Verfugen wie im Mittelalter

Uni Innsbruck erforscht Mauerwerkstechniken an der Burgruine Ehrenberg

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Restaurator Erik Kirkwood arbeitet an dem historischen Gemäuer der Ruine Ehrenberg.

Reutte – Die Burgenwelt Ehrenberg öffnet am Freitag, 29. Mai, wieder ihre Pforten. Zwischenzeitlich ist die Universität Innsbruck auf das historische Gemäuer aufmerksam geworden. Sie wird hier historische Mauerwerkstechniken wissenschaftlich aufarbeiten.

Durch das Sicherungs-, Sanierungs- und Rekonstruktionsprojekt (Volumen 1,2 Millionen Euro) auf der Burgruine Ehrenberg, das im November 2018 begann und insgesamt fünf Jahre andauern wird, wurde die Uni Innsbruck auf diese große Kulturbaustelle aufmerksam. 

Während die Wirtschaftskammer Reutte in der ersten Phase das Projekt koordinierte, wird die Materialtechnologie der Uni Innsbruck nun wissenschaftlich aufarbeiten, wie hier Bindemittel zum Mauern, Verfugen und Verputzen des historischen Mauerwerks zum Einsatz gekommen sind. Das Ziel sei, die historischen, hydraulischen Kalke und ihre Bestandseigenschaften zu erforschen und ein Baukastensystem von NHL (Natürlich Hydraulische Kalke)-Halbfertigprodukten zu entwickeln. Diese sollen dann verstärkt bei der nachhaltigen Sanierung und Restaurierung von Kulturgütern, Denkmälern und historischen Bauten zum Einsatz kommen. Das NHL-Projekt wird über den europäischen Fonds für Regionalentwicklung „EFRE“ kofinanziert. 

„Der Verein Burgenwelt Ehrenberg freut sich natürlich über diesen interdisziplinären Austausch, da die Sanierung von historischem Mauerwerk einen wesentlichen Schwerpunkt in der Tätigkeit des Vereins Burgenwelt Ehrenberg darstellt”, sagte Geschäftsführer Armin Walch. Der Verein unterstütze die Uni Innsbruck bei der Baustellenlogistik. Außerdem werde sein Hausmeisterteam am Schulungsprogramm des Workshops teilnehmen. 

Alle Maßnahmen werde das Bundesdenkmalamt fachlich begleitet. Detaillierte Hintergrundinformationen zu diesem Workshop gaben auf der Ruine Ehrenberg die Projektverantwortliche Dr. Anja Diekamp und der Projektleiter Frowin Ruegenberg.

ed

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