl hat, hat die Qual. So heißt es in einem Sprichwort. Im Bezirk Reutte könnte es aber bei den Kommunalwahlen durchaus auch anders heißen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. So heißt es zumindest in einem Sprichwort. Im Tiroler Bezirk Reutte könnte es aber bei den kommenden Kommunalwahlen durchaus auch anders heißen: der Wähler hat vielfach die Qual mit keiner Wahl. Denn in nicht weniger als 22 Kommunen steht der künftige Chef der Gemeindeverwaltung bereits vor dem Wahltermine am kommenden Sonntag, 27. Februar, fest.

Dort gehen die Oberhäupter in den Rathäusern ohne Gegenkandidaten ins Rennen. In zehn dieser Gemeinden gibt es aber zumindest die Möglichkeit, sich zwischen Gruppierungen zu entscheiden. In zwölf Ortschaften sind die Wähler dagegen komplett wahllos. Dort findet sich nur eine einzige Liste auf dem Stimmzettel, die mit nur einer abgegebenen gültigen Stimme gewählt ist. Sowohl Gemeinderat als auch Bürgermeister stehen also bereits jetzt fest.

Somit gelten Karl-Heinz Weirather (Forchach), Stefanie Krabacher (Gramais), Martin Schädle (Grän), Martin Kärle (Hinterhornbach), Karina Konrad (Jungholz), Walter Zobl (Namlos), Petra Krabacher (Pfafflar), Hanspeter Außerhofer (Stanzach), Günther Walch (Steeg), Carmen Strigl-Petz (Vils), Gottfried Ginther (Vorderhornbach) und Harald Schwarzenbrunner aus Weißenbach mitsamt ihren Einheitslisten als die Gemeinderepräsentanten der Zukunft.

Vier Kandidaten

Offen ist dagegen vieles in den größeren Gemeinden des Bezirks. In Ehrwald steigen gleich vier Kandidaten für das höchste Amt in der Gemeinde in den Ring. In Reutte tritt Vize-Bürgermeister Klaus Schimana gegen Neo-Bürgermeister Günther Salchner an. Zwei Gemeinden im Bezirk haben sozusagen einen Sonderstatus: In Musau fällt die Gemeinderatswahl aus, da weder eine Liste noch ein Bürgermeisterkandidat antreten. Bürgermeister Sieghard Wachter und seine Einheitsliste sind damit automatisch wiedergewählt.

Auch die Wängler müssen am 27. Februar nicht zu den Urnen. Diese Wahl ist aufgrund der vorzeitigen Auflösung des Gemeinderates bereits erfolgt. Ganz allgemein gilt: in 36 von 37 Gemeinden wird gewählt. Im kleinen Gramais ebenso, wie im „großen“ Reutte. Im Bezirk sind insgesamt 26.068 Personen wahlberechtigt, mehrheitlich sind es Frauen, nämlich 13.242 (Männer: 12.826).

Die Zahl der wahlberechtigten Unionsbürger ist beachtlich: Unter den 26.068 Wahlberechtigten finden sich 2187 Männer und 2404 Frauen, die zum Stichtag als EU-Bürger ihren Hauptwohnsitz in einer Außerferner Gemeinde hatten und nun zur Wahl berechtigt sind.

Die meisten Wahlberechtigten gibt es naturgemäß in der einwohnerstärksten Gemeinde Reutte. Hier sind 2413 Männer bzw. 2581 Frauen, somit 4994 Wahlberechtigte, zur Stimmabgabe aufgerufen. Darunter befinden sich 855 EU-Bürger(422 Männer, 433 Frauen). Dahinter folgt die Zugspitzgemeinde Ehrwald mit 2286 Wahlberechtigten. Lechaschau mit seinen 1703 Wahlberechtigten scheint auf Platz drei auf.

Ganz anders stellt sich die Situation in den Kleingemeinden dar. Da führt die kleinste Kommune Österreichs. Gerade einmal 37 Wähler – 16 Männer und 21 Frauen – sind stimmberechtigt. Unter 100 liegt die Zahl der Wahlberechtigten außerdem in Hinterhornbach (gesamt 76, davon 39 Männer, 37 Frauen), Kaisers (65, davon 34 Männer, 31 Frauen), Namlos (59, davon 36 Männer, 23 Frauen) und Pfafflar (86, davon 46 Männer, 40 Frauen).

Durch die geographische Lage im „Nordwestzipfel Tirols“, in Jungholz, ist die Lage dort wiederum eine ganz andere. Da, wo sehr viele EU-Bürger zuhause sind, gibt es bei 260 Wahlberechtigten einen „Überhang“ von 171 für „Ausländer“, nämlich EU-Bürger.

Bei den Wahlwerbern sind nach wie vor immer noch die Männer in der Überzahl. Von den insgesamt 1153 Personen auf den 69 Listen im Bezirk Reutte sind ganze 73 Prozent Männer.

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