Jahreskonzert der "Harmoniemusik" Nesselwang sorgt für eine volle "Alpspitzhalle"

Packender Anfang, starkes Ende

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Mit ihrem Jahreskonzert „Märsche und Leben“ sorgt die „Harmoniemusik“ für Begeisterung beim Publikum in der „Alpspitzhalle“.Foto: Hoellisch
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Mit ihrem Jahreskonzert „Märsche und Leben“ sorgt die „Harmoniemusik“ für Begeisterung beim Publikum in der „Alpspitzhalle“.Foto: Hoellisch
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Mit ihrem Jahreskonzert „Märsche und Leben“ sorgt die „Harmoniemusik“ für Begeisterung beim Publikum in der „Alpspitzhalle“.Foto: Hoellisch
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Mit ihrem Jahreskonzert „Märsche und Leben“ sorgt die „Harmoniemusik“ für Begeisterung beim Publikum in der „Alpspitzhalle“.Foto: Hoellisch
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Mit ihrem Jahreskonzert „Märsche und Leben“ sorgt die „Harmoniemusik“ für Begeisterung beim Publikum in der „Alpspitzhalle“.Foto: Hoellisch
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Mit ihrem Jahreskonzert „Märsche und Leben“ sorgt die „Harmoniemusik“ für Begeisterung beim Publikum in der „Alpspitzhalle“.Foto: Hoellisch
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Mit ihrem Jahreskonzert „Märsche und Leben“ sorgt die „Harmoniemusik“ für Begeisterung beim Publikum in der „Alpspitzhalle“.Foto: Hoellisch

Nesselwang – Unter das Motto „Märsche und Leben“ hatte der Dirigent der Nesselwanger Harmoniemusik, Helmut Wittmann, seine Auswahl für das diesjährige Jahreskonzert gestellt.

18 Gesamt- und Registerproben sowie ein Probenwochenende waren dem anspruchsvollen und absolut hörenswerten Konzert vorausgegangen, was auch die vielen Besucher in der fast vollbesetzten „Alpspitzhalle“ bestätigten.

Kurz vor der Pause ehrte die zweite Vorsitzende des ASM-Bezirks III Füssen, Jannike Heiland, zwei Musikerinnen und zwei Musiker für ihre Leistungen und ihre Treue zur Harmoniemusik: Stefanie Müller (Klarinette) und Andreas Kümmerle (Tenorhorn) wurden für 15 Jahre und Rudi Maget (Posaune) für 25 Jahre geehrt. Rudi ist vielseitig einsetzbar und hilft auch immer wieder bei anderen Instrumenten aus“, so Heiland in ihrer Laudatio über das musikalische Multitalent. 

„Sie hat die Bläserprüfung D3 mit sehr gutem Erfolgt abgeschlossen. Jeder der etwas damit zu tun hat, weiß was es heißt“, so die stellvertretende Bezirksvorsitzende. Sie überreichte Marciana Endras (Saxophon) die Urkunde und das goldene Musikerleistungsabzeichen. 

Josef Haug, Ehrenmitglied der Harmoniemusik, war zum letzten Mal beim Jahreskonzert dabei. Bereits bei der Generalversammlung gab er seinen Rücktritt bekannt. „Nach 50 Jahren muss irgendwann mal Schluss sein“, so Haug im Januar. 

Mit dem Königsmarsch, 1906 für den damaligen preußischen König Wilhelm II. von Richard Georg Strauss (1864 - 1949) komponiert, eröffnete die „Harmoniemusik“ den Abend. „Märsche begleiten uns das ganze Leben. In Krieg und Frieden, Tod und Leben“, so Gabriel Maget, der zusammen mit Marciana Endras moderierte. 

Mit dem Des Großen Kürfürsten-Reitermarsch von Cuno Graf von Moltke (1847 - 1923) ging es weiter. Moltke hatte den Marsch dem Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst Nr. 1 in Breslau gewidmet, in dem er von 1884 bis 1889 gedient hatte. Der Marsch war dem Regimentschef, Kaiser Wilhelm II., gewidmet. Moltke hatte den Marsch erst 1892 nach seinem Dienstende komponiert.

Internationale Märsche 

Aus dem zweiten Aufzug der Oper Lohengrin von Richard Wagner (1813 - 1893) stammt der feierliche Marsch „Elsa‘s procession to the Cathedral“. Ihm folgten der bekannte italienische Trauermarsch „Una Lagrima sulla tomba di mia madre“ (Eine Träne auf das Grab meiner Mutter) von Amedeo Vella (1839 - 1923). Dieser hatte den Marsch bereits im Alter von elf Jahren nach dem Tod seiner Mutter komponiert. 

Mit dem „Textilaku“, dem Marsch der Textilarbeiter von Karol Pádivý (1908 - 1965) ging es in die Pause. Sir Edward William Elgar (1857 - 1934), 1904 zum Ritter geschlagen, komponierte den ersten Teil von „Pomp and Circumstance“ anlässlich der Krönung von König Edward VII. im Jahr 1902. Der Marsch erhielt auch den Titel „Land of Hope und Glory“, unter dem er bekannter sein dürfte und gilt als Regionalhymne Englands. 

Insgesamt besteht das Werk aus fünf Märschen. „Semper Fidelis“ (Für immer treu) ist das Motto des US-Marine Corps und ein 1888 komponierter Marsch aus der Feder von John Philip Sousa (1854 - 1932), der unter anderem mehr als 130 Märsche komponierte. Darunter auch „The Washington Post“, ein Marsch, der 1889 anlässlich der Preisverleihung eines Aufsatzwettbewerbs der bekannten Zeitung uraufgefürt wurde. Nach ihm benannt ist auch das Sousaphon, eine Form der Tuba.

Großes Lob von Erhart

„The Imperial March“ wurde von John Towner Williams (geb. 1932) für den film „Star Wars Episode V: Das Imperium schlägt zurück“ geschrieben. Der mehrfache Oscar-, Emmy-, Golden-Globe- und Grammy-Gewinner arbeitete mit Steven Spielberg und George Lucas in vielen Filmen zusammen.

Der Allgäuer Kurt Gäble (geb. 1953) schrieb den Marsch „Salemonia“ für das Schlossseefest in Salem, eine der größten Open-Air-Veranstaltungen der Bodenseeregion. Die fünf Salemer Musikvereine sind Initiatoren der Großveranstaltung. „Salemonia“ wird zur Eröffnung des Schlossseefestes gespielt. 

„Zum Städtel hinaus“ von Georg Meissner (1873-1948) wurde 1908 komponiert und hat als Grundlage das bekannte deutsche Volkslied aus dem Jahr 1827. Seit 1999 ist der Marsch zugewiesener Truppenmarsch der Marinetechnikschule der Bundesmarine in Parow nördlich von Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern. Der „St.-Louis-Blues“, ein beswingter Marsch aus der Feder von William Christopher Handy (1873 - 1958) war eine der beiden Zugaben, die von den Besuchern des Jahreskonzerts mit viel Applaus eingefordert wurden. 

Und wie es schon Tradition ist, wird zum Abschluss des Jahreskonzerts der „Nesselwanger Marsch“ des ehemaligen Dirigenten Josef Köberle gespielt. „Es gibt viele Termine, zu denen ich nicht so gern hingeh. Zu anderen geh ich gern hin – wie das Jahreskonzert der Harmoniemusik“, so Bürgermeister Franz Erhart. 

Er dankte für das schöne Konzert. „Es hat packend angefangen und ganz stark aufgehört. Zwei Dinge sind wunderbar heute. Die vielen Besucher und das wir so viele schöne Märsche hörten“, sagte Erhart. „Marschmusik erleichtert das Marschieren der Musiker im Gleichschritt.“

Er dankte der „Harmoniemusik“ für ihre großes Engagement für das kulturelle und kirchliche Leben. Helmut Wittmann bedankte sich ebenfalls bei den Musikern für das gelungene Konzert. Sein Dank galt auch den zahlreichen Zuhörern. „Wir hatten den Eindruck, es hat euch gefallen“, so der Dirigent.

Herbert Hoellisch

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