Füssen Tourismus und Marketing und seine Partner referieren vor Gastgebern über gesunden Schlaf

Raus aus dem Schlafzimmer

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Beim Füssener Projekt „Gesunder Schlaf“ setzt Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier (links) auf die Kompetenz von Partnern wie Professor Markus Jüster (v.r.) und Baubiologin Regine Schienbein. Ansprechparterin vor Ort ist Projektmanagerin Julia Böck (2. v. l.) aus dem Team Füssen Tourismus und Marketing (FTMN).

Füssen – Die Touristenstadt Füssen will auf dem Gebiet des gesunden Schlafes Gäste gezielt unterstützen.

Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier hat jetzt über das Projekt informiert, das mit wissenschaftlichen Methoden gemeinsam angegangen wird.„Die Kneipptherapie ist für gesundes Schlafen ein wertvoller Teil in unserem neuen Projekt“, betonte der Tourismusdirektor vor rund 60 Besuchern des Info-Abends im Luitpoldpark Hotel. 

Schlaflos in Füssen? Zu seinen dunklen Augenringen ist ein Allgäu-Urlauber bestimmt nicht gekommen, weil in der Region das Nachtleben inzwischen ähnlich wild wie in New York oder Mallorca wäre. Gäste bringen ihr Problem des schlechten Schlafes mit – und keinem sei damit gedient, wenn Nachtportiers als Service lediglich ein anderes Kopfkissen reichen. Dies unterstrichen alle drei Referenten. 

Zielgruppe des informativen Abends „Gesund schlafen in Füssen“, der zwei Stunden dauerte, waren die Gastgeber. Die rund 60 Besucher stellten einen gemischten Zuhörerkreis mit Fachärzten und Therapeuten im Luitpoldpark-Hotel dar, die der Einladung von Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier gefolgt waren. Die Teilnehmer dieser Veranstaltung in der Reihe „Tourismusabend“ erhielten darüber hinaus persönlich Tipps, über das eigene Schlafverhalten in aller Ruhe einmal gründlich nachzudenken. 

Kein Modethema

 Mit den beiden wissenschaftlichen Partnern Ludwig-Maximilians-Universität München und Hochschule Kempten entwickelt Füssen Tourismus und Marketing (FTM) über einen längeren Zeitraum hinweg ein Konzept (der Kreisbote berichtete). Von der zum Schlaf einladenden Gestaltung des Pensions- oder Hotelzimmers bis hin zur fachmedizinischen Betreuung solle dabei alles zum Wohl der Gäste getan werden. 

Angesichts der Besorgnis erregenden Fakten, dass nach Angaben der 2017 veröffentlichten Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) 80 Prozent der Erwerbstätigen, das sind 34 Millionen Deutsche, über Probleme mit dem nächtlichen Erholungsschlaf klagen, könne nicht von einem „Modethema“ gesprochen werden, so die Referenten. Körper und Geist brauchen ausreichend Schlaf von sechs bis acht oder sogar zehn Stunden, um sich zu regenerieren. Schlafen macht ein Drittel des Lebens aus, das nicht nur passiv verbracht wird, sondern mit aktivem Gehirn. „Eine Nacht darüber schlafen“, hilft bekanntlich dabei, um eine Problemlösung zu finden. 

Die zentrale Botschaft des Info-Abends war: die Touristenstadt Füssen ist drauf und dran, sich auf dem Markt als Schlafkur-Stadt zu positionieren. Dabei ist die enge Verbindung mit den Kneipp`schen Grundsätzen elementar, wie der Tourismusdirektor näher erläuterte. Warum der Schlaf lebenswichtig ist, erklärte die Münchener Public-Health-Professorin Angela Schuh. Auf ihren Vortrag folgten Hochschullehrer Markus Jüster aus Kempten und Regine Schienbein aus Görisried, die bei einer Beratungsgesellschaft arbeitet. 

Was strahlt denn alles auf uns ein? Diese Frage ging sie detailliert nach und gab die Empfehlung, „Schlafstörer wegfallen zu lassen“. Dazu gehören Geräte, die wie Smartphones schon in Kinderhänden sind, und bestimmt in jedem Schlafzimmer stundenweise entbehrt werden könnten. 

Chance für Füssen 

Beide Gastreferenten werden später im Projekt als Coach dienen. 

Ansprechpartnerin aus dem Team von Füssen Tourismus und Marketing ist Tourismuskauffrau Julia Böck, die sich speziell für ihre vielseitigen Aufgaben als spezialisierte Produktmanagerin innerhalb von drei Jahren in Ravensburg weiter gebildet hat. „Ich habe dort die Duale Hochschule Baden-Württemberg DHBW besucht“, sagte sie auf Nachfrage. Wie Professor Jüster unterstrichen hatte, gebe es „eine große Chance für Füssen, sich künftig als Stadt des gesunden Schlafes einen Namen zu machen“. 

Er hatte an teilweise kuriosen Beispielen gezeigt, wie es die anderen Hotels schon machen. Das zeige betonte Jüster, „der Bedarf ist da“.

cf

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