Der königliche Kunstmäzen

Zum 150. Todestag referiert Goll über Ludwig I. und dessen Kunstagenten

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Für ihren Vortrag im Museums der bayerischen Könige in Hohenschwangau erhält Carolin Goll kräftigen Applaus.

Schwangau – Um den Großvater des Märchenkönigs und dessen Kunstagenten hat sich jetzt Carolin Golls Vortrag im Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau gedreht.

Beim Vortrag „Das schönste Kaufbare in Rom zu erwerben, ist mein Wille“ referierte Goll gut eine Stunde lang vor rund 50 Besuchern im Palmenhaus über Ludwig I. und Martin von Wagner. Den besonderen Grund dafür lieferte der 150. Todestag des ehemaligen Kronprinzen und späteren Königs von Bayern, der am 29. Februar 1868 gestorben war. 

Seine große Liebe zur Kunst machte ihn bereits vor seiner Thronbesteigung im Jahr 1825 zu einem fleißigen Kunstsammler und später dann „als Kunstmäzen bekannt“, wie Claudia Knörle vom Museum der bayerischen Könige erklärte. 

emgegenüber unterstrich Goll, Kunsthistorikerin und Archäologin am Martin von Wagner-Museum in Würzburg, dass von Wagner „eine ganz wichtige Person“ bei Ludwigs umfangreichen Erwerbungen von Kunstschätzen gewesen sei. Zudem waren sich beide „nicht unähnlich“. So hatte auch von Wagner, der gleichermaßen als Künstler sowie Kunstagent in Rom lebte, „selbst eine große Kunstsammlung“, die er vor seinem Tod 1858 der Universität Würzburg vermachte. 

Da Ludwig I. mit verschiedenen Mittelsmännern in Rom Schwierigkeiten gehabt hatte, was deren Verhandlungen „mit den gewieften italienischen Kunsthändlern“ anbelangte, habe er schließlich von Wagner als seinen „treu ergebenen“ Kunstagenten engagiert. Dieser bewahrte den König davor, zum Teil mittelmäßige Kunstwerke zu kaufen, wie das vorher zuweilen der Fall gewesen sei. 

1470 Briefe geschrieben

Im Zuge ihrer „Zusammenarbeit“ von 1810 bis 1858 hatten sich Ludwig und von Wagner insgesamt 1470 Briefe geschrieben. Dabei habe der Bayernkönig seinem Berater 1811 beispielsweise mitgeteilt, dass er in Rom „Werke ausgezeichneter Schönheit“ erwerben wolle. Und Wagner beschwerte sich trotz seiner Ergebenheit gegenüber Ludwig I. in manchen Schreiben frank und frei beim König, wie etwa während einer Reise nach Griechenland, wo es nur so gewimmelt habe „vor Läusen und Flöhen“.

lex

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