Infos für Anwohner

Verkehrsplaner Markus Schaible (hinten links am Podium) stellt die Verkehrsführung zum geplanten Einkaufszentrum Theresienhof vor. Foto: gau

Kempten und Kaufbeuren besitzen ein scheinbar besseres Einkaufsangebot als Füssen. Zu diesem Schluss könne man kommen, wenn man das Verhalten der Füssener beobachte, resümierte Paul Iacob am Mittwoch vergangener Frage im Haus der Gebirgsjäger seine Beobachtungen. Rund drei Stunden hatten beide Seiten, die Befürworter des neuen Einkaufszentrums Theresienhof mit der Verwaltung und diversen Firmen auf der einen und den Kritikern und Skeptikern des Konzeptes auf der anderen, Zeit, um ihre Argumente auszutauschen.

Um die Kaufkraft zurückzuholen bedürfe es eines Betriebes mit Magnetwirkung für die Stadt, so Iacob. Allerdings hat man in der Verwaltung aus ähnlichen Vorhaben gelernt und möchte die Bevölkerung frühzeitig mit einbinden. Dabei ist klar: der Wille, das neue Einkaufszentrum zu bauen ist da, der Stadtratsbeschluss dafür ebenso. Anregungen wollte Iacob mitnehmen, um das Gebäude bestmöglich anzupassen an die Gegebenheiten, vor allem aber an die Nachbarschaft. Die war zahlreich vertreten, rund fünf Dutzend Bürger waren gekommen, um ihre Sorgen und Ängste gegenüber den Planungen vorzubringen. Dabei zeigte sich aber, dass ein gewisses Informationsdefizit besteht. So musste Gerhard Abt vom verantwortlichen Planungsbüro viel Zeit aufwenden, um bestimmte, in der Bevölkerung als festgeschrieben angesehene Tatsachen zu entkräften oder zu relativieren. Etwa die Frage der Bauhöhe, die vor allem die direkten Nachbarn im Hotel stört. Im Laufe des Abends zeigte sich dann auch, dass die Bürger an mehr Details etwa zum Verkehrsaufkommen interessiert waren als an Zahlen zu den Fußgängern. Vor allem beschäftigte die Frage des Zulieferverkehrs. Aber auch wenn es die Gegner nicht gerne hören wollten, viele der von ihnen Geäußerten Argumente konnte Iacob gemeinsam mit den Vertretern der Firmen, etwa REWE, entkräften. So lässt sich etwa der Rückfahr-Alarmton bei Lkw abschalten, die Hotelgäste müssen nicht unbedingt morgens unsanft geweckt werden. Dabei musste Paul Iacob betonen, dass es sich um einen Bebauungsplanvorentwurf handelt. Allerdings stehen konkrete Planungen noch aus, diese werden im Herbst bei vorliegen entsprechender Gutachten beginnen. Dann sollen auch die Anregungen der Nachbarn eingearbeitet werden. Dass man keine Alternative zu dem zentrumsnahen Standort habe, machte Paul Iacob mehrfach klar, das seien Versäumnisse aus der Vergangenheit, die man nicht wiederholen wolle. Insbesondere auch der künftige Vollversorger Rewe stelle einen bedeutenden Standortgewinn dar. Man hole Kaufkraft zurück ins Zentrum Füssen, so Jörg Malek von der Rewe-Gruppe. Die fließe bislang in die Diskounter im Norden Füssens, man grabe sich auch nicht selbst das Wasser in Schwangau oder Füssen-West ab, so Malek. Wobei der Geschäftsmann, entgegen allen anderslautenden Aussagen der Gegner zum einen die Wirtschaftlichkeit des EKZ betonte. Aber auch deutlich machte, welch geniale Position Füssen habe – andernorts würde man die Rewe-Gruppe beknien, so zentral einen Markt zu errichten.

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