Kleiner als zuerst geplant

Investor ändert Pläne für Gastronomieneubau am Weißensee

+
Bürgermeister Paul Iacob (links) auf dem absteckten Areal für den geplanten Neubau am Weißensee. Bei dem Ortstermin mit dabei war auch Felix Blersch, der Mitte Februar die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung im Rathaus übernommen hat.

Weissensee – Deutlich kleiner als ursprünglich geplant soll jetzt der umstrittene Gastronomieneubau mit Terrasse am Weißensee werden. Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) hatte am Montag die Presse eingeladen, sich vor Ort die offiziell geänderte Markierung für den geplanten Neubau anzusehen. 

Ob diese Pläne aber wirklich umgesetzt werden, ist jedoch fraglich. Schließlich strebt die Interessengemeinschaft zum Erhalt des bestehenden Kiosks derzeit ein Bürgerbegehren an (der Kreisbote berichtete mehrfach). Bis der Stadtrat darüber entscheidet, liegt das Projekt jedenfalls auf Eis.

Ursprünglich hatte der Füssener Gastronom Otto Sentürk in seinen Plänen knapp 400 Quadratmeter für den Gastronomieneubau angedacht – und danach eingelenkt. Die neuen Markierungen lassen erkennen, „dass der neue Plan des Investors vorsieht, die Gebäudefläche stark zu verringern“, so der Rathauschef. Aktuell wird von 200 Quadratmetern plus zirka 100 Quadratmetern für die Terrasse ausgegangen. Was nach den geänderten Plänen, die fast eine Halbierung des Neubaus ins Spiel brächten, an Fläche auf der Liegewiese verloren gehe, könne durch „Renaturierung“ des Areals zwischen Kiosk und Liegewiese weitgehend ersetzt werden, betonte Iacob. 

Bürgerbüro prüft Listen 

Einer der ersten Besucher, der sich über die künftigen Ausmaße vor Ort informierte, war der Vorsitzende des Tourismusvereins Weißensee, Ralph Söhnen. Etwas später kam Christian Schneider (Füssen-Land) dazu. Er gehört zu den Initiatoren der Unterschriftenaktion für den Kiosk-Erhalt. Auf Nachfrage des Kreisbote bestätigte Markus Gmeiner vom Ordnungsamt der Stadt Füssen: „Bei uns ist am Montag, 19. Februar, der Antrag für ein Bürgerbegehren eingereicht worden.“ An Gmeiner und die Stadtverwaltung wurden Listen mit 2440 Unterschriften aus der Aktion Pro-Kiosk übergeben (der Kreisbote berichtete). „Das Bürgerbüro prüft diese Listen“, so Gmeiner zum weiteren Vorgehen. Innerhalb eines Monats müsse der Stadtrat eine Entscheidung über die Zulässigkeit des beantragten Bürgerbegehrens fällen. 

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass die Verwaltungsseite ein Ratsbegehren initiiert. Das Projekt Strandbad, wie auch Bürgermeister Paul Iacob den Status quo beschrieb, liegt derzeit folglich auf Eis, bis sich in einer Sitzung des Stadtrats das weitere Vorgehen ergibt. Die Zeitspanne bis dahin wollen die Befürworter einer Kiosk Sanierung ebenso wie die Verwaltung und die Stadträte nutzen, um ihre Position zu verdeutlichen. 

Beim Pressetermin unterstrich der Bürgermeister Iacob auf Nachfrage des Kreisbote: „Zu einem Neubau gibt es aus unserer Sicht keine Alternative. Es geht um eine Qualitätsoffensive, die hier umgesetzt werden soll. Wir wollen in Weißensee eine Verbesserung am Strandbad-Areal.“ 

Stadtrat entscheidet 

Der Kiosk sei in einem Zustand, „der nicht mehr akzeptiert werden kann“. Der Bürgermeister forderte dazu auf, sich selbst ein Bild zu machen. „Dafür sind die Ausmaße des geplanten Neubaus neu abgesteckt worden.“ Iacob ergänzte im Gespräch mit dem Kreisbote nach der neuerlichen Ortsbegehung: „Es ist gutes Recht der Bürger, für ihre Position Unterschriften zu sammeln. Der Füssener Stadtrat wird demnächst über das weitere Vorgehen entscheiden.“ 

Die vorgeschlagene und vom Rathauschef favorisierte Lösung entspreche „genau unserem Auftrag, so zu handeln, dass Weißensee im Rahmen der Qualitätsoffensive durch Füssen Tourismus und Marketing“ zum Zuge komme. Auch die Bürger in Weißensee, so Iacob gegenüber unserer Zeitung, hätten doch immer wieder eine Verbesserung der Situation gefordert, „die inzwischen möglich ist.“

Chris Friedrich

Auch interessant

Meistgelesen

Eine Schlitzwand soll Forggensee-Staudamm weiter stabilisieren
Eine Schlitzwand soll Forggensee-Staudamm weiter stabilisieren
Füssen: Drogenkurier mit 20 Kilogramm Marihuana gefasst
Füssen: Drogenkurier mit 20 Kilogramm Marihuana gefasst
Tag der offenen Tür in der Berufsausbildung der Plansee Gruppe
Tag der offenen Tür in der Berufsausbildung der Plansee Gruppe
Deutscher stürzt in die Tiefe
Deutscher stürzt in die Tiefe

Kommentare