Jazzmusiker-Duo musiziert mit Oyer Mittelschülern

Mit den beiden Blasinstrumenten stellen die beiden Musiker Johannes Beer (stehend links) und Matthias Schriefl (stehend rechts) zwei Kühe in ihrer Kindergeschichte dar. Foto: Knoll

„Da, da, da, da“, erschallte am vergangenen Dienstagvormittag durch die Aula der Schule Oy, als Jazzmusiker Matthias Schriefl der ehemaligen Bläserklasse der Mittelschule einen Rhythmus vorsang. Zusammen mit seinem Kollegen Johannes Beer hat er sich einen Vormittag lang Zeit genommen, um für die Grund- und Mittelschüler Workshops zu leiten und eine Kindergeschichte aufzuführen.

Falsche Töne zu spielen stand zunächst auf dem Plan der ehemaligen Musikklasse, damit „die Angst vor falschen Tönen verschwindet“, erklärte Schriefl. Als die erst einmal weg war, haben die Musiker mit den Schülern ein Stück ohne Noten, nur vom hören, eingeübt. Anschließend „lernten“ sie improvisieren, indem die Schüler einzelne Soli vortrugen. Dabei entstanden auch kleine Wettkämpfe. Nach gut einer Stunde waren dann die Grundschüler an der Reihe. Kaum hatten die es sich in der Aula bequem gemacht, spazierte Schriefl in die Aula, spielte dabei ein Stück auf seiner Trompete und läutete so die Kindergeschichte ein. In der ging es um einen Elefanten, der mit seinem besten Freund, dem Bär, in einem kleinem Dorf im Dschungel wohnt und dort in die Schule geht. Nachdem die Giraffe als Lehrerin mit dem Elefanten geschimpft hat, weil der im Unterricht Trompete spielen wollte, verschwindet dieser im gefährlichen Dschungel. Die unterschiedlichen Charaktere stellten die beiden Musiker mit ihren Instrumenten dar. So spielte die Giraffe beispielsweise auf dem Alphorn, dem Schriefl zum Erstaunen der Kinder circa 20 Töne entlockte. Mit „tsch, tschak, bumm“ im Kanon brachte Beer als Affe den Kindern „beatboxen“ bei und die freuten sich schließlich zusammen mit ihm als Bären über das Wiedersehen mit dem Elefanten. Zum Schluss erklärte die Giraffe, dass nun alle Kinder „immer an dieser Schule Instrumente spielen dürfen“. Das nutzte die ehemalige Bläserklasse gleich aus und trug ihr vorher eingeübtes Stück vor. „Es macht ungeheuren Spaß“ mit den Kindern Musik zu machen, sagt Schriefl. Der in Maria Rain geborene Musiker hat, wie auch sein Kollege schon viele Workshops für Kinder gegeben. Denn „es kommt unglaublich viel zurück“, meint er. In Oy haben sie nun aber zum ersten Mal zusammen einen Workshop geleitet. Während der Kunstnacht im Gasthof Löwen ist der Kontakt zwischen Schule und Musiker entstanden. Dort hatten sowohl Schriefl als auch die ehemalige Bläserklasse der Schule einen Auftritt. Dabei begeisterten die Schüler den Jazzmusiker so sehr, dass er gleich spontan mit ihnen auftrat und Direktorin Ursula Fleschhut versprach, einmal in der Schule vorbeizuschauen. Sowohl Schriefl als auch Beer spielen circa zehn bis zwölf Instrumente. Aber so ganz genau wissen sie es selbst nicht, meinte Beer.

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