Polizei informiert Schwangauer Senioren über die Tricks der Betrüger

»Urmutter des Trickbetrugs«

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Warnt besonders vor dem „Enkeltrick“: Der Füssener Polizeihauptmeister Roland Berkmüller, der die Teilnehmer am jüngsten „Schwangauer Mitanand“ im Schlossbrauhaus über diverse Tricks von Betrügern informiert.

Schwangau – In ihrer Familie selbst hat Margit Kiefer bereits schlechte Erfahrungen gemacht, weshalb sich die Seniorenbeauftragte der Gemeinde kürzlich ganz besonders über den Besuch von Polizeihauptmeisters Roland Berkmüller im Rahmen des „Schwangauer Mitanand“ freute.

So bekamen die etwa 60 älteren Mitbürger im Schlossbrauhaus nach dem gemeinsamen Mittagessen „einen Höhepunkt“ serviert. Als solchen bezeichnete Bürgermeister Stefan Rinke Berkmüllers Vortrag „Kriminalität im Alltag“.

Im Zuge dessen referierte der Polizeibeamte über verschiedene Varianten von Trickbetrug, die nach seinen Worten „häufig Senioren treffen“ und über die in den vergangenen Jahren immer wieder mal in der Presse zu lesen war. 

„Der Klassiker“, beziehungsweise „die Urmutter des Trickbetrugs“, ist dabei laut Berkmüller der „Enkeltrick“. Dabei würden ältere Menschen per Telefon kontaktiert und von den Ganoven, die sich als Enkel des Angerufenen ausgeben, um Geld gebeten. Dieses würde dann von jemandem abgeholt, den der angebliche Enkel dazu beauftragt habe. 

Alternativ solle das Geld über „Western Union“ überwiesen werden. Berkmüller warnte die gespannt lauschenden Senioren davor, dies zu tun. Beliebt bei den Betrügern seien außerdem Anrufe, in denen den Gesprächspartnern mitgeteilt werde, dass sie zum Beispiel ein Auto gewonnen hätten, dafür aber noch eine bestimmte Summe Geld, etwa für die Transportkosten zu bezahlen hätten. 

Auch in solch einem Fall riet Berkmüller, „gesund misstrauisch“ zu sein, und: „Wenn sie mutig sind, unterhalten sie sich ruhig mit denen.“ Trotzdem bekomme man „in der Regel nicht heraus, wo die Betrüger sind“.

 Meist „sitzen sie im Ausland“, weswegen es schwierig sei, „ihnen Herr zu werden“. 

Vorsicht an der Haustür

In anderen Fällen erschienen die Gauner direkt an der Haus- oder Wohnungstür und versuchten sich Zutritt zu verschaffen, um den beispielsweise durch die Bitte um ein Glas Wasser abgelenkten Bewohner zu berauben. 

Deshalb empfahl Berkmüller: „Lassen sie keine Fremden in die Wohnung!“ Ebenso solle man sich „an der Tür nichts andrehen“ lassen, ergänzte der Füssener Polizeihauptmeister und legte nahe: „Halten sie die Augen und Ohren auf!“ 

Wer unsicher sei oder Angst habe, könne jederzeit die Polizeinotrufnummer 110 anrufen oder, wie Kiefer hinzufügte: „Sie dürfen auch bei der Gemeinde anrufen.“ Schließlich wolle sie verhindern, dass es anderen so wie ihrer Tante in Ingolstadt ergeht, die in ihrer Wohnung „komplett ausgeraubt“ worden sei.

lex

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