150 Jahre Dienst am Nächsten

Kommandant Heinz Weller und Vorsitzender Klaus Beylschmidt (von links) nehmen die Glückwünsche von Landrat Johann Fleschhut (2. von rechts) und Kreisbrandrat Markus Barnsteiner (rechts) in Verbindung mit einer Urkunde entgegen. Foto: cf

Die hundertseitige und dabei reich bebilderte Festschrift dokumentiert es schwarz auf weiß. Ihr Titel: „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Füssen-Stadt.“ Ein aus heutiger Sicht unglaubliches Jubiläum – das jetzt bei der mehrstündigen Feier mit insgesamt nahezu 400 Teilnehmern in der Arena im Bundesleistungszentrums (BLZ) auch durch die Grußworte der Ehrengäste unter starkem Beifall Kontur gewann.

Der ehrenamtliche Einsatz der Feuerwehrleute verdiene allseits Respekt, hieß es nicht nur einmal in den Danksagungen der Redner. Die Führung der Feuerwehr selbst durfte zurecht so selbstbewusst auftreten wie es Klaus Beylschmidt es auf der Bühne tat. Der Erste Vorsitzende fasste mit Blick auf „seine“ Füssener Floriansjünger unter dem Kommando von Heinz Weller zusammen, um was es hier, technisch gut ausgebildet, immer geht: „Dienst am Nächsten, rund um die Uhr, jeden Tag, kostenfrei.“ Eine unter Leitung von Helmut Wittmann gut aufgelegte Blaskapelle mit Musikern aus Füssen und Hopfen begleitete die ihr stolzes Jubiläum feiernden Feuerwehrleute und ihre geladenen Gäste – darunter auch Vertreter der mit Füssen gut befreundeten Wehren aus Tirol – harmonisch durch den Abend. Nach dem offiziellen Teil fand – wie geplant – zum krönenden Abschluss der Kameradschaftsabend statt. Ein Thema musste schon anfangs auf den Tisch. Bereits in den Redebeiträgen des Füssener Bürgermeisters Paul Iacob oder der Abgeordneten Dr. Paul Wengert und Stephan Stracke spielten die persönlichen Erinnerungen eine Rolle: Buben können sich fürs große rote Auto begeistern, das durch die Stadt fährt, und längst stehen bei einem lebensrettenden Einsatz auch Frauen in Uniform den in Not geratenen Menschen bei. Mit anderen Worten: „Keine Feuerwehr? Unvorstellbar!“, so brachte es Dr. Paul Wengert auf den Punkt, der in seiner Zeit als Bürgermeister in Füssen die Feuerwehr auf ihrem Weg in die Zukunft begleitet hatte. Die Feuerwehr „von damals“ könne mit der modernen Füssener Feuerwehr nicht verglichen werden. Neue Technik, neue Einsatzfelder - und dabei nicht zuletzt auch der Umgang mit Gefahrenstoffen – stellen Anforderungen an jede einzelne Person bei der Wehr, die höher geworden sind. Darauf wies Kreisbrandrat Markus Barnsteiner wie auch seine Vorredner hin. Zur ursprünglichen Feuerwehr-Aufgabe Brandbekämpfung sind im Laufe der Zeit, so etwa Landrat Johann Fleschhut, „viele weitere Aufgaben hinzugekommen. Zum Beispiel die Einsätze zum Natur- und Umweltschutz oder bei Unfällen auf der Straße.“ Feuerwehr und Sparkasse seien als Partner jahrelang miteinander verbunden, betonte Manfred Kreisle, Mitglied des Vorstands. "Helden des Tages" Dass an diesem Abend auch die eine oder andere Spende an die wackere Feuerwehr floss, ist ebenso eine gute Nachricht wie die Tatsache, dass es in Füssen längst eine Kinder- und eine Jugendgruppe gibt, deren Mitglieder schrittweise auf das Ehrenamt vorbereitet werden. Für die Jugendlichen mag Feuerwehr „Abenteuer“ sein, in der Realität sind „unsere Einsätze eigentlich meist ganz unspektakulär“, räumte Klaus Beylschmidt mit falschen Vorstellungen auf. Aber, das machte dieser Abend ganz deutlich: Die Feuerwehr ist da, wenn sie gebraucht wird, folgend dem Leitspruch „Gott zur Ehr`, dem Nächsten zur Wehr – Einer für Alle. Alle für einen.“ Somit kann – wie es der Bundestagsabgeordnete Stracke tat – schon von „Heldinnen und Helden des Tages“ gesprochen werden.

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