"Werden nicht klein beigeben"

Füssener Kreisfischereiverein lehnt Hotel am Festspielhaus ab

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Der aktuell gewählte geschäftsführende Vorstand des Kreisfischereivereins Füssen nach der Jahreshauptversammlung: Schriftführer Alexander Beck (v.l.), Vorstand Matthias Heinz, sein Stellvertreter Manfred Mair und Schatzmeister Andreas Wolf.

Füssen – Deutlich schlechtere Fangergebnisse als im Vorjahr musste der Kreisfischereiverein im vergangenen Jahr hinnehmen.

Der Grund dafür war vor allem die Situation am Forggensee, der bekanntlich im Sommer nicht wie gewohnt aufgestaut werden konnte. Wie ein trockener Forggensee die Fangergebnisse der Füssener Fischer beeinträchtigt, belegten die Zahlen, die Zweiter Vorstand Manfred Mair jetzt in der Jahresversammlung der Kreisfischer im „Haus der Gebirgsjäger“ vorlegte. Ein brisantes Thema der Versammlung war auch der geplante Bau eines 5-Sterne-Hotels unmittelbar am Festspielhaus, zu dessen weiterem Vorgehen die Mitglieder abzustimmen hatten.

Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurde darüber hinaus die diesjährige Vorstandschaft mit kleinen Änderungen in ihrem Amt bestätigt. Erster Vorstand Matthias Heinz berichtete den anwesenden Mitgliedern über diverse Themen und Geschehnisse, die zum Teil ebenfalls mit dem abgestauten Forggensee ursächlich zu tun hatten. 

Er bemängelte auch die unklaren Verhältnisse beim Kiesabbau und den Schwierigkeiten bei der Verpachtung des Vereinsheims. In Sachen Hotelneubau am Festspielhaus deutete er an, dass dagegen vorgegangen werde. „Wir nehmen den Kampf für unsere Natur und deren Erhalt auf und werden nicht klein beigeben“, betonte der Vorsitzende. 

Fast zehn Tonnen Fisch

Den Ausführungen seines Stellvertreters Mair war zu entnehmen, dass am Forggensee mit 2711 Stück und einem Gesamtgewicht von 2200 Kilo gegenüber 2017 mit 8994 Stück und einem Gesamtgewicht von 6600 Kilo ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen war. Das Gesamtgewicht aus allen Pachtgewässern des Kreisfischereivereins – also Forggensee, Weißensee, Faulenbacher/Alatsee, Oberer Lech, AÜW und Brunner Ach – betrug bei 17.200 Stück insgesamt 9376 Kilo. 

Zur Problematik Hotelneubau am Forggensee führte Schriftführer Alexander Beck aus, dass der massive Eingriff in den See, die Füssener Ache, das dortige Landschaftsschutzgebiet und das gesamte Landschaftsbild aus Sicht der heimischen Fischer nicht tolerierbar sei. Er betonte dabei aber auch, man wolle das Luxus-Hotel grundsätzlich nicht verhindern, aber eben explizit an diesem Standort unmittelbar am Festspielhaus und Forggensee. 

Weiter betonte Beck, dass es darum gehe, einen weiteren unkontrollierbaren Wildwuchs dieses Megaprojekts in den See und das Landschaftsschutzgebiet zu verhindern. „Die offiziellen Darstellungen suggerieren stets, dass die Planung bereits genehmigt ist – und man sowieso nichts dagegen machen kann“, sagte Beck und fügte hinzu: „Dem ist nicht so, da die vorliegende Planung gravierende Fehler enthält und in vielen Punkten gegen geltendes Planungsrecht verstößt.“ Man werde in dieser Angelegenheit eng mit dem Bund Naturschutz BUND Ostallgäu und dem Landesbund für Vogelschutz zusammenarbeiten, kündigte der Schriftführer an.

ed

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