"Cool Cooking" im Kloster

„Cool Cooking“ in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Füssen führte die kleinen Teilnehmer am Anfang in den Garten der Franziskaner. Mit Klostervorsteher Pater Vinzenz (rechts) und Christian Schulte von der Dekanatsjugendseelsorge sammelten sie Kräuter. Foto: cf

Füssen – Das Franziskanerkloster in Füssen beteiligte sich am „Tag der offenen Klöster“ in Deutschland. Für Jugendliche wurde speziell der Kurs „Cool Cooking – Da kocht die Seele“ mit Klostervorsteher Pater Vinzenz angeboten. Die Teilnehmer, zwölf an der Zahl, kamen aus Füssen und Umgebung. 

Cool Cooking – was sollte das denn sein? Der 13-jährige Roland war sehr skeptisch. „Ich habe gezögert“, gibt der Bub aus der Nähe von Kaufbeuren zu. Doch dann sei es seinen Eltern doch noch gelungen, ihm das Angebot schmackhaft zu machen. Entspannt Essen zubereiten, und dabei den Jugendlichen Impulse fürs religiöse Leben geben, war das Rezept, das Pater Vinzenz und Schulte erstmals ausprobieren wollten. Es führte schon dadurch zum Erfolg, dass die Anmeldungen ausreichend waren, um den Kurs durchführen zu können. Die Mädchen und Buben waren begeistert vom Klostergarten. 

Beim Rundgang in der gepflegten Anlage mit vielen Beeten und einem Gewächshaus haben sie dem Pater bewiesen, dass sie sich mit Gewürzen gut auskennen. „Wer ist das dort?“, fragt die kleine Alicia und zeigt auf einen Mönch. Es handelt sich um Bruder Balthasar, der Zutaten für seinen Mitbruder Johannes in der Klosterküche sammelt. Das Leben in der Gemeinschaft geht normal weiter. Die Jugendlichen bilden eine eigene Gruppe. Dafür ist das Füssener Kloster mit einem eigenen Bereich für Besucher groß genug. 

„Natürlich dürft ihr aus dem Garten in die Gästeküche des Klosters mitnehmen, was wir zum gemeinsamen Kochen brauchen“, sagte Peter Vinzenz freundlich zu seinen „Kochlehrlingen“, von denen die meisten schon am häuslichen Herd gestanden sind. Am großen Tisch wurde erst einmal eine Vorstellungsrunde eingeläutet und jeder Teilnehmer sollte den anderen sagen, was sein Lieblingsgericht ist. „Schnitzel mit Pommes“ wird nicht nur einmal genannt. Die kleinen Köche mögen auch Pudding, Salat, Spaghetti Pfannkuchen und Pizza. Der Klostervorsteher schmunzelt: „Alles was ihr aufgezählt habt, schmeckt lecker. Aber das Gericht war nicht dabei, das wir ganz frisch zubereitet hier Schlag 12 Uhr essen werden.“

Schon ist es an der Zeit, Kleingruppen zu bilden, die Aufgaben wie das Putzen und Schälen von Gemüse, Kartoffelkochen und nicht zuletzt das Tischdecken übernehmen. Serviert werden übrigens Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat. Als alle wirklich satt waren, ging der „Tag des offenen Klosters“ mit dem nächsten Programmpunkt weiter. An der Pforte holte Pater Vinzenz um 14 Uhr die Leute ab, die hungrig sind, mehr über das Klosterleben zu erfahren. „Wir sind derzeit in der Gemeinschaft von elf Brüdern“, erzählt er. Weil einige „Zellen“ nicht bewohnt sind, öffnete sich Besuchern auch hier die Tür. 

Das Tor zur Kirche St. Stephan war nicht nur an diesem besonderen Tag offen. Die Franziskanerkirche wurde von 1763 bis 1767 erbaut. Die Heilige Messe wird von vielen Gläubigen aus der Füssener Altstadt und darüber hinaus gern besucht. Wer die äußerlich schlicht wirkende Klosterkirche erstmals besichtigt, kommt bisweilen ins Staunen: sie beeindruckt im Inneren durch ihre wunderschöne Rokokoausstattung. cf

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