Der Quereinsteiger kommt aus Hessen

Ein "Neuer" im Füssener "Jufo"

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Jufo-Leiter Stefan Splitgeber (rechts) und sein neuer Kollege Adrian Kroll stellen ein ständig wechselndes Programm zusammen. Beide haben ein offenes Ohr für Jugendliche, die ihnen Wünsche, Anregungen, Fragen und Probleme vortragen.

Füssen – „Jufo“-Leiter Stefan Splitgerber hat Verstärkung bekommen: Adrian Kroll greift dem Team des „Jufo“ ab sofort unter die Arme.

Gemeinsam organisieren die beiden städtischen Angestellten vom Füssener Jugendtreff Ausflüge, Filmabende, Workshops und regelmäßige Treffen im Skate- und Bikepark im Weidach. Der Kreisbote war neugierig zu erfahren, warum Kroll und seine Familie aus Hessen ins Allgäu „ausgewandert“ sind. Der große Familien-Umzug aus dem hessischen Hanau nach Füssen ist längst unter Dach und Fach gebracht. 

Demzufolge hat der staatlich anerkannte Erzieher Adrian Kroll den Kopf frei, sich um seine ziemlich vielfältigen Aufgaben am neuen Arbeitsplatz zu kümmern. Kroll hatte sich 2018 erfolgreich auf die frei werdende Stelle im Jugendtreff „Jufo“ beworben, der damit mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern den Slogan „Schau doch mal rein“ durch Angebote zur Freizeitgestaltung lebendig werden lässt. „Es war phänomenal, wie Adrian bei den Jugendlichen aufgenommen worden ist“, berichtet Stefan Splitgeber im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Er leitet als Diplom-Sozialpädagoge den Jugendtreff, der nach seinen Vorstellungen einmal im Weidach als Nachbar der neuen Skate- und Bike-Anlage seine Türen öffnen sollte. Kroll hat das Sportgelände inzwischen etwas näher kennengelernt, denn selbstverständlich ist auch dort ein regelmäßiger Treffpunkt der Mädchen und Buben mit ihren Betreuern. Aktionen draußen gehören zum Jufo-Programm 2019, das zunächst bis April festgelegt wurde. 

Zu den Planungen darüber hinaus wird der „Neue“ eigene Ideen beisteuern können. „Mir gefällt, was das Füssener Jufo den Jugendlichen anbietet“, so Kroll. Ein erster persönlicher Kontakt mit ihm beginnt mit einer Überraschung. Kroll beantwortet lächelnd die Frage, wie alt er denn sei. „39“, sagt er und ergänzt dann: „Ich bin ein Quereinsteiger ins Sozialwesen.“ Er war mit neun Jahren aus Polen nach Deutschland gekommen. Nach der Schulzeit habe er eine berufliche Laufbahn im technischen Bereich und Vertrieb eingeschlagen. „Das hat mir bald nicht mehr gefallen!“, sagt Kroll. 

Zweifacher Vater

Ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit – er selbst ist Vater von zwei Söhnen, 16 und neun Jahre alt – habe zur Überlegung geführt, sich dafür professionell zu qualifizieren, zunächst berufsbegleitend. Dank finanzieller Förderung konnte er die Eugen-Kaiser-Schule in Klein-Auheim bei seinem Wohnort besuchen. „Auf die zweijährige Vollausbildung folgte das praktische Jahr zur Anerkennung des Berufs staatlich anerkannter Erzieher.“ Solche Fachkräfte – überwiegend Frauen – sind auf dem Markt gesucht. „Wo ich mich beworben hatte, bekam ich auch eine Zusage“, schildert Kroll die Phase seines geplanten neuerlichen Berufsstarts. 

Warum fiel die Entscheidung für Füssen? Kroll überlegt nicht lange mit der Antwort: „Durch familiäre und freundschaftliche Beziehungen“ sei ihm das Allgäu ans Herz gewachsen. „Wir waren oft privat zu Besuch hier und dabei kam es zur Idee, im schönen Allgäu leben zu wollen.“ Dass dies geklappt hatte, lag nicht zuletzt auch daran, dass heutzutage Online-Bewerbungen gang und gäbe sind. „Als ich eher zufällig die Stellenanzeige aus Füssen entdeckt hatte, fiel mir auf: an diesem Tag war schon Bewerbungsschluss.“ Per Mail konnten die Unterlagen noch fristgerecht in Füssen die städtische Personalabteilung erreichen.“ Es folgte ein Vorstellungsgespräch. Kroll war danach zwar unsicher, ob er die Stelle tatsächlich bekommen würde. 

Umso größer war die Freude, als Füssen grünes Licht nach Hanau gab. Dass Adrian Kroll mit Blick auf den möglichen Bewerbungserfolg unsicher war, lag auch daran, dass er zuvor beruflich weniger mit Jugendlichen als mit seelisch erkrankten Erwachsenen zu tun hatte. Der Start der Familie an ihrem neuen Lebensmittelpunkt verlief gut. „Unser Jüngster spielt jetzt Eishockey“, freut sich Kroll, Er selbst gibt Sport und Lesen als Hobbys an. Außerdem wolle die Familie, „die Ecke, die wir schon vorher etwas kannten, noch besser kennenlernen.“

Chris Friedrich

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