Interessengemeinschaft entsteht in Brunnen

Im Schwangauer Ortsteil Brunnen wächst die Enttäuschung über die Regierenden im Gemeinderat. „Dass uns der Gemeinderat so sitzen lässt…“, bringt ein Anwohner der Seestraße die Empörung auf den Punkt. Stein des Anstoßes ist die Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplan in Brunnen, damit ein Hotel und neuerdings 22 Wohnungen gebaut werden können. Inzwischen hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, die auch juristisch vertreten wird.

Es ist das gleiche Bild: Horn–Truchsessweg, Horn–Am Ehberg und jüngst dazugekommen: Brunnen – Seestraße. Eine Familie will bauen und der Gemeinderat beschließt die vom Planer als einzig möglich erkannte Lösung. Gegen die Meinung und oft genug den Willen der Mehrheit der Anwohner. Oft genug auch gegen die Position der übergeordneten Stellen am Landratsamt und sogar in der bayerischen Regierung. Weil man sie nicht hört, beklagen denn auch die Brunner Bürger und begründen ihren Widerstand gegen die aktuellen Planungen. Man sei nicht gegen die Erweiterung des Huberhofes. Schon gar nicht gegen die ursprüngliche Westerweiterung, so die Vertreter der Interessengemeinschaft. Die erste Planung sei nur so undurchschaubar gewesen, dass man diese abgelehnt hatte, jüngere Planungen stießen dagegen auf das Wohlwollen der Anwohner in der Seestraße. Dass ein kleiner Hotelier die Möglichkeit bekommt, sein Haus zu erweitern, dagegen ist man nicht. Dass aber gezielt einer Familie geholfen wird, wie es jüngst Rupert Gebler in der Gemeinderatssitzung ausgesprochen hat, schon. Die Probleme eines Bauern in der Seestraße sind im Dorf hinlänglich bekannt, dass er sich auf diese Weise sanieren darf, unverständlich. Umso mehr, nachdem durch den Verkauf seiner Grundstücke auch das Wohnhaus verloren geht. „Ein Wohnhaus können sie ihm nicht verweigern“, so ein Nachbar. Was darauf hinauslaufe, dass, so wurde es auch im Gemeinderat offen befürchtet, der Landwirt im Aussenbereich bauen wird. Dabei spricht ihm das Landwirtschaftsamt die Befähigung ab, einen Hof zu führen, wie es jüngst im Gemeinderat zu hören war. Auch fehlt ein Nachfolger für den Hof, auf dem mittlerweile keine Milchviehhaltung mehr betrieben, sondern nur noch Jungvieh gehalten wird. Doch auch die Notwendigkeit, an Stelle des alten Hofes nun über 20 Wohneinheiten zu errichten, erkennt nicht jeder. Insbesondere, da aktuell kein Bedarf bestünde. Sauer ist man in Brunnen auch, da man die wirkliche Planungsgröße der Gebäude nicht kennt. Nicht größer als die bestehenden, heißt es. Aber, so ein Anwohner: östlich der Seestraße müssen erst 1,5 Meter aufgeschüttet werden, damit die Bauunterkante über der Stauhöhe des Sees von 784,23 Meter liegt. Auch Gudrun Hummel von der Bauverwaltung am Landratsamt missfallen die Planungen mit drei Gebäuden. Sie befürwortetet dagegen eine organisch gewachsene Ortstruktur, Martin Mielich argumentiert, dass solche Entscheidungen doch vor Ort getroffen werden sollten. Vor Ort wird allerdings auch kolportiert, dass die Brunnener Bürger einverstanden seien mit den Planungen. Wie man es auch gerne sähe am Truchsessweg und am Ehberg. Dort allerdings geht der Widerstand soweit, dass man nun Vertreter des Landtages begrüßen wird. Die waren 2004 schon einmal in Schwangau und hatten der Gemeinde empfohlen, die Planung anders zu gestalten.

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