"Vorgeschobene Argumente"

Nach Aus für das Hotel am Festspielhaus stehen Naturschützer in der Kritik

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Wie steht es um die ökologische Wertigkeit des Auwaldes an der Füssener Ach und des gesamten Areals am Festspielhaus? Um diese und andere Fragen des Naturschutzes ist in den vergangenen Wochen ein erbitterter Streit entbrannt.

Füssen – Schwere Vorwürfe gegen die Hotel-Gegner von Bund Naturschutz (BN) und Kreisfischereiverein (KFV) erhebt Festspielhaus-Eigentümer Manfred Rietzler in seiner Stellungnahme von Mittwochnachmittag, in der er die Rücknahme seiner Hotel-Pläne bekannt gab

Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik an den Aussagen der Naturschützer gegeben. Diese kontern und wollen mit einem Gutachten die Vorwürfe widerlegen, das am heutigen Freitagnachmittag vorgestellt werden soll.

 Der Vorwurf, die Naturschützer würden mit fachlich nicht fundierten Argumenten Stimmung gegen das Hotel-Projekt machen und die ökologische Wertigkeit des betroffenen Gebiets an der Füssener Ach übertreiben, zieht sich von Anfang an wie ein roter Faden durch die gesamte Debatte. 

Selbst Peter Griegel, stellvertretender Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz (LBV), hatte Ende Juni seine Unterstützung für das Bürgerbegehren zurückgezogen, da er mit einigen Aussagen im Info-Flyer von BN und KFV nicht einverstanden war. „Hauptgrund sind für mich im Flyer stehende Behauptungen, hinter denen ich nicht stehen kann“, erklärte er auf Nachfrage des Kreisbote. Dabei handle es sich zum einen um die Aussage, der Bau des Hotels erfolge zum Teil in einem Auwald. Zum anderen werde die Wertigkeit des Gebiets als Vogelhabitat übertrieben. 

Auch Wolfgang Kühnl, ehemaliger Spitzenbeamter am Landratsamt Ostallgäu und mittlerweile als Berater für Manfred Rietzler tätig, widersprach den Hotel-Gegner von Beginn an vehement.

Investor Manfred Rietzler wirft BN und Fischern in seinem State­ment vomMittwoch erneut vor, „mit fehlenden Fakten und vorgeschobenen Argumenten“ eine Negativstimmung gegen das Vorhaben erzeugt zu haben. Diese sei nun aber gestreut und auch nicht mehr umkehrbar – für ihn ein deutliches Zeichen, sich zurückzuziehen. Selbst sein Angebot, das Hotel neu zu planen und den Forggensee dabei unangetastet zu lassen, sei aus „grundsätzlichen ideologischen Erwägungen nachhaltig abgelehnt worden“, so Rietzler am Mittwoch. „Ich persönlich finde es sehr bitter, dass hier eine solch gravierende Spaltung der Meinungen stattgefunden hat.“ Daneben beklagt er einen fehlenden Schulterschluss zwischen Festspielhaus, Stadtrat und Füssener Bürgern. „Es zeigt sich merklicher Widerstand.“ 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) warf den Hotel-Gegnern in einer ersten Stellungnahme am Mittwochabend ebenfalls vor, „mit teils fachlich nicht fundierten Argumenten Stimmung“ gemacht zu haben. 

Angesichts der massiven Vorwürfe hat der BN bereits vor einigen Wochen ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die ökologische Wertigkeit des betroffenen Areals an der Füssener Ach belegen soll. Vorgestellt werden soll die Expertise am heutigen Freitagnachmittag. „Wir werden aufzeigen, dass wir nicht mit falschen und nicht fundierten Argumenten gearbeitet haben“, kündigte Anne Berkmüller vom BN an.

Naturschützer kontern 

Auch Alexander Beck, Sprecher des Bündnisses, wies die Vorwürfe stets zurück. „Wir halten das Bürgerbegehren für das demokratische und notwendige Mittel, um unserer Verantwortung für die Bewahrung der Natur in unserer gemeinsamen Allgäuer Heimat nachzukommen.“ Immerhin hätten über 2000 Füssener das Bürgerbegehren unterschrieben.

Wenig erfreulich sei daher, dass Rietzler das Bürgerbegehren gegen das Hotel in ein Bürgerbegehren gegen das Festspielhaus umgedeutet habe. „Diese unzulässige Drohkulisse gefährdet die demokratische Intention des Bürgerbegehrens.“ Außerdem sei von Seiten der Hotel-Gegner immer wieder betont worden, dass man für den Erhalt des Festspielhauses sei. Laut Beck bleibe die Gruppierung gesprächsbereit. „Dabei kann es aber nur um sinnvolle Alternativen zur aktuellen Planung gehen, welche sowohl unsere Natur schützen als auch die Zukunft des Festspielhauses sichern.“

Matthias Matz

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