Jetzt zeigen Landwirte Stärke

Die Ausgleichszahlungen, die EU-Transparenzrichtlinien, die Erbschaftssteuer und weitere brisante Themen für die Landwirte wurden beim “Grünen Tisch” in Ebenhofen mit Dr. Gerd Müller, Bundesstaatssekretär für Landwirtschaft, und der Ostallgäuer Landtagsabgeordneten Angelika Schorer diskutiert. Im Rahmen der Neuwahlen im Kreisverband Ostallgäu der CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft löst Lorenz Kreuzer den bisherigen Vorsitzenden Adolf Schmid ab.

Nach fast 27 Jahren als Vorsitzender CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft im Ostallgäu wollte Adolf Schmid das Amt in jüngere Hände legen. Lorenz Kreuzer aus Germaringen wurde einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, Dr. Alois Kling und Franz Herb wurden zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden bestimmt. Im Anschluss an die Neuwahlen fand in Ebenhofen der “Grüne Tisch” statt. Bei den Haushaltsberatungen im Bayerischen Landtag wurde ein Dieselausgleich mit 350 Euro pro landwirtschaftlichem Betrieb beschlossen, erklärt Abgeordnete Angelika Schorer: “Wir wollen ein Zeichen setzen. Der Freistaat übernimmt dadurch 34 Millionen Euro.” Die wichtigen Aufgaben der Bauern für die Pflege der Landschaft machte die Ostallgäuer Politikerin ebenfalls deutlich wie die Notwendigkeit der Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete. Gerade für Grünlandstandorte wie im Allgäu sollten die Ausgleichszahlungen erhalten bleiben, stimmt Dr. Gerd Müller zu. Mit Blick auf die Europäische Union (EU) erklärt der Staatssekretär im Bundesministerium für Landwirtschaft den Zuhörern, dass die Gebietsabgrenzungen und die Ausgleichszahlungen neu verhandelt werden müssen, bevor ab 2013 die einheitliche Flächenprämie komme. Keine Brandmarkung der Landwirte Laut der Transparenzrichtlinie der EU müssen die Ausgleichszahlungen an die Landwirte im Internet veröffentlicht werden. Zwei Landwirte aus Hessen haben dagegen einen Prozess angestrebt. “Die CSU-Fraktion unterstützt dies”, betont Angelika Schorer, “wir wollen keine Brandmarkung der Landwirte”. Um die Übergabe des Hofes an die nächste Generation zu erleichtern, habe sich die CSU gegen die Einstufung nach dem Verkehrswert für die Berechnung der Erbschaftssteuer eingesetzt, sagt Gerd Müller: “Wenn die Erbschaftssteuer in dieser Höhe fällig gewesen wäre, hätten viele Landwirtsfamilien aufgeben müssen”. Aus für die Milchquote Die Europäische Kommission will die Milchquote abschaffen. Deutschland möchte sie fortführen, wird dies aber voraussichtlich nicht durchsetzen können. Für den Bundestagsabgeordneten Müller ist es wichtig, dass sich die Betriebe rechtzeitig darauf einstellen, dass die Quote 2015 wegfallen wird. Dann gelte es zu investieren, um sich als zukunftsfähiger Betrieb dem Wettbewerb zu stellen. Strategien dafür könnten “die ökonomische Optimierung” oder auch die “überbetriebliche Kooperation” sein, rät der Bundesstaatssekretär für Landwirtschaft den interessierten Zuhörern. ess

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Taliban-Kommandeur im Ostallgäu festgenommen
Taliban-Kommandeur im Ostallgäu festgenommen
"Rums voll bis unters Dach"
"Rums voll bis unters Dach"
In die Leitplanke
In die Leitplanke

Kommentare