Rechtsanwältin informiert über die Beschäftigung von osteuropäischen Pflegekräften

80 Prozent Schwarzarbeit

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Gudrun Matusch informiert in Roßhaupten über die Beschäftigung osteuropäischer Betreuungskräfte in der Pflege.

Roßhaupten – Was man bei der Beschäftigung von osteuropäischen Betreuungskräften alles beachten sollte, darüber referierte Gudrun Matusch, Rechtsanwältin im Ruhestand, jetzt bei der Veranstaltung „Zu Hause leben – mit Unterstützungs- und Pflegebedarf“.

Zu dieser hatte das Landratsamt Ostallgäu ins Mehrgenerationenhaus in Roßhaupten eingeladen. Im Rahmen dessen sprach Matusch von vier verschiedenen Beschäftigungsmodellen. Am Ende ihrer ungefähr eineinhalb Stunden langen Ausführungen gab sie zu, dass darunter kein Modell sei, bei dem es „keinen Hasenfuß“ gebe. Und auf manche Frage wusste Gudrun Matusch selbst keine eindeutige Antwort. Infolgedessen betonte die Rechtsanwältin hin und wieder: „Das weiß ich nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ 

Matuschs Referat stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung „Zu Hause leben – mit Unterstützungs- und Pflegebedarf“, zu dem das Landratsamt Ostallgäu ins Mehrgenerationenhaus in Roßhaupten geladen hatte. Die Beraterin für die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz konnte den rund 70 Besuchern, die die Seniorenbeauftragte des Landratsamtes, Christine Seiz-Göser, und Roßhauptens Bürgermeister Thomas Pihusch begrüßt hatten, dann auch nicht alle Zweifel nehmen, die jede Entscheidung zugunsten eines bestimmten Modells in sich birgt. 

Bei der Suche nach einer osteuropäischen Betreuungskraft sei es jedoch besser, sich an eine deutsche als an eine Vermittlungsagentur aus dem Land zu wenden, aus dem die Betreuungskraft stammt, beantwortete Matusch diese Frage ganz klar. 

Demgegenüber hatte die Referentin auf die Frage, inwieweit man etwa nachprüfen könne, ob ein ausländisches Vermittlungsunternehmen seriös sei oder ob Verträge mit den Vermittlungsunternehmen rechtlich hundertprozentig abgesichert seien, keine eindeutigen Antworten parat. 

Auch auf die Frage, ob es aus der Sicht einer Betreuungskraft besser sei, wenn ein Pflegebedürftiger einen Vertrag mit einer Vermittlungsstelle oder direkt mit der Pflegekraft abschließe, gab es keine eindeutige Antwort. Immerhin existierten sowohl bei einem Arbeitgeberverhältnis, bei dem der Pflegebedürftige als Arbeitgeber fungiere, als auch beim sogenannten Entsendemodell Risiken.

 Bei letzterem üben Betreuungskräfte als Arbeit- oder Auftragnehmer für ein Unternehmen vorübergehend eine Tätigkeit in Deutschland aus. Das beziehe sich auch auf den Fall, wenn sich zum Beispiel eine Pflegekraft aus Bulgarien als Selbstständige anbietet. Dabei drohe unter anderem die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. 

Pflegebedürftige sollten darüber hinaus selbst finanzielle sowie die Pflegeleistung betreffende Aspekte bedenken. Alle von Matusch vorgestellten Beschäftigungsmodelle seien indes legal, betonte die Referentin abschließend. Dabei fügte sie allerdings hinzu: „Man geht allerdings von einem Schwarzarbeitsanteil von ungefähr 80 Prozent in dem Bereich aus.“

lex

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