Stradivari als Vorbild

Italienischer Geigenbaumeister stellt seine Arbeit beim Füssener Festival "vielsaitig" vor

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Marco Coppiardi (rechts) und Georg Albeck beantworten Fragen von Karin Wolf aus dem Verdi Quartett.

Füssen – Aus Füssens Partnerstadt Cremona war jetzt der italienische Geigenbaumeister Marco Coppiardi zu Besuch. Der 52-jährige Italiener ist für den exakten Nachbau von Stradivari-Geigen bekannt und hat jetzt beim „Treffpunkt Geigebau“ im Colloquium teilgenommen. 

Im Rahmen des Kammermusikfestival „vielsaitig” hat er dort am vergangenen Sonntag Fragen beantwortet und seine Arbeit vorgestellt.

Der Italiener überraschte die Veranstalter allerdings dadurch, dass er kein einziges Geige aus seinen Werkstätten in Cremona und Mailand mitgebracht hat. „Alle meine Instrumente sind verkauft“, erklärte er beim „Treffpunkt” den Gastgebern und dem Kreisboten erfreut. Doch Coppiardi ist nicht mit leeren Koffern zum Geigenbaufestival gereist. Er präsentierte einzelne, von ihm gefertigte Teile, die für seine präzisen Nachbauten dienen. 

Neben den weltberühmten Stradivari-Geigen dienen Coppiardi auch Instrumente der Meisterfamilie Guarneri als Vorbild. Anhand seiner Bauteile erläuterte der Geigenbaumeister, was eine Stradivari und eine Guarneri voneinander unterscheidet. 

Der Italiener begann seine Ausbildung als 14-Jähriger. Im Wechsel von Theorie und Praxis lernte er so schon früh erste Geigenbauer-Kenntnisse. Coppiardi berichtet, dass er jedoch nicht aus einer Familie komme, die vom Instrumentenbau lebte. Auch wenn sie die Musik liebten. Auch die beiden inzwischen erwachsenen Kinder seien nicht in seine Fußstapfen getreten. 

Ein weiterer Fachmann war unter den aufmerksamer Zuhörern. Der aus Tübingen stammende Geigenbaumeister Georg Albeck, der sich in Roßhaupten niedergelassen hat, fachsimpelte mit Coppiardi. Dass der Italiener heuer erstmals Füssen besuchen konnte, ermöglichte Oliver Radke. Der Füssener Geigenbaumeister pflegt mit dem Coppiardi inzwischen eine längere Freundschaft. 

Der „Treffpunkt“ ist am Samstag, 7. September, noch bis 17 Uhr geöffnet. Zu bewundern sind unter anderem auch Instrumente von Andreas Ott, der eine Werkstatt in Kempten besitzt.

cf

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