"Der richtige Mann zur richtigen Zeit"

CSU Füssen nominiert Maximilian Eichstetter zum Bürgermeisterkandidaten

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Füssen – Am Ende musste Peter Hartung doch nicht baden gehen. Dabei hatte der CSU-Stadtrat angeboten, ihn ins Wasser des Forggensees zu werfen, sollte er sich mit seiner Gratulation an Maximilian Eichstetter zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.

Denn die rutschte Hartung über die Lippen, noch ehe die Auszählung der Stimmen beendet war. Die anwesenden Mitglieder des CSU-Ortsverbandes bewahrten Hartung aber vor dem Nasswerden: Mit 97 Prozent der abgegebenen Stimmen nominierten sie Max Eichstetter zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. 

Mit dem Votum vom frühen Freitagabend folgten die Füssener Christsozialen an Bord der MS „Füssen“ der Empfehlung des Vorstandes, der den 34-Jährigen bereits im Juni einstimmig nominiert hatte. Damit wird der 34 Jahre alte Eichstetter für die Füssener CSU als Kandidat für den Chefsessel im Rathaus in die Kommunalwahl am 15. März 2020 gehen. Er ist somit neben Christine Fröhlich von den Freien Wählern der bislang zweite offiziell nominierte Bewerber für das Amt des Bürgermeisters. 

Der Füssener Ehrenbürger Alfred Köpf war nach der Bekanntgabe des Ergebnisses derart gerührt, dass er in Tränen ausbrach, „Ich denke, wir haben mit Maximilian eine gute Wahl getroffen“, sagte er und heftete dem Frischgewählten ein kleines Schild mit „Bürgermeisterkandidat Maximilian Eichstetter“ ans Hemd. Mit dem jungen CSU-Kandidaten könne in Füssen eine neue Ära beginnen, so Köpf, bevor ihm die Stimme versagte. 

Tatsächlich war an diesem prächtigen Spätsommerabend („Petrus ist wohl doch ein CSUler.“) an Bord der MS „Füssen“ oft die Rede von einem Neubeginn für die Stadt, aber auch die Füssener CSU. Der Kandidat selbst kündigte in seiner Vorstellungsrede gleichfalls mehrmals an, im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister einiges anders machen zu wollen als bislang. „Mit mir werden Sie künftig mehr zu tun haben, da ich Sie mehr involvieren werde“, versprach er den rund 140 Passagieren an Bord künftig mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz der Stadtverwaltung unter seiner Leitung. 

Angebot an alle

Ein Angebot zur Zusammenarbeit richtete er vor dem Hintergrund zahlreicher Baustellen – wie etwa das reparaturbedürftige BLZ, die Sanierung der Schulen oder 17 noch nicht abgeschlossene Bebauungspläne – an den gesamten Stadtrat. „Es muss ein Miteinander im Stadtrat geben!“ Dabei komme es auf alle Mitglieder des Stadtparlaments an, appellierte er. Die CSU habe darauf bereits reagiert und werde mit einer neuen Kandidatenliste in den Kommunalwahlkampf gehen. „Wir brauchen ein neues Team“, so Eichstetter. Er hoffe, „dass wir Ihnen das beste Produkt anbieten, um die Herausforderungen zu meistern.“ 

Stärker zusammenarbeiten wolle er im Falle eines Wahlerfolgs auch mit den Nachbarkommunen Füssens, kündigte er an. Aus diesem Grund seien auch die Vertreter der Forggensee-Anrainergemeinden zu der Veranstaltung eingeladen worden. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir zusammen anpacken!“ 

Ein erster Schritt in diese Richtung sei ein Verkehrskonzept, dass mit der Gemeinde Schwangau abgesprochen worden sei und demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Rückblickend erklärte der Kandidat, dass er sich seit Ende 2016 auf das Amt des Füssener Bürgermeisters vorbereite. „Das war schon recht früh mein Wunsch.“ Es gelte, gemeinsam für Füssen etwas zu bewegen.

 CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer sprach ebenfalls von einem Neuanfang in der Lechstadt. „Ein Wechsel ist immer eine große Chance“, sagte sie. Besonders freue sie, dass mit dem Weißenseer ein junger Kandidat für die Christsozialen antrete. Sie sei sehr zuversichtlich, dass Max Eichstetter am Ende ins Rathaus einziehen werde. Sympathie, Bürgernähe, Empathie und Fachkompetenz seien die herausragenden Eigenschaften des Bewerbers. Jetzt sei es wichtig, den Füssener Bürgern im Wahlkampf ein gutes Angebot zu machen. 

Der ebenfalls an Bord gekommene Ostallgäuer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stacke bezeichnete den Kandidaten als einen „symphatischen Macher“. Genau so jemanden brauche Füssen, „eine Stadt der verpassten Chancen“, jetzt. „Wir können Füssen mit einer klaren Strategie voranbringen. Und du bist jemand mit einer klaren Strategie“, sagte Stracke in Richtung Eichstetter. Das Erfolgsrezept eines guten Bürgermeisters sei, dass er Menschen möge. Diese Kompetenz habe der Kandidat ebenfalls. „Die Talente und die Kreativität der Bürger ist ein Schatz, den man heben muss“, so der Bundestagsabgeordnete. Er schloss seine Ansprache mit einem Aufruf zur Geschlossenheit. „Es ist Zeit für Veränderung, es ist Zeit für Max Eichstetter!“ 

Überzeugt von der Wahl Eichstetters zeige sich auch sein Vorgänger als Ortsverbands-Vorsitzender, Peter Hartung. „Das ist der richtige Mann zur richtigen Zeit“, sagte der Stadtrat im Gespräch mit dem Kreisbote. 

Romantische Rundfahrt

Nach der Nominierung Eichstetters hieß es schließlich „Leinen los!“ und die MS Füssen lichtete die Anker zu einer abendlichen Rundfahrt über den Forggensee. Bei einem herrlichen Sonnenuntergang und anschließendem Vollmond verbrachten die Gäste einen unterhaltsamen Abend mit zahlreichen interessanten Gesprächen an Bord des Schiffes. Kleiner Wermutstropfen: Weil mit 140 Passagieren viel mehr gekommen waren als geplant, kam am Buffet nicht jeder zum Zug.

mm

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