Klassentreffen bei Plansee

60 Jahre nach der Matura treffen sich ehemalige Gymnasiasten wieder

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Ein Wiedersehen nach 60 Jahren. Die ehemaligen Gymnasiasten besuchen ihre frührere Schulstätte. Das Fimrengelände hat sich stark verändert seither.

Reutte – Sechs Jahrzehnte sind vergangen, seit elf Gymnasiasten ihre Matura im großen Sitzungssaal von Plansee abgelegt haben. Dieses Ereignis wurde heuer gebührend gefeiert. Neun Ehemalige erinnern sich an ihre Schulzeit und mussten feststellen, dass nichts mehr so ist, wie es damals war.

Am 18. und 19. Juni 1959 war es soweit: nach einer abwechslungsreichen Gymnasialzeit in drei unterschiedlichen „Schulhäusern“ haben elf Schüler im großen Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes der Plansee Group in Breitenwang ihre mündlichen Prüfungen mit Erfolg abgelegt. Neun von ihnen besuchten jetzt den Ort nach über 60 Jahren wieder, an dem sie den größten Teil ihrer Gymnasialzeit verbracht haben. Den großen Sitzungssaal im Verwaltungsgebäude gibt es nach wie vor, doch die „Baracke“ mitten im Werksgelände, die Raum für die Klassenzimmer bot, ist schon seit vielen Jahren abgerissen. Auch das alte Schwimmbad auf dem Firmengelände, in dem der Schwimmunterricht stattgefunden hat, gibt es schon lange nicht mehr. Dort, wo die Gymnasiasten in den 1950er Jahren über ihren Schulbüchern saßen, wurden später Bauteile für die Medizintechnik gefertigt. Doch auch dieses Kapitel ist Geschichte, denn derzeit entsteht auf der Fläche ein hochautomatisiertes Zuschnittzentrum für Bleche aus Molybdän und Wolfram. 

Ungewöhnlicher Schulstart

Der gebürtige Reuttener Wilfried Keller, Jahrgang 1941, erinnert sich noch genau an den ungewöhnlichen Schulstart. 1952 wurde er im neuen Privatrealgymnasium eingeschult. Auf Initiative des Metallwerkes Plansee, der Reuttener Textilwerke, anderer Sponsoren und der Bereitschaft der Eltern, ein monatliches Schulgeld zu zahlen, wurde seinerzeit die Schule ins Leben gerufen. Der Unterricht für die 27 Schüler fand in den ersten Monaten im ehemaligen „Hotel Tirolerhof” statt. Für die erste und die dritte Klasse wurde der Leseraum des Hotels abgeteilt. Der Unterricht für die zweite Klasse (die Maturaklasse von 1959) fand an einem großen Tisch in einem Hotelzimmer im ersten Stock statt. Später war das Gymnasium für zwei Jahre in der gerade neu gebauten landwirtschaftlichen Schule in Breitenwang untergebracht. Diese nahm im Jahr 1954 jedoch selbst den Vollbetrieb auf – für die inzwischen 68 Schüler des Realgymnasiums war kein Platz mehr. Doch die Schule überlebte. Mitunter durch die finanzielle Unterstützung von Paul Schwarzkopf, Gründer der heutigen Plansee Group. 

Auch bei der Suche nach einem neuen Standort erweist sich das Metallwerk Plansee als Helfer in der Not. Am Betriebsgelände wird das neu errichtete Verwaltungsgebäude seiner Bestimmung übergeben und so kann die leerstehende, ehemalige Verwaltungsbaracke der Schule als Quartier dienen. Dort gingen dann Wilfried Keller und seine Schulkollegen in den kommenden sechs Jahren zur Schule.

 Zu den Lehrern gehören auch Mitarbeiter von Plansee. Keller erinnert sich an Ernst Gartner (Zeichnen und Werken), Wilhelm Aschenbrenner (Chemie) und Karl Ostrcil (geometrisches Zeichnen). Und noch eines sei Keller in Erinnerung geblieben. Als sich die elf erfolgreichen Maturanten bei Paul Schwarzkopf verabschiedeten, habe dieser seine Brieftasche gezückt und ihnen einen Zuschuss für die Maturareise nach Lazise am Gardasee in die Hand gedrückt.

kb

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