Gemeinderäte machen Weg für Vier-Sterne-Hotel frei

Ein Vier–Sterne–Hotel für Lechburck

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Diese Visualisierung zeigt Gerhard Abt in der Lechbrucker Gemeinderatssitzung. Es zeigt, wie der Projektentwickler sich das geplante Vier-Sterne-Hotel vorstellt. Im Vordergrund ist der Zugang zum Lechsee zu sehen.

Lechbruck – Auf dem Gelände des seit zwölf Jahren geschlossenen Hallenbades könnte bald ein Vier-Sterne-Hotel mit Badelandschaft, Wellnessbereich, Konferenzräumen und eigener Gastronomie entstehen. Den Weg für entsprechende Pläne hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung freigemacht.

Was Gerhard Abt vom gleichnamigen Planungsbüro den Lechbrucker Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung vortrug, glich schon einer Bombe. Auf dem Areal des geschlossenen Hallenbades möchte ein, bislang ungenannter Investor ein Hotel errichten. In Form eines großen U, dessen Innenhof sich zum oberen Lechsee hin öffnet, so Gerhard Abt, solle das dreigeschossige Hotel errichtet werden. Unter dem Innenhof, der sich als Terrasse an den Hotelempfang anschließt, soll eine Badelandschaft, Abt nannte unter anderem die Stichworte Erlebnis- und Spaßbad, mit einem Saunabereich unterkommen, an den sich ein medizinischer Badebereich anschließt. 

Halle und Bad kommt weg 

„Das muss aber noch konkretisiert werden“, so Abt zu den Skizzen, die der Projektentwickler zur Verfügung gestellt hatte. An den dreigeschossigen Hauptteil des Hotels mit Lobby und Empfang schließen sich auf der Ost- und Westseite zwei Hotelflügel an, auf der Westseite gibt es zudem noch den „Seeblick“. Im Hotel gebe es drei Kategorien, neben einfachen Zimmern auch Appartements und Suiten für Feriengäste, Business, aber auch im Bereich Medical Wellness. 

Die Philosophie, die hinter den Projekten der Firma Rappold steht, die unter anderem schon mehrere Badelandschaften geplant haben soll, sei die gute Qualität für Familien, Urlauber und Geschäftsleute, Jung und Alt, so Gerhard Abt. „Die sollen sich wie zu Hause fühlen“, so der Planer, der relativ unverhofft die Ideen vorstellen sollte. 

Lange war das vor rund zwölf Jahren geschlossene Hallenbad am Lechsee, wie auch die alte Schule, ein schweres Erbe für Verwaltung und den nun in zweiter Amtsperiode regierenden Bürgermeister, Helmut Angl (FW). Seinerzeit schlug das Hallenbad mit 200.000 Euro Betriebskosten zu Buche. Kosten, die sich Gemeinde, das Feriendorf und Campingplatz bzw. der Campingklub beim Bau eigentlich teilen wollten. Nach dem Wechsel in der Vorstandschaft des Campingklubs wurde diese Zusammenarbeit aber aufgekündigt, sodass Angls Vorgänger Dietmar Hollmann sich zur Schließung gezwungen sah, nachdem auch keine Betreibergesellschaft gefunden werden konnte. 

Gleich neben dem vor mehr als 30 Jahren gebauten Hallenbad gibt es eine zweite „Bauruine“, die zwar noch erfolgreich bei der Auerberglandschau genutzt wurde, nun aber ebenfalls ohne viel Federlesens abgebrochen werden soll, die Tennishalle. 

Seezugang soll bleiben 

Beide Objekte, Bad wie Tennishalle sollen für den geplanten Neubau weichen, die Via Claudia-Straße an den Hangfuß verlegt werden, damit das Hotel Zugang zum Lechsee bekommt. Trotzdem soll der Seezugang für die Öffentlichkeit erhalten bleiben, wie Gerhard Abt anhand der vorläufigen Pläne zeigte. So wird der Fußweg vom Ort zum Campingplatz über das Hotelareal geführt, auch, weil das auf der Ostseite geplant Bistro für externe Gäste, etwa aus dem benachbarten Campingplatz, zugänglich sein soll. 


„Die Gemeinde geht in die Planungen rein ohne einen Pfennig Geld bezahlen zu müssen“ 

Helmut Angl, Bürgermeister 

Aus Sicht des Bürgermeisters ist der Umstand positiv, dass nach den vorliegenden Planungen der Projektentwickler nicht nur diese Kosten übernimmt, sondern der Investor auch den Abbruch des Hallenbades sowie der Tennishalle und die Verlegung und den Neubau der Gemeindestraße bezahlen wird. „Die Gemeinde geht in die Planungen rein ohne einen Pfennig Geld bezahlen zu müssen“, so Helmut Angl. Allerdings unterstrich der Bürgermeister, dass „noch nichts in trocknen Tüchern ist“. Man sei noch nicht beim Notar gewesen, so Angl, der Kaufvertrag sei also noch nicht abgeschlossen, der über den Investor keine Auskunft geben konnte. Dieser muss allerdings bis zum Satzungsbeschluss für den Neubau bekannt sein, wie Gerhard Abt anmerkte. 

Darüber hinaus hat die Gemeinde, wie aber auch der Investor, umfassende Rücktrittsrechte. So muss der Kaufpreis, den Angl nicht nannte, bis zum 30. September 2016 überwiesen sein, vor Baubeginn muss der Bauträger auch den Nachweis führen, dass das Vorhaben durchfinanziert ist. 

Beschließen musste der Gemeinderat jetzt den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich des Hallenbades, das im Bebauungsplan Sterlemoos aufgeführt ist. Gleichzeitig mussten die Räte grünes Licht geben für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Areal. Wie Abt anmerkte, bedarf es eines vorhabenbezogenen Erschließungsplans und des Antrags, damit die Gemeinde die Bauleitplanung in Gang setzen und den Flächennutzungsplan ändern kann. 

Synergien nutzen 

Der Bebauungsplan für das ca. 3,7 Hektar große Areal, das auch einen Teil des Seeufers umfasst, soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein. Erste Gespräche im Landratsamt habe es gegeben, dabei wurden auch Regeln für das Biotop angesprochen. Von Seiten des benachbarten Campingplatzes sei man glücklich über die möglichen Synergien, so Helmut Angl. Insbesondere nannte Angl das Bistro. 

Aber auch der „Gesundheitstrakt“, der auf der Westseite realisiert werden könnte, wurde positiv bewertet. Wobei Angl einschränkte, dass mit Reha weniger eine postoperative, also medizinische Rehabilitation, sondern vielmehr bei Problemen wie Burn-out gemeint sei. Beide Beschlüsse fasste der Gemeinderat ohne Gegenstimme. Oliver Sommer

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