Parkgebühren steigen

Ab dem 1. Januar sollen die Parkgebühren steigen – Handyparken ist dann möglich

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Das Parken an beliebten Hotspots in den Füssener Stadtteilen soll ab 1. Januar teurer werden.

Füssen – Parken rund um Füssen wird ab dem kommenden Jahr teurer. Einstimmig haben die Mitglieder des Finanzausschusses am Dienstagabend einer von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Gebührenerhöhung zugestimmt. Außerdem sollen künftig auf bislang kostenlosen Parkplätzen Gebühren fällig werden.

Auch das sogenannte Handyparken eingeführt werden. Im Rathaus erhofft man sich davon jährliche Mehreinnahmen in Höhe von rund 250.000 Euro. Allerdings muss der Stadtrat noch zustimmen. Ausgenommen von Neuregelungen bleibt hingegen zunächst der Bereich rund um die Morisse. Zwar kann sich die Verwaltung um Hauptamtsleiter Peter Hartl und Kämmerer Marcus Eckert dort einen Zonenparkverbot mit zwei Stunden freiem Parken (Parkscheibe) sowie Anwohnerparken vorstellen. Die Fraktionen sind zunächst aber angehalten, sich die Situation vor Ort in der inneren Kemptener Straße, Sonnen-, Rudolf-, Kirch- , Frühling- und Glückstraße anzuschauen und zu beraten. Denn zum einen sind die Regelungen dort zum Teil von einer Straßenseite auf die andere unterschiedlich, zum anderen parken dort viele Arbeitnehmer, die nicht zusätzlich belastet werden sollen. In der restliche Innenstadt soll es gleichfalls bei den bisherigen Tarifen bleiben.

Einigen konnten sich die Stadträte aber auf eine Erhöhung und Ausweitung der Parkgebühren in den Ortsteilen. Ab 1. Januar soll auf den städtischen Parkplätzen in den Stadtteilen – dazu gehören der Parkplatz am Alatsee, der große Parkplatz am Hopfener Campingplatz sowie der Platz in Bad Faulenbach – einheitlich zwischen 9 und 18 Uhr eine Gebühr zwischen einem Euro (für eine Stunde) – und dann jeweils um einen Euro pro Stunde gestaffelt – bis zu vier Euro (Tagesgebühr) gezahlt werden. Im Bootshafen muss dagegen weiterhin bis 22 Uhr am Abend ein Ticket gezogen werden. „Warum soll der, der mittags Boot fährt, mehr bezahlen als der, der abends fährt“, so Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Eine Ausnahme gibt es auch in der Hopfener Uferstraße, wo bis 19 Uhr ein Ticket gezogen werden muss. Außerdem kostet hier ab drei Stunden (drei Euro) jede weitere Stunde einen zusätzlichen Euro. 

Darüber hinaus sollen ab 2020 auch Parkplätze kostenpflichtig werden, auf denen bisher noch umsonst geparkt werden durfte. Für sie gelten die gleichen Tarife wie für die bereits genannten Parkplätze. Betroffen davon sind der Parkplatz Gipsbruchweiher in Bad Faulenbach, der Parkplatz am Strandbad Weißensee und der Parkplatz Vilser in Hopfen. Gezahlt werden (drei Euro) muss künftig auch auf dem bisher kostenlosen Parkplatz an der Saloberstraße/Alatsee – allerdings erst ab drei Stunden Parkdauer. Hier sollten die Interessen der beiden Gastronomiebetriebe am Alatsee berücksichtigt werden, mahnte Stadträtin Ursula Lax (CSU) an. „Wir haben auch zwei Betriebe dort oben, deren Gäste dann mehr bezahlen müssen“, sagte sie. Einig waren sich die Räte auch, den Parkplatz am WEZ wieder von der Stadt bewirtschaften zu lassen. Das ist aber erst ab dem 1. April möglich. 

Höhere Einnahmen 

Umsonst soll das Parken dagegen auf dem Platz östlich vom Wiesbauer bleiben. So sollen einheimische Spaziergänger und Ausflügler geschont werden. Mittels einer Stangenkonstruktion und Verbotsschildern soll aber verhindert werden, dass dort Camper weiterhin zum Übernachten parken. Von der Neuregelung erhofft sich die Verwaltung eine Erhöhung der Einnahmen von derzeit rund 540.000 Euro (2018) auf künftig rund 800.000 Euro. 

Tiefer in die Tasche greifen müssen künftig auch die Betreiber von Bus-Firmen. So sollen künftig für Busse auf dem Vilser-Parkplatz in Hopfen und am Bootshafen zehn Euro fällig werden, so die Beschlüsse des Gremiums (10:3 und 10:2). Die Verwaltung hatte eigentlich vier Euro vorgesehen, was bei einigen Ratsmitgliedern aber auf Unverständnis stieß. „Ich verstehe nicht, dass man einen Bus mit dem Pkw gleichsetzt“, sagte Ilona Deckwerth (SPD). 

Mehr gebührenpflichtige Parkplätze bedeuten aber auch, dass neue Parkautomaten aufgestellt werden müssen. Sollte der WEZ-Parkplatz tatsächlich noch dazu kommen, wird die Verwaltung für rund 59.400 Euro elf neue Automaten anschaffen müssen. Diese sollen aber dem neuesten Stand der Technik entsprechen, sodass ein Zahlen der Parkgebühren mit Kreditkarte künftig möglich sein wird. Weitere kapp 8500 Euro wird die Stadt für die Installation der Tarifänderung bei den bereits vorhandenen 29 Automaten investieren müssen. Diese werden aber nicht auf Kartenzahlung nachgerüstet. Auf die Installation von Automaten mit Wechselgeldfunktion soll ebenfalls aus Kostengründen (232.000 Euro) verzichtet werden. 

Ebenfalls ab dem 1. Januar soll das „Handyparken“ möglich sein. Das entschied das Gremium ebenso einstimmig. Dafür soll die Stadtverwaltung mit der Firma Parkster GmbH eine dreijährige Testphase vereinbaren, da deren System keine zusätzlichen Kosten für die Nutzer vorsehe. „Wichtig ist uns, dass es für die Nutzer kostenfrei ist“, betonte Hauptamtsleiter Hartl. Womöglich später anfallende Gebühren sollen mit den Ticketpreisen verrechnet werden, um höhere Kosten für die Nutzer zu vermeiden. Ziel ist laut Hartl, dass nach drei Jahren etwa 15 Prozent der Parkenden das neue Angebot nutzen.

mm

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