Der Organist Albert Frey wirkt seit 25 Jahren in und um Füssen

Mit dem Herzen spielen

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Der als Organist überregional bekannte Jubilar Albert Frey ist auch Chorleiter, der begeistert: hier in der Krippkirche mit einem Ensemble der Musikschule Reutte.

Füssen – Organist, Chorleiter und Sänger: Albert Freys Welt ist die (Kirchen-)Musik. In der Region weit über Füssen hinaus bekannt, wirkt er seit mittlerweile 25 Jahren hier und nicht nur im Dienste der Pfarreiengemeinschaft.

Dabei, wie Pfarrer Frank Deuring in seiner Laudatio hervorhob, „hatte sich die Pfarrgemeinde auf ein großes Wagnis eingelassen“, als sie damals Frey mit einem Arbeitsvertrag an sich band – denn der Neue war noch Musikstudent und blutjung. 

Somit entsprach Frey überhaupt nicht dem üblichen Bild eines voller Würde zur barocken Orgel schreitenden Kantors – vielleicht sogar mit Bart. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verantwortlichen unter meinem Vorgänger Knebel einfach ganz schnell von Ihrem Spiel an der Orgel überzeugt waren“, sagte Pfarrer Deuring zu Frey. „Wir haben bis heute nicht den Eindruck, dass hier Ihre Hände spielen, sondern Ihr Herz.“ 

Applaus für den Jubilar: Albert Frey, seit 25 Jahren Kirchenmusiker in Füssen, hätte ihn sich sogar in voluminöser Lautstärke verdient. Munteren Beifall für ihn und sein Orgelspiel gab es vor kurzem auch von den Sechstklässlern der Füssener Realschule. Mit Lehrerin Barbara Krammer besuchten sie die Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ und lernten dabei den Kirchenmusiker kennen. Auch Pfarrer Frank Deuring hat dieses langjährige und kreative Wirken Thomas Freys jetzt gewürdigt. In einem Vierteljahrhundert konnte im Bereich der Kirchenmusik „vieles entstehen und wachsen. 

Mit großem Mut und Fachlichkeit stellt der Jubilar sein Können unter Beweis“, betont der Füssener Stadtpfarrer und Dekan. 

Feier im September 

Richtig gefeiert wird allerdings erst im Herbst: „Das eigentliche Jubiläum ist am Tag nach dem Magnusfest im September“, so Frey in einer Pause, bevor sich die nächste Schülergruppe zur Orgelbesichtigung anmeldete. Frey stammt aus Mindelheim, wo er vor 47 Jahren geboren wurde. Er schildert seinen Weg, der ihn schon mit jungen Jahren zur Barockorgel von St. Mang führte: „Ich habe meine Ausbildung an der Musikhochschule Augsburg erhalten.“ Er schloss dort das Konzertfach Waldhorn mit dem Examen ab. 

Das Studium der Kirchenmusik folgte. Frey bewarb sich anschließend mit Erfolg in Füssen. Als Organist und Chorregent ist er hier für die Kirchenmusik in Liturgie und Konzert verantwortlich. „Dass er nicht müde geworden ist, sieht man daran, dass er immer wieder neue Messen einstudiert“, hebt Deuring noch extra hervor. 

Vor zirka 20 Jahren ist Frey übrigens von der Diözese Augsburg mit der großen Aufgabe des Dekanatskantors betraut worden. Als Organist widmet er sich besonders den süddeutschen Orgelkomponisten. 

Nicht nur an der großen Orgel von St. Mang erklingt sein Spiel, auch an den kleineren historischen Instrumenten. Die Pflege „Alter Musik“ liegt ihm am Herzen. Über seine Organistentätigkeit hinaus widmet er sich regelmäßig den Gesang, zum Beispiel als Countertenor. Frey am Flügelhorn, das war im Rahmen der neuen Reihe „Chöre in der Krippkirche“ Ende Juni zu erleben. 

Hier trat er auch als Dirigent eines Reuttener Ensembles auf. Frey ist auch an der Landesmusikschule in Tirol im Einsatz. Seine musikalischen Beziehungen „in ganz Europa sind ein Gewinn für uns alle“, weiß Deuring. Schnell unterwegs ist Frey auf dem Fahrrad. Einen kurzen Stopp macht er immer, wenn er einen seiner vielen Bekannten trifft. Dann gibt es nur ein Thema – Musik.

cf

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