Die erste ihrer Art in Deutschland

Indoor-Sportanlage für Trend- und Actionsport soll nach Füssen kommen

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Trend- und Actionsportler könnten in naher Zukunft ihre Sprünge und Tricks im ehemaligen Obi-Markt im Moosangerweg üben.

Füssen – Für wen der Winter einfach zu kurz ist bis er die neuesten Tricks mit dem Snowboard drauf hat, für den könnte es bald eine neue Anlaufstelle geben. Denn dort, wo früher Pflanzen und Dünger verkauft wurde, könnte eine Indoor-Sportanlage für Trend- und Actionsport entstehen: Im ehemaligen Obi-Gebäudes im Moosangerweg.

Das Konzept hat am Donnerstag Entwickler Dr. Mateusz Wielopolski und Alexander Immler, Geschäftsführer der Gebrüder Immler Treuhand KG, der das Gebäude gehört, zusammen mit Vertretern der Füssener Stadtverwaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Skifahren, Langlaufen, Bergsteigen oder Fahrradfahren: In der Region Füssen kommen Outdoorsportler auf ihre Kosten. Anders schaut es dagegen aus, wenn das Wetter dafür zu schlecht ist.

„Da fehlt dann eine Einrichtung“, meinte Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Hier möchte nun die Gebrüder Immler Treuhand KG zusammen mit Dr. Mateusz Wielopolski Abhilfe schaffen. Im Gartencenter des ehemaligen Obi-Marktes im Moosangerweg soll auf 2000 Quadratmetern eine Indoor-Sportanlage entstehen, wie es sie derzeit noch nicht in Deutschland gibt. Mit ihren BMX-Rädern, Scootern und Skateboards oder auch mit Ski- und Snowboards sollen Sportler dort künftig auf einer Trampolinanlage, einer Big-Air-Sprunganlage, einer Park-Area mit Bowl und einem Parkours-Kurs ihre Tricks trainieren können.

Außerdem wird es eine Gastronomie geben, von der aus Eltern oder Besucher den Sportlern zuschauen können. „Das Sportverhalten von Jugendlichen hat sich sehr verändert“, erklärte Konzeptentwickler Wielopolski. Diese treten heutzutage weniger einem Sportverein bei, sondern schauen sich Videos beispielsweise von Skateboard- oder Snowboardfahrern in den Sozialen Medien an und wollen deren Sprünge und Tricks dann nachmachen. Dafür brauche es aber jahrelanges Training. Nur: „Dafür gibt es recht wenig Angebote. Die Möglichkeit, nur zehn Prozent dieser Leistung zu erbringen, ist nicht gegeben“, erklärte Wielopolski. 

Deshalb habe er ein Konzept für eine Multi-Sportanlage entwickelt. „Eine ähnliche Anlage in Deutschland gibt es bisher noch nicht.“ Sie soll Bezug auf die Outdoorsportarten nehmen, die man in Füssen und Umgebung bereits ausübt. So seien viele Mountainbiker im Winter auf Trickskiern unterwegs und Skateboardfahrer schnallen bei Schnee ihre Snowboards an. „Sie üben ihre Tricks auf dem Trampolin und halten sich fit im Parcours“, so der Konzeptentwickler. „Das ist die gleiche Zielgruppe.“ 

Doch nicht nur Jugendliche, sondern auch Freizeitsportler und Profis sollen hier trainieren können. „Nichts ist schlimmer, als wenn man den Trick hat und die Decke ist zu niedrig“, so Wielopolski. Deshalb wolle man hier mit Profis zusammenarbeiten. Und das nicht nur beim Innenausbau. Denn die Sportler sollen hier auch noch etwas dazulernen können. 

Familienfreundliches Konzept

Daneben soll es aber auch eine Mietstation geben, an der Interessierte, die in den Sport hineinschnuppern möchten, die entsprechenden Geräte und Sicherheitsausrüstung ausleihen können. In dem familienfreundlichen Konzept stehe der Trainingsgedanke und nicht der einmalige Kick im Vordergrund. Dafür hat Wielopolski mehrere Analysen und Umfragen gestartet. „Die Ergebnisse haben uns darin bestätigt, dass es in dieser Richtung Potential gibt.“

In einer aktuellen Online-Umfrage unter www.rebrand.ly/actionumfrage, auf die der Kreisbote bereits aufmerksam gemacht hat, will der Entwickler erfahren, welche Wünsche und welches Sportverhalten es konkret in der Region Füssen gibt. Das Feedback darauf sei bereits „sehr gut“, so der Konzeptentwickler. Jetzt gehe es darum noch mehr Daten zu sammeln, die Details bei der Innenausstattung zu planen und bei der Suche von Investoren und Sponsoren weiterzukommen. Das Ziel sei, eine Betreibergesellschaft aufzubauen, mit der man die Anlage zum Laufen bringe. Auch der Vermieter ist davon überzeugt, dass hier ein langfristiges tragfähiges Konzept entwickelt wird. „Die geplante Nutzung ist ein erster wichtiger Baustein für die Belebung der gesamten Immobilie“, erklärte Geschäftsführer Alexander Immler. Für die weiteren Teile des Gebäudes sind wir in weit fortgeschrittenen und positiven Gesprächen mit der Verwaltung und werden zu einem späteren Zeitpunkt Stellung nehmen.“ 

Grünes Licht für das Projekt gibt es auch von der Füssener Stadtverwaltung und von Füssen Tourismus und Marketing. „Eine solche Einrichtung bietet einen echten Mehrwert für die Stadt Füssen und die ganze Region“, sagte der Füssener Rathauschef.

"Keine Kritikpunkte"

Baurechtlich sei hier zwar ein Bau- und Gartencenter vorgesehen. Aber für eine Änderung des Bebauungsplans gebe es „sehr gute Aussichten“ und „keine Kritikpunkte“, informierte Bauamtsleiter Armin Angeringer. In einem Jahr könnte der Bebauungsplan entsprechend geändert werden, was auch dem Zeitplan des Konzeptentwicklers entspreche, wie dieser erklärte. Zudem würden auch Füssens Gäste eine Actionsporthalle zu schätzen wissen, fügte Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier hinzu. „Wenn sie realisiert wird, bietet sie vor allem bei weniger einladenden Wetterbedingungen ein attraktives Angebot, sich sportlich und spielerisch zu betätigen.“ Zusammen mit dem neuen Skate- und Bikepark, der bei den Jugendlichen großen Zuspruch finde, sei Füssen in diesem Bereich dann gut aufgestellt.

Katharina Knoll

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